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Zuletzt aktualisiert: 17. Juni 2021

Immer mehr Menschen möchten ihren eigenen Strom produzieren, um der Umwelt zu helfen. Mit Photovoltaikanlagen geht dies ganz einfach. Denn die Anlagen verwandeln das Sonnenlicht direkt in Strom. Jedoch gibt es bei Photovoltaikanlagen auch einiges zu beachten, wie zum Beispiel die Photovoltaik Steuer.

In unserem umfangreichen Ratgeber zum Thema Photovoltaik Steuer erhältst du von uns Einblicke was du bei der Steuer beachten solltest. Darüber hinaus beantworten wir dir die am meisten gestellten Fragen zum Thema Photovoltaik Steuer. Diese sollen dich bei deiner Entscheidung über die Sinnhaftigkeit einer solchen Anschaffung unterstützen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn du den Strom aus deiner Photovoltaikanlage gewinnbringend verkaufst, bist du unternehmerisch tätig und steuerpflichtig.
  • Bei einem Gewinn von höchstens 410 Euro entfällt die Einkommensteuer.
  • Umsatzsteuer musst du sowohl auf deinen verkauften als auch auf deinen selbst verbrauchten Solarstrom zahlen.

Hintergründe: Was sind Photovoltaikanlagen und welche Steuern zahlst du?

Photovoltaikanlagen wandeln das Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um.(1) Die Anlagen können dabei auf dem Dach oder der Terrasse eingerichtet werden. In den folgenden Abschnitten werden wir dir alle wichtigen Informationen zur Steuer erklären, um dich bei deiner Entscheidung zu unterstützen.

Wann musst du deinen Solarstrom versteuern?

Mit dem regelmäßigen Verkauf von selbst erzeugten Strom, wirst du gewerblich Tätig.(2) Wenn du durch den Verkauf Gewinne erzielst, wird auf diesen die Einkommenssteuer anfallen.

Jedoch zählt auch der Strom, den du selbst benutzt, zu deinen Einnahmen, der wiederum versteuert wird. Die Einnahmen aus dem Betrieb der Anlage werden mit der Umsatzsteuer versteuert.(3)

Alternativ zur Umsatzsteuer kannst du die Kleinunternehmerregelung wählen. Damit bekommst du die Vorsteuer zwar nicht erstattet, musst aber keine Umsatzsteuer anmelden und abführen.(3)

Darüber hinaus kannst du von jeglicher Steuerpflicht befreit sein, wenn du die Anlage rein privat betreibst. Das bedeutet, du verbrauchst den Strom ausschließlich selbst. Zudem gibt es den Härteausgleich. Das heißt du zahlst keine Einkommensteuer, wenn dein Ertrag maximal 410 € im Jahr ist.

Sobald du deinen Strom gewinnbringend verkaufst, bist du unternehmerisch tätig und damit steuerpflichtig. Zudem unterliegen alle Erlöse, auch von selbst genutzten Solarstrom, der Einkommenssteuer. (Bildquelle: Unsplash / Kelly Sikkema)

Bei einem Batteriespeicher musst du andere Sachen beachten. Wenn du den Speicher mit deiner Photovoltaikanlage zusammen kaufst, kannst du die Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen. Ansonsten nicht.

Wann musst du deine Anlage beim Finanzamt anmelden?

Grundsätzlich bist du dazu verpflichtet deine Anlage beim Finanzamt zu melden, wenn du deinen Strom verkaufst und Gewinne erwirtschaftest.(4)

Wenn du jedoch glaubhaft darlegen kannst, dass du mit der Anlage keine Gewinne erzielst, sprich die Photovoltaik als Liebhaberei nachgehst, musst du sie nicht dem Finanzamt melden. Sobald du deinen Strom jedoch an Netzbetreiber oder Mieter lieferst, gilt dies nicht mehr als Liebhaberei.

Wann musst du die Einkommenssteuer abführen?

In Deutschland hat jeder Betreiber von kleineren Photovoltaikanlagen, welche ins Netz einspeisen, Anspruch auf Vergütung. Die Bedingungen hierfür sind, dass die Anlage nach Inbetriebnahme, spätestens einem Monat danach, der Bundesnetzagentur gemeldet wird und die zugeführte Strommenge pro Jahr dem Netzbetreiber nachweisen kannst.

20 Jahre lang bekommst du dann für jede Kilowattstunde, die dem Stromnetz zugeführt wird, zu einem bestimmten Betragssatz vergütet

Abweichend davon kannst du einen Vertreiber beauftragen, welcher den Strom für dich, natürlich gewinnbringend, verkauft. Hier wirst du dann mit der Marktprämie gefördert.(5) Du kannst zudem deinen Strom ohne Stromnetz an Mieter oder anderen Nachbarn liefern. Bei Mietern in deinem Haus kannst du den Mieterstromzuschlag beantragen.(6)

Jedoch unterliegen alle Erlöse aus verkauften Strom der Einkommensteuer. Im steuerlichen Sinne zählt auch der Strom welchen du zwar nicht verkaufst, aber selbst nutzt, als Einnahme. Diese gibst du gemeinsam mit deinen restlichen Einkommensquellen, wie Gehalt, in deiner Einkommenssteuererklärung an.

Wann ist die EEG-Umlage fällig?

Der Ausbau von Energieerzeugungsanlagen soll durch das Erneuerbare-Energie-Gesetz vorangetrieben werden. Für Kunden wird das EEG durch die EEG-Umlage bemerkbar, diese wird an einem Anteil des Strompreises ausgemacht.(7) Der Letztverbraucher mit Eigenversorgung ist zur EEG-Umlage verpflichtet.

Das heißt jeder der den erzeugt Strom auf dem Dach nutzt.(8) Für Anlagen mit Inbetriebnahme ab Januar 2021 gilt eine Entrichtung ab einer Anlagengröße von 30 kWp oder mehr.(8)

Generell ist die EEG-Umlage im letzten Quartal eines Jahres für das Folgejahr bekannt zugeben. Diese beträgt 2021 6,5 Ct/kWh. Dahingegen müssen Eigenverbraucher mit PV-Anlage nur einen prozentualen Anteil zahlen, welcher seit 2017 bei 40 Prozent liegt.

Du musst die EEG-Umlage bezahlen, sobald du den erzeugten Solarstrom auf dem Dach verbrauchst. Außer deine Anlagengröße beträgt 30 kWp oder mehr.

Wer kann sich davon befreien lassen?

Für Anlagen die vor dem 1. August 2014 zum Eigenverbrauch genutzt wurden, ist keine EEG-Umlage fällig. Darüber hinaus entfällt die Umlage bei Neuanlagen mit einer Leistung von maximal 30 kWp und Eigenverbrauch von max. 30 MWh pro Jahr.

Zudem müssen Verbraucher die ihren Strom nur aus erneuerbaren Energien schöpfen und nur noch Überschussstrom nutzen keine Umlage entrichten.

Ab wann benötigt du für deine Photovoltaikanlage ein Gewerbeanmeldung?

Sobald du mit deiner Photovoltaikanlage Strom verkaufen möchtest, und dabei Gewinne erwirtschaftest, bedeutet dies steuerrechtlich, das du Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb erzielst.(9) Das heißt du müsstest Gewerbesteuer zahlen.

Seit 2020 sind jedoch Betreiber von kleinen Anlagen bis zu 10 Kilowatt Kraft und einem Gewinn von bis zu 24.500 € von der Gewerbesteuer befreit. Das bedeutet auch, dass kein Gewerbe angemeldet werden muss. Eingehend damit entfällt die Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Bei Anlagen über 10 kWh Leistung bist du gewerbe- steuerpflichtig.

Du musst deiner Gemeinde jedoch mitteilen, dass dein Sonnenstrom ins Netz fließt, wenn die Anlage über 10 Kilowatt Leistung erzielt.

Danach wirst du das Formblatt zur Gewerbeanmeldung ausfüllen müssen, welches du meist elektronisch übermitteln kannst. Mit Anmeldung des Gewerbes bist du zudem Mitglied der IHK in deiner Region.

Das Finanzamt stellt dir nach Bestätigung der Gewerbeanmeldung eine unternehmerische Steueridentifikationsnummer zu. Gleichzeitig musst du das Formular zur steuerlichen Erhebung ausfüllen. Zudem hast du die Möglichkeit, eine Umsatzsteuernummer zu beantrag.

Du gibst an welchen Gewinn du womit erzielen wirst und ob du die Umsatzsteuer entrichten möchtest. Denn mit dem Status des Kleinunternehmers hast du die Auswahl.

Diese Regelung zählt für alle deren Einnahmen bei höchstens 22.000 Euro liegen werden. Diese Grenze gilt für deine gesamten gewerblichen oder selbstständigen Tätigkeiten.

Das bedeutet, dass wenn du weitere Einkünfte hast, beispielsweise als nebenberuflicher Handwerker oder aus landwirtschaftlicher Tätigkeit, zählt dieser Umsatz mit den Einkünften aus dem Stromgeschäft zusammen.

Mit Anmeldung des Gewerbes bist du automatisch Mitglied der Industrie- und Handelskammer. Aber auch ohne Gewerbe kannst du Mitglied werden. Solange dein Jahresgewinn bei höchstens 5.200 Euro liegt, ist die Mitgliedschaft kostenlos. Alle Angebote und Vorteile können trotzdem in Anspruch genommen werden.

Wann ist die Umsatzsteuer für deine Anlage zu entrichten?

Hast du dich für die Kleinunternehmerregelung entschieden, so musst du keine Umsatzsteuer auf deinen Gewinn begleichen. Jedoch kannst du dir die bereits gezahlte Mehrwertsteuer nicht erlassen bekommen, welche für Erwerb und Installation etc. der Anlage bezahlt wurden.

Wenn du dich gegen die Geltung als Kleinunternehmer entscheidest, zahlst du ab Inbetriebnahme eine Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent für zunächst fünf Jahre, auch auf deinen selbst verbrauchten Strom. Das Inbetriebnahmejahr gilt als komplettes Kalenderjahr, auch dann, wenn du deine Anlage erst Mitte des Jahres anschaffst.

Wenn du der Regelbesteuerung unterlegen bist, bist du dazu verpflichtet eine jährliche Umsatzsteuererklärung abzugeben. Das bedeutet auch, dass du die Vorsteuer geltend machen kannst. Sprich du kannst die Mehrwertsteuer von Kauf, Organisation und Einrichtung mit der Umsatzsteuer verrechnen.

Nach den fünf Jahren der Inbetriebnahme, kannst du anfordern, zukünftig als Kleinunternehmer gesehen zu werden. Dieser Wechsel ist jeweils zum Anfang eines Jahres möglich. Bedingung hierfür sind allerdings, dass dein Vorjahres Umsatz maximal 22.000 Euro ausmacht und du folgendes Jahr max. 50.000 Euro erwirtschaftest.

Allerdings kann es sein, dass du deine Vorsteuer möglicherweise zurückzahlen musst. Denn der Berechtigungszeitraum läuft erst nach den vollständigen fünf Jahren aus. Wenn die Zeit nicht vollständig rum ist, könnte das Finanzamt Geld zurückfordern. Dementsprechend wartest du am besten noch ein weiteres Jahr bis zur Statusänderung.

Ein Beispiel: Du hast deine Anlage im März 2021 in Betrieb genommen. Dann kannst du erstmals zum 1. Januar 2026 deinen Status wechseln. Hinzu kommt, dass es bei einer Aufdach-Anlage sinnvoller ab dem 1. Januar 2027 zu wechseln, um kein Geld zurückzahlen zu müssen. Bei Indach-Anlagen beträgt die Frist sogar 10 Jahre.

Umsatzsteuer bei Eigenverbrauch

Auch auf den, Strom den du selbst generierst und aufbrauchst, kann die Umsatzsteuer fallen. Hierbei gibt es zwei Voraussetzungen zu beachten: Einen Teil des Stroms verkaufst du und benutzt ihn dementsprechend nicht alleinig. Umsatzsteuerpflichtig kannst du dann sein, wenn dieser Anteil Minimum 10 Prozent der generierten Solarstrommenge beträgt.

Wenn dein Gewinn allerhöchstens 22.000 Euro pro Jahr beträgt, kannst du selbst entscheiden, ob du wahrhaftig Umsatzsteuer bezahlen musst oder nicht. Wenn dein Ertrag höher ist musst du Umsatzsteuer bezahlen.

Dann musst du auf jede einzelne Kilowattstunde Umsatzsteuer zahlen, die du sowohl errichtest und veräußerst oder selbst verbrauchst. Allerdings bist du ebenfalls nicht umsatzsteuerpflichtig, wenn du über 90 Prozent des erzeugten Stroms selbst verbrauchst.

Aufdachanlagen sind die meist gewählte Form für Photovoltaik. Den gewonnenen Strom kannst du sowohl selbst verbrauchen, als auch weiter verkaufen. (Bildquelle: Unsplash / Vivint Solar)

Es gibt jedoch eine Ausnahme. Wenn du deine Anlage bis zum 31.03.2012 in Betrieb genommen hast, und den Strom zudem selbst verbrauchst, wird dein selbst verbrauchter Strom vergütet. Die Umsatzsteuer wird hier nicht mehr fällig. Du kannst aber keine Vorsteuer geltend machen.

Welchen Vorteil bringt die Umsatzsteuerpflicht mit sich?

Bist du umsatzsteuerpflichtig kann dies durchaus lohnenswert sein, vor allem in den ersten fünf Jahren. Denn du kannst deine Vorsteuerabzug geltend machen. Dies gilt für alle Betreiber zu, welche den Strom entweder komplett oder zum sehr hohen Stücken ins Stromnetz speisen oder weiter verkaufen.

Durch die angerechnete Mehrwertsteuer auf beispielsweise Wartung der Anlage kannst du deine Betriebskosten senken. Dahingegen lohnt es sich meistens auch, Umsatzsteuer zahlen zu müssen, wenn du den Strom zum Teil selbst verbrauchen möchtest.

Die Vorsteuer wird mit deiner zuzahlenden Umsatzsteuer verrechnet. Auf die Erlöse kannst du aber eine Mehrwertsteuer erheben und ans Finanzamt weiterreichen. Jedoch wird die Umsatzsteuer für deinen Eigenverbrauch nicht erstattet.

Kann es sich lohnen Umsatzsteuer zu zahlen?

Sich von Anfang an für die Kleinunternehmerregelung zu entscheiden, rechnet sich nur bei hohen Eigenverbrauchquoten. Am besten ist es, wenn du dich für die Regelbesteuerung entscheidest und nach den komplett verstrichenen fünf Jahren zur Kleinunternehmerregelung wechselst.

Ob sich die Kleinunternehmerregelung lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab: Zum einen, was die Anlage kostet und was für den restlichen Strom bezahlt werden muss, wenn dein Solarstrom aufgebraucht ist. Je teurer dieser ist, desto höher die Umsatzsteuer und je geringer der Preis der Anlage, desto weniger Vorsteuerabzug.

Die Vorsteuer erstattet deine Anschaffungskosten.

Bei älteren vor 2021 errichteten Photovoltaikanlagen spielt die Höhe der Einspeisevergütung noch eine Rolle. Je höher diese ist, desto mehr Vorsteuern kannst du natürlich geltend machen.

Die Zahlung der Steuer lohnt sich deswegen, da du dadurch die Anschaffungskosten erstattet bekommst.(10) Danach könnte sie zur Belastung werden und nach den fünf Jahren in die Kleinunternehmerregelung zu wechseln ist rentabler.

In der folgenden Tabelle kannst du dich orientieren, welcher Eigenverbrauch (EV) auf dich zutreffen könnte.(11)

Investitionsbetrag Euro/kW Strombezug 34 ct/kWh Strombezug 32 ct/kWh Strombezug 30 ct/kWh Strombezug 28ct/kWh
1000 Euro/kW 16 - 62 % EV 17 - 65 % EV 1 8 - 68 % EV 19 - 72 % EV
1200 Euro/kW 15 - 70 % EV 16 - 73 % EV 17- 77 % EV 18 - 81 % EV
1400 Euro/kW 14 - 78 % EV 15 - 82 % EV 16 - 86 % EV 17 - 90 % EV
1600 Euro/kW 13 - 86 % EV 14 - 90 % EV 15 - 90 % EV 15 - 90 % EV

Ist dein Eigenverbrauch in dem Bereich der Werte aus der Tabelle dann rentiert es sich nach den sechs Jahren in den Kleinunternehmerstatus zu wechseln. Dahingegen solltest du in der Regelbesteuerung bleiben, wein dein Eigenverbrauch unter dem Minimum der Tabelle liegt.

Darüber hinaus macht es Sinn von Anfang an die Kleinunternehmerregelung zu wählen, wenn du mehr Solarenergie verbrauchst als in der Tabelle genannt.

Wie wird die Umsatzsteuer berechnet?

Die Umsatzsteuer für Strom ist generell immer gleich hoch und beträgt 19 Prozent. Im Zeitraum von Juli bis Dezember 2020 wurde der Satz auf 16 Prozent gesenkt. Die Einspeisevergütung ist ein Nettobetrag, dementsprechend stellst du die Umsatzsteuer bei deinem Netzbetreiber in Rechnung.

Dafür musst du am 31. Dezember den Zählerstand des Einspeisezählers ablesen und an deinen Netzbetreiber übermitteln. Das musst du bis Ende Februar erledigen. Mit diesen Werten wird eine Endabrechnung erstellt.

Die Umsatzsteuer kannst du mit den Werten der Endabrechnung erstellen. Danach schickst du eine Rechnung zu deinem Netzbetreiber. Achtung: diese Zahlen musst du auch in deiner Umsatzsteuererklärung angeben.

Mit den dort gelisteten Erlösen kannst du die Umsatzsteuer berechnen und danach eine Abrechnung über diese deinem Netzbetreiber zurückschicken. Darüber hinaus gibst du genau diese Zahlen in deiner Umsatzsteuererklärung an.

Zusätzlich dazu kommt noch die Vorsteuer die du geltend machen kannst. Wichtig hierbei ist, ob der volle Steuersatz von 19 Prozent gezahlt werden muss, oder der ermäßigte von 7 Prozent.

Bei der Umsatzsteuer auf Eigenbedarf von kleinen Anlagen bis 10 kWh reichen zwei Werte pro Jahr. Zum einen die abgegebene Energie ins Stromnetz über den Einspeisezähler. Zum anderen die in Summe erzeugte Strommenge über den Wechselrichter.

Die Differenz aus den beiden Werten ist dein Eigenverbrauch, auf welche du die 19 Prozent anrechnen kannst. Bei an einer Photovoltaikanlage die über 30 kWh Leistung hat muss einen weiteren Zähler einbauen, der den kompletten Solarstrom misst. Ein Beispiel:

  • Du hast einen Eigenverbrauch von 600 Kilowatt zwischen Januar und Juni 2020 und einen Reststrombezug von 1.300 kWh zu einem Preis von 390 Euro.
  • Den Brutto-Preis je Kilowattstunde berechnest du in dem du die 390 Euro durch die 1.300 Kilowattstunden teilst. Daraus ergibt sich 30 Cent/kWh.
  • Mit diesem Wert wird dann der Netto-Preis berechnet. Das heißt du teilst die 30 Cent/kWh durch 1,19 und erhältst einen Wert von 25,21 Cent/kWh.
  • Für den Eigenverbrauchwert multiplizierst du die 600 kWh mit 25,21 Cent/kWh.
  • Du kommst so auf einen Eigenverbrauch von 151,26 Euro.
  • Auf diese rechnest du die Umsatzsteuer mit 0,19 und erhältst eine Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch von 28,74 Euro.

Den Wert einer Kilowattstunde entnimmst du dem Netto-Strompreis deines Energieversorgers. Diese kannst du meist in deiner Stromrechnung entnehmen. Wenn du diese noch nicht hast, musst du deinen Brutto-Strompreis durch den Grund- und Arbeitspreis berechnen.

Danach werden die 19 Prozent der Mehrwertsteuer von dem anzulegenden Preis abgezogen und mit dem Netto-Preis deines Eigenverbrauchs verrechnet. Auf diesen Betrag wird die 19 Prozent Umsatzsteuer wieder draufgerechnet.

Wie führst du die Steuer ab?

Du musst einmal im Jahr eine Steuererklärung abgeben. Diese erfolgt bis zum 31. Juli des Folgejahres. In der Einkommensteuererklärung gibst du deine gesamten Einkünfte an. Durch die Photovoltaikanlage kommen noch unternehmerische Einkünfte hinzu. Dies wird in der Anlage G festgehalten.

Dort musst du deine Betriebsausgaben, den Wertverlust, den Absatz aus dem Stromgeschäft und deinen selbst verbrauchten Strom angeben. Zudem musst du eine Gewinnermittlung durchführen. Jedoch bietet sich bei kleine PV-Anlagen die Einnahme-Überschuss-Rechnung an.

Die Formulare dazu findest du im Elster-Portal. Die Abschreibung der Anlage beträgt 20 Jahre, diesen Wert musst du als AfA für jedes weitere Jahr eintrafen.

Bei der Kleinunternehmerregelung musst du zusätzlich eine Umsatzsteuererklärung machen. In den ersten zwei Jahren ist eine monatliche Vorsteueranmeldung nötig.(12)

Dort trägst du Monat für Monat ein, welche Mehrwertsteuer du zum Betreiben der Anlage zahlen musstest. Du kannst dir allerdings auch Hilfe bei deiner Steuererklärung holen, zum Beispiel von einem Steuerberater.

Fazit

Bei der Steuer bei Photovoltaikanlagen ist einiges zu beachten. Ob du Umsatzsteuer zahlen musst oder nicht, hängt auch zum Teil davon ab, wie viel Umsatz du machst. Zum anderen Teil, ob du den Strom nur rein privat verbrauchst. Im Regelfall lohnt sich die Regelbesteuerung bevor du dann im sechsten Jahr zum Status des Kleinunternehmers wechseln kannst.

Bei der Regelbesteuerung wird die Vorsteuer auf die Anschaffungskosten erstattet. Ob und wann sich die Kleinunternehmerregel für die lohnt, musst du tatsächlich selbst durchrechnen. Trotzdem gilt, dass Photovoltaikanlagen sehr rentabel sind und der Umwelt helfen können.

Bildquelle: Tyler Franta / 123rf

Einzelnachweise (12)

1. verbraucherzentrale.de: Photovoltaik: Was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist, 12.04.2021
Quelle

2. solarwatt.de: Steuern bei privat betriebenen Solaranlagen
Quelle

3. wegatech.de: Steuererklärung einer Photovoltaikanlage - Das müssen Sie beachten
Quelle

4. steuern.de: Photovoltaik und Steuer: Das sollten Sie beim Betrieb einer PV-Anlage beachten, 27.04.2021
Quelle

5. next-kraftwerke.de: Was ist die Martkprämie?
Quelle

6. bundesnetzagentur.de: Mieterstromzuschlag
Quelle

7. e-wie-einfach.de: Was ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)?
Quelle

8. photovoltaik4all.de: Ab wann muss eine EEG Umlage gezahlt werden? 11.01.2021
Quelle

9. pv-magazine.de: Was sich 2020 für Photovoltaik-Betreiber steuerlich ändert, 03.03.2020, Thomas Seltmann
Quelle

10. shine.eco: Umsatzsteuer und Solaranlagen, 17.12.2018, Jan Butzner
Quelle

11. finanztip.de: Diese Steuern zahlst Du auf Deinen eigenen Sonnenstrom. 05.04.2021, Ines Rutschmann
Quelle

12. sonnen.de: Eigenverbrauch, Umsatzsteuer, Ertragssteuer – die steuerliche Behandlung einer Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher. 15.12.2017, Dipl.-Kfm. Michael Vogtmann
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

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