private-krankenversicherung-kinder
Zuletzt aktualisiert: 19. Juni 2021

Bei der Frage, ob ein Kind privat krankenversichert werden kann, ist ausschlaggebend, welcher Krankenversicherung die Eltern angehören. In der Regel wird dir die Entscheidung schon abgenommen. Denn sind beide Elternteile, entweder gesetzlich oder privat krankenversichert, wird auch dein Kind dementsprechend nur gesetzlich oder privat krankenversichert.

Liegt eine gesetzliche Krankenversicherung vor, suchst du dir eine der beiden GKV aus und meldest dein Kind zur beitragsfreien Familienversicherung an. Bei der PKV kannst du dich für einen der beiden oder auch einen ganz anderen Anbieter entscheiden.

Das kann in manchen Fällen sogar attraktiver als der eigene Anbieter sein. Andere Vorteile und wichtige Informationen rund um das Thema private Krankenversicherung für Kinder möchten wir dir in diesem Artikel vorstellen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Sollte nur ein Elternteil privat versichert sein, orientierst du dich an der Versicherungsart des Hauptverdieners und am Einkommen beider Elternteile.
  • Hast du dich für eine private Krankenversicherung für dein Kind entschieden, bekommt es denselben Leistungsumfang wie ein Erwachsener.
  • Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung kannst du dein Kind bei der privaten Krankenversicherung nicht kostenlos familienversichern.

Private Krankenversicherung für Kinder: Was du wissen solltest

In diesem Teil möchten wir uns genauer damit beschäftigen, welche Tarife es für Kinder bei einer PKV gibt und ob immer eine Gesundheitsprüfung vorgenommen wird. Des Weiteren möchten wir klären, wer bei einer Trennung die Zahlungen übernimmt und ob eine PKV für Kinder steuerlich absetzbar ist.

Wer muss sein Kind privat krankenversichern?

Wie schon erwähnt, musst du dein Kind privat krankenversichern, wenn beide Elternteile privat versichert sind. Sollte aber nur ein Elternteil eine private Krankenversicherung haben und du möchtest dein Kind privat versichern, greift das Sozialgesetzbuch mit folgenden Bedingungen:

  • Eltern sind verheiratet oder Lebenspartner und
  • das Einkommen der privat versicherten Person ist höher und
  • das monatliche Gesamteinkommen der privat versicherten Person übersteigt ein Zwölftel der Jahresarbeitsentgeltgrenze

Erfüllst du diese Bedingungen, ist eine gesetzliche Krankenversicherung ausgeschlossen und du musst dein Kind privat krankenversichern. Bedenke immer, dass eine private Krankenversicherung teurer ist, da du für jedes Kind einen Beitrag zahlen musst. Die gesetzliche Krankenversicherung bietet dir eine kostenlose Familienversicherung.

Du kannst auch prüfen, ob für dein Kind eine freiwillige Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenversicherung in Frage kommt. Hier solltest du dir genau die Tarife und den Leistungsumfang anschauen.

Sollten sich Einkommensverhältnisse ändern, ist es - je nach Entwicklung - möglich, dass dein Kind kostenfrei familienversichert werden kann oder eben nur noch privat krankenversichert werden muss.

Sollte dein Kind gesetzlich krankenversichert sein, kannst du natürlich immer auch eine private Krankenzusatzversicherung abschließen (1).

Welche PKV-Tarife gibt es für Kinder und Jugendliche?

Die gute Nachricht für dich ist, dass die Versicherungsprämien für Kinder und Jugendliche viel niedriger sind als die für Erwachsene. Was natürlich daran liegt, dass Kinder meist nur ihre Vorsorgetermine wahrnehmen und in der Regel keinen Facharzt benötigen. Daher solltest du mit einem Beitrag ab etwa 100 Euro im Monat rechnen.

private-krankenversicherung-kinder

Lass dir beim Vergleichen der Angebote keinen Zeitdruck vom Anbieter machen. (Bildquelle: Scott Graham / Unsplash)

Der Beitrag bestimmt den Leistungsumfang und du solltest dir genau anschauen, was er beinhaltet. Leider ist gerade in diesem Versicherungsbereich das Angebot groß und ein Preis-Leistungsvergleich kann aufwendig sein.

Nach der Geburt deines Kindes hast du 2 Monate Zeit für die Anmeldung bei deiner privaten Krankenversicherung. Die PKV muss, aufgrund des sogenannten Kontrahierungszwangs (Annahmezwang), dein Kind ohne Gesundheitsprüfung anmelden (2).

Welche Gesundheitsprüfung gibt es bei der PKV für Kinder?

Solltest du dein Kind bis zu 2 Monate nach der Geburt bei deinem PKV-Anbieter anmelden, entfällt die Gesundheitsprüfung. Ansonsten gilt auch für Kinder, dass sich der Beitrag nach Gesundheitszustand, Alter und Leistungsumfang richtet. Wenn beide Elternteile in der GKV sind und ihr Kind privat krankenversichern möchten, kommt es auch hier zu einer Gesundheitsprüfung.

Falschangaben können gravierende Konsequenzen haben.

Auch bei Tarifwechsel innerhalb der PKV musst du Fragen zu der Gesundheit deines Kindes beantworten. Anhand der Antworten schätzt das Versicherungsunternehmen das Krankheitsrisiko ein.

Sollte ein zu hohes Risiko vom Versicherer festgestellt werden, kann es auch zur Ablehnung der Anmeldung kommen. Die Fragen unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter.

Befürchtest du eventuell Risikozuschläge zahlen zu müssen, kannst du auch einen Probeantrag stellen. Durch den Vermerk "Probe" auf den Antrag bist du nicht verpflichtet die Antragszusage anzunehmen, erfährst aber trotzdem, wie hoch dein Beitrag ausfallen würde.

Wie hoch ist der Zuschuss zur PKV deiner Kinder?

Als Angestellter in der privaten Krankenversicherung erhältst du von deinem Arbeitgeber einen gesetzlich festgelegten Zuschuss. Diesen kannst du auch für den Beitrag deines Kindes anwenden. Die Höhe des Arbeitgeberzuschusses liegt bei maximal der Hälfte des Beitrags.

Beiträge der Kinder zur PKV sind zuschussberechtigt.

Aber auch hier gibt es eine Obergrenze, die sich an den Höchstbeitrag des Arbeitgebers für die gesetzliche Krankenversicherung richtet. Beträge, die darüber hinausgehen, musst du selbst übernehmen.

Als Beamter erhältst du auch einen Zuschuss zu deinen Krankenkassen-Beiträgen. Die sogenannte Beihilfe gilt auch für die Krankenversicherungskosten deines Kindes.

Ob Angestellter oder Beamter, möchtest du die Beiträge für dein Kind sehr niedrig halten, lohnt es sich über einen Selbstbehalt nachzudenken (3).

Wer zahlt die PKV für Kinder bei Trennung?

Nach einer Scheidung wird dein Kind in der Regel so versichert, wie der Elternteil, bei dem es lebt. Davon unabhängig dürfen Kinder aber auch anders versichert werden, also entweder gesetzlich oder privat. Die Kosten für eine private Krankenversicherung gehören zum Kindesunterhalt. Dabei wird zur Berechnung der PKV-Beiträge der zugesprochene Kindesunterhalt berücksichtigt.

private-krankenversicherung-kinder

Das unterhaltspflichtige Elternteil ist gesetzlich gebunden, die Kosten für die Krankenversicherung des Kindes zu übernehmen. (Bildquelle: Nathan Dumlao / Unsplash)

Wenn bei einer Scheidung beide Elternteile privat versichert sind, ändert sich beim Versicherungsstatus der Kinder überhaupt nichts beziehungsweise wenig. Denn jedes Kind hat in der privaten Krankenversicherung einen eigenen Vertrag. Es können höchstens Zuschüsse wegfallen (4).

Wie ist die Altersgrenze für Kinder bei der PKV?

Kinder können bis zum 18. Lebensjahr von vergünstigten Tarifen bei der PKV profitieren. Diese bekommen sie meist, wenn du sie bei deinem eigenen Anbieter anmeldest. Bei Kindern in der Ausbildung gilt der Status teilweise bis zum 27. Lebensjahr.

Wenn du als Elternteil einen Beihilfeanspruch hast, gilt dieser, solange wie dein Kindergeldanspruch läuft. Das heißt, bis 18 Jahre beziehungsweise bis 25 Jahre, wenn dein Kind in der Ausbildung ist.

Sobald dein Kind eine vergütete Berufsausbildung beginnt, muss es in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Allerdings können privat versicherte Studenten und Fachschüler auf Wunsch weiter privat krankenversichert bleiben.

Beachten solltest du, dass die privaten Krankenversicherungen sogenannte Altersprunggrenzen festlegen. Je nach Anbieter kann es ab dem 4., 7. oder 13. Lebensjahr zu Beitragserhöhungen kommen. Hier lohnt es sich genau zu prüfen, ob ein Tarifwechsel sinnvoll ist (5).

Wie ist die PKV für Kinder von Beamten?

Als Beamter bist du von der Versicherungspflicht befreit. Und meist wählen Beamte eine private Krankenversicherung. Wenn also beide Elternteile privat versichert sind, ist auch dein Kind privat krankenversichert. Ein großer Vorteil bei der PKV für Beamte ist die Beihilfe des Dienstherrn. Diese beträgt in der Regel weit mehr als 50 Prozent und gilt auch für Kinder.

Somit sind deine eigentlichen Versicherungskosten sehr gering. In manchen Bundesländern erhöht sich der Beihilfeanspruch für das zweite Kind auf 70 Prozent. Die Kosten für Kinder in der PKV liegen in der Regel also meist nur bei 30 - 45 Euro. Um den Beihilfeanspruch für dein Kind zu erhalten, musst du die Kinderzulage bekommen (6).

private-krankenversicherung-kinder

Die Vorteile für privat versicherte Kinder von Beamten sind umfangreich. (Bildquelle: CDC / Unsplash)

Oftmals beinhaltet die private Krankenversicherung für Kinder von Beamten ein besseres Leistungsangebot. So kannst du zum Beispiel Heilpraktiker oder auch kieferorthopädische Behandlungen mitversichern. Ein weiteres Plus ist der Auslandsversicherungsschutz, den du im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung nicht zusätzlich abschließen musst.

Fazit

Wie du siehst, gibt es bei der privaten Krankenversicherung für Kinder einiges zu beachten. Neben den relativ hohen Beiträgen solltest du aber auch die Vorteile zum Leistungsumfang beachten. Als Arbeitnehmer bekommst du in Form von Zuschüssen Unterstützung bei den Kosten. Und als Beamter hast du durch den Beihilfeanspruch nur sehr geringe Beitragskosten.

Du hast auch die Möglichkeit die Beiträge zur privaten Krankenversicherung deiner Kinder als Sonderausgaben steuerlich abzusetzen, wenn Anspruch auf Kindergeld besteht. Letztlich solltest du bei der Entscheidung, dein Kind bei einer privaten Krankenversicherung anzumelden, alle Angebote gut prüfen.

Da es eine Vielzahl von verschiedenen Tarifen und Leistungsumfängen gibt, findest du bei genauerem Hinsehen sicherlich die für dein Kind passende private Krankenversicherung.

Bildquelle: : tomertu / 123rf

Einzelnachweise (6)

1. Gesetze-im-Internet: Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) - Gesetzliche Krankenversicherung
Quelle

2. Verbraucherzentrale.de: Private Krankenversicherung: Keineswegs für jedermann sinnvoll
Quelle

3. Haufe.de: Praxis-Beispiele: Private Krankenversicherung / 3 Beitragszuschuss, Berücksichtigung Beiträge Angehöriger
Quelle

4. Familienrecht-Allgaeu.de: Kindesunterhalt - Der Bedarf an Krankenvorsorge die Kinder
Quelle

5. Anwalt.org: Kind von Privat­krankenkasse (PKV) in gesetzliche Krankenkasse (GKV) wechseln, 29. April 2021
Quelle

6. Info-Beihilfe.de: Was zahlt mir mein Dienstherr zur PKV hinzu?
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) - Gesetzliche Krankenversicherung
Gesetze-im-Internet: Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) - Gesetzliche Krankenversicherung
Gehe zur Quelle
Private Krankenversicherung: Keineswegs für jedermann sinnvoll
Verbraucherzentrale.de: Private Krankenversicherung: Keineswegs für jedermann sinnvoll
Gehe zur Quelle
Praxis-Beispiele: Private Krankenversicherung / 3 Beitragszuschuss, Berücksichtigung Beiträge Angehöriger
Haufe.de: Praxis-Beispiele: Private Krankenversicherung / 3 Beitragszuschuss, Berücksichtigung Beiträge Angehöriger
Gehe zur Quelle
Kindesunterhalt - Der Bedarf an Krankenvorsorge die Kinder
Familienrecht-Allgaeu.de: Kindesunterhalt - Der Bedarf an Krankenvorsorge die Kinder
Gehe zur Quelle
Kind von Privat­krankenkasse (PKV) in gesetzliche Krankenkasse (GKV) wechseln
Anwalt.org: Kind von Privat­krankenkasse (PKV) in gesetzliche Krankenkasse (GKV) wechseln, 29. April 2021
Gehe zur Quelle
Was zahlt mir mein Dienstherr zur PKV hinzu?
Info-Beihilfe.de: Was zahlt mir mein Dienstherr zur PKV hinzu?
Gehe zur Quelle
Testberichte