private oder gesetzliche Krankenversicherung
Zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2021

In Deutschland gibt es unzählige Versicherungen, um bei bestimmten Vorfällen oder Ereignissen abgesichert zu sein. Sie sollen vor wirtschaftlichen Risiken schützen. Allerdings ist es schwierig, inmitten der verschiedenen Versicherungen, den Überblick zu behalten. Einige sind verpflichtend andere wiederum sind freiwillig abzuschließen.

Auch die Vielfalt der Krankenversicherungen kann für Unklarheiten sorgen. Allein die Unterteilung in private und gesetzliche macht das System der Krankenversicherungen sehr komplex. Um Dir den Unterschied dieser beiden zu verdeutlichen haben wir Dir diesen Artikel verfasst. Damit wollen wir Dir helfen einen besseren Überblick zu den Krankenversicherungen zu erhalten und die Passende zu finden.




Das Wichtigste in Kürze

  • Die private Versicherung ist besonders für Personen mit einem sicheren Einkommen geeignet. Das trifft meist auf Beamte, Selbstständige und Gutverdiener zu. Die gesetzliche Krankenversicherung dagegen nimmt jeden auf. Unterschieden wird zwischen Pflichtversicherung, freiwilliger Versicherung und Familienversicherung.
  • Die Leistungen der PKV sind häufig umfangreicher und können an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Allerdings können Leistungen hier nicht an den medizinischen Fortschritt angepasst werden.
  • Der Wechsel von der gesetzlichen zur privaten Krankenversicherung ist in vielen Fällen möglich, sofern die Versicherungspflichtgrenze überschritten ist. Umgekehrt ist ein Wechsel nur selten möglich.

Definition: Was ist eine Krankenversicherung?

Eine Krankenversicherung ist ein System der gesundheitlichen Absicherung. In Deutschland gibt es sogar gleich zwei davon. Es lassen sich die private und die gesetzliche Krankenversicherung unterscheiden.

Sie sollen den Versicherten bei Krankheit einen finanziellen Rückhalt  geben. So werden bei einer medizinischen Behandlung Anteile oder auch die vollen Beträge von der Versicherung gezahlt.

Hintergründe: Was du über die private und gesetzliche Krankenversicherung wissen solltest

Es gibt einiges, was Du über die private sowie die gesetzliche Krankenversicherung wissen solltest. Nur so wird es Dir möglich sein herauszufinden, welche der beiden Versicherungen für Dich geeignet ist. Daher haben wir Dir in den folgenden Abschnitten einige wichtige Fragen beantwortet.

Wie unterscheiden sich die private und gesetzliche Krankenversicherung?

Ein grundsätzlicher Unterschied der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung sind die Aufnahmevoraussetzungen. Die Private nimmt nur Personen auf, die nicht versicherungspflichtig sind. Das sind Beamte, Selbstständige sowie Arbeitnehmer die ein Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze von 62 550 € jährlich haben.

Beamte und Selbstständige können sich allerdings auch unabhängig vom Einkommen privat versichern. Die gesetzliche Krankenversicherung dagegen nimmt jeden auf, unabhängig von jeglichen Voraussetzungen.

private oder gesetzliche Krankenversicherung

Die PKV und GKV unterscheiden sich in einigen Merkmalen. Eines davon sind die Voraussetzungen für die Aufnahme. So spielt die Höhe des Einkommens eine wichtige Rolle. Um beispielsweise in die PKV aufgenommen zu werden, musst Du über der Versicherungspflichtgrenze liegen. Auch die Höhe der Beiträge unterscheidet sich. (Bildquelle: Marian Vejcik/ 123rf)

Ebenfalls ein Unterschied ist die Höhe des Beitrags. Bei der privaten Versicherung ist der Beitrag abhängig von der Gesundheit und des Alters des zu Versichernden. Bei der gesetzlichen hingegen ist lediglich die Höhe des Einkommens relevant.

Wesentliche Unterschiede lassen sich allerdings auch in den Leistungen finden. So hast Du bei einer privaten Krankenversicherung in den meisten Fällen individuell zusammengestellte Bedürfnisse. Bei der Gesetzlichen gibt es dagegen gewisse Vorgaben, die für die Gesamtheit gelten.

Für wen eignet sich die private Krankenversicherung?

Die private Versicherung eignet sich nur für Personen, bei denen die Versicherungspflicht entfällt. Normale Arbeitnehmer müssen dafür ein jährliches Entgelt über der Versicherungspflichtgrenze vorweisen. Diese Grenze liegt bei 62 550 €. Als Beamter oder auch Selbstständiger hast Du ebenfalls keine Versicherungspflicht und kannst Dich somit privat versichern. Hier bist Du allerdings unabhängig von Deiner Einkommenshöhe (1).

Zudem solltest Du Dir sicher sein, ob es für Dich möglich ist, steigende Beträge zu zahlen. Mit zunehmendem Alter sowie verschlechterten Gesundheitszustand steigen auch die Versicherungsbeiträge. Somit ist es wichtig finanziell stabil aufgestellt zu sein (2).

Für wen eignet sich die gesetzliche Krankenversicherung?

Die gesetzliche Krankenversicherung eignet sich für Rentner, Auszubildende, Arbeitnehmer sowie freiwillig Versicherte. Dabei gibt es drei verschiedene Möglichkeiten sich innerhalb der gesetzlichen zu versichern. Diese sind die Pflichtmitgliedschaft, die freiwillige Mitgliedschaft und die Familienversicherung.

Die GKV ist besonders für Rentner, Auszubildende und Arbeitnehmer geeignet.

Eine Pflichtmitgliedschaft haben Personen mit einem Beschäftigungsverhältnis, welches eine Versicherungspflicht beinhaltet. Aber auch Arbeitslose haben eine Versicherungspflicht. Wird Arbeitslosengeld oder auch Arbeitslosengeld 2 bezogen, besteht eine Pflicht sich gesetzlich zu versichern.

Die freiwillige Mitgliedschaft betrifft meist Personen, die zuvor eine Pflichtmitgliedschaft oder auch Familienversicherung hatten. Bei der Familienversicherung sind Kinder sowie Ehepartner eines Mitgliedes beitragsfrei mitversichert. Allerdings darf hier eine gewisse Einkommensgrenze nicht überschritten werden (3).

Welche Leistungen übernehmen PKV und GKV?

Innerhalb der Leistungen gibt es einige wesentliche Unterschiede zwischen der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung. Allerdings ist ein direkter Vergleich schwierig, da es in der privaten Versicherung keinen festen Tarif gibt.

Hier hast Du die Wahl verschiedener Leistungen für die individuellen Bedürfnisse. Um Dir aber trotzdem einen Überblick zur Leistungsübernahme zu geben, haben wir die in der folgenden Tabelle einige zusammengestellt.

Leistung PKV GKV
ambulante Leistungen Versicherte haben eine freie Arztwahl. Auch Ärzte ohne kassenärztliche Zulassung sind möglich. Leistungen von Heilpraktikern sind ebenfalls möglich. Nötige Arzneimittel werden komplett erstattet. Meist sogar umfangreichere Mittel. Bei medizinischer Notwendigkeit werden Brillen und Kontaktlinsen ebenfalls erstattet. Versicherte haben nur eine Auswahl zwischen Ärzten mit kassenärztlicher Zulassung. Heilpraktikerleistungen sind hier nicht enthalten. Benötigte Arzneimittel werden nur zu gewissen Anteilen erstattet. Nur wenn die Beeinträchtigung des Sehvermögens sehr schwer ist, werden Kosten für Kontaktlinsen und Brillen erstattet.
stationäre Leitungen Bei der Auswahl des Krankenhauses haben Versicherte freie Wahl. Dabei haben sie sogar Anspruch auf Behandlung des Chefarztes. Je nach Tarif hast Du hier Ein- oder Zweibettzimmer. Außerdem sind keine Zuzahlungen für den Aufenthalt nötig. Versicherte müssen hier in das nächstgelegene freie Krankenhaus. Dort werden sie von dem diensthabenden Arzt behandelt. Den Aufenthalt verbringst Du dabei in einem Mehrbettzimmer. Für bis zu 28 Tage werden dafür Zuzahlungen von 10 € nötig.
dentale Leistungen Für einen Zahnersatz werden je nach Tarif bis zu 90 % erstattet. Nötige Behandlungen oder Materialien werden bezuschusst. Die Regelversorgung wird mit einem festgesetzten Prozentsatz bezuschusst. Das sind in den meisten Fällen 50 %. Diese können bei langfristigen Vorsorgen auf bis zu 65 % steigen.
Krankengeld Bei Krankheit wird ohne eine zeitliche Begrenzung das volle Nettogehalt gezahlt. Das Gehalt wird bei Krankheit höchstens 72 Wochen gezahlt. Allerdings erhält man nach der 7. Woche nur noch 70 % des Lohns. Davon müssen zudem die Versicherungsbeiträge noch abgezogen werden.
Auslandskrankenschutz Innerhalb Europas besteht ein uneingeschränkter Krankenschutz. Ist der Aufenthalt nur für begrenzte Zeit, gilt dieses sogar weltweit. Das beinhaltet auch Rücktransport sowie Arznei oder andere Hilfsmittel. Für Leistungen, die nicht abgedeckt werden, ist eine separate Auslandskrankenversicherung zu empfehlen. Der Krankenschutz besteht nur in Ländern, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen vorhanden ist. Kosten für Rücktransporte sind dabei nicht inbegriffen. Hier wird Versicherten der Abschluss einer zusätzlichen Auslandskrankenversicherung dringend empfohlen (4).

Es wird deutlich, dass Privatversicherte häufig Vorteile haben. Allerdings machen diese sich in den meisten Fällen auch in höheren Beiträgen bemerkbar. Die gesetzliche Krankenversicherung ist oftmals günstiger und die enthaltenen Leistungen für viele auch ausreichend.

Können sich die Leistungen der Versicherung ändern?

Bei der privaten Krankenversicherung kannst Du die Leistungen jederzeit an Deine Bedürfnisse anpassen. Es besteht ein Tarifwechselrecht, welches besagt, dass eine Änderung des Tarifs bei Bedarf möglich ist.

Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn der Versicherte zusätzliche Leistungen benötigt, da sich sein gesundheitlicher Zustand geändert hat. Aber auch finanzielle Engpässe können zu einer Veränderung der Leistungen führen. In einem solchen Fall wird der Versicherte auf weniger wichtige Leistungen verzichten.

Bei der gesetzlichen Krankenkasse hingegen, können sich die Leistungen immer wieder ändern. Hier haben alle Versicherten die gleichen Leistungen, welche von Reformen des Gesundheitssystems bestimmt werden. Dadurch können Leistungen erweitert oder auch eingeschränkt werden. Vorteil dessen ist, dass die GKV sich so an medizinische Veränderungen anpassen kann.

Diese Anpassung ist in dieser Form bei der PKV nicht möglich. Leistungen, die vertraglich festgehalten sind, können nicht so einfach erweitert oder gekürzt werden. Eine Änderung ist in der Privatversicherung also nur durch Wechsel des Tarifs möglich.

Wann ist ein Wechsel von privater und gesetzlicher Krankenversicherung sinnvoll?

Hier gibt es verschieden Möglichkeiten des Wechsels. Zum einen stellt sich die Frage, ob im Bereich der privaten sowie der gesetzlichen Krankenversicherung der Anbieter gewechselt werden kann. Ebenso gilt es zu klären, ob ein Wechsel von einer privaten zu einer gesetzlichen sinnvoll ist oder auch von einer gesetzlichen zu einer privaten Krankenversicherung.

  • Wechsel der GKV: Ein Wechsel innerhalb der gesetzlichen Versicherungen ist grundsätzlich möglich. Hier solltest Du Dich über die verschiedenen Krankenkassen informieren. Finde heraus, welche Tarife, Leistungen und Bonusprogramme angeboten werden. Ebenso die Höhe des Zusatzbeitrags kann relevant sein. Anhand dieser Vergleiche kannst Du feststellen, welche Krankenkasse Deine Bedürfnisse am besten abdeckt. Ein Wechsel macht also nur Sinn, wenn Du in der jetzigen Krankenversicherung unzufrieden bist und es eine wesentlich bessere Möglichkeit gibt (5).
  • Wechsel der PKV: Im Bereich der privaten Krankenversicherung ist es schwierig den Anbieter zu wechseln. Die Versicherung bildet Rücklagen, die verloren gehen würden und bei einem Wechsel müsste eine erneute Gesundheitsprüfung durchgeführt werden. Häufiger Grund, der den Wunsch eines Wechsels auslöst, sind steigende Beiträge. Informiere Dich vor einem Wechsel unbedingt, was für die steigenden Beiträge verantwortlich ist. Häufig kann es schon helfen den Tarif in der eigenen Krankenversicherung zu wechseln.
  • Wechsel von einer PKV zur GKV: Von einer PKV in die GKV zu wechseln ist nur selten möglich. Wer also einmal privat versichert ist, hat kaum Möglichkeiten. Eine der Ausnahmen ist das Angestelltenverhältnis. Bist Du Angestellter und Dein Einkommen liegt unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 64.350 €, dann könntest Du einen Wechsel in die GKV vollziehen. Solltest Du selbstständig sein, müsstest Du diesen Hauptjob in ein Angestelltenverhältnis umwandeln. Ab dem Alter von 55 Jahren ist ein Wechsel nur durch den Ehepartner in die Familienversicherung möglich (6).
  • Wechsel von einer GKV zur PKV: Von der GKV in die PKV zu wechseln ist grundsätzlich möglich und kann in einigen Fällen sogar sinnvoll sein. Aber auch hier müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Arbeitnehmer, deren jährliches Einkommen die Versicherungspflichtgrenze übersteigt, erfüllen eine solche Voraussetzung. Selbständige haben bei einem Wechsel in der Regel keine Probleme, da sie keine Versicherungspflicht in der GKV haben. Allerdings ist ein Wechsel nur sinnvoll, wenn Du Dir sicher bist auch steigende Beiträge zahlen zu können. Denn einmal in der PKV, ist es schwierig in die GKV zurückzukommen (7).

Kann man eine private und eine gesetzliche Krankenversicherung gleichzeitig haben?

Eine Doppelversicherung von einer privaten sowie einer gesetzlichen ist allgemein erlaubt. Allerdings musst Du bedenken, dass Du auch bei beiden Beiträge zahlen musst.

Ebenfalls die Leistungen dürfen nur von einer der Versicherungen in Anspruch genommen werden. Das bedeutet, vor jeder ärztlichen Behandlung musst Du entscheiden, ob das als Privatpatient oder gesetzlich Versicherter passieren soll.

Bei der PKV erhältst Du eine Rechnung, welche bei der Versicherung eingereicht werden muss. Fällt die Entscheidung auf die GKV, wird direkt mit der Krankenkasse abgerechnet, ohne dass Du zusätzlichen Aufwand hast.

private oder gesetzliche Krankenversicherung

Eine gleichzeitige Versicherung von privat sowie gesetzlich ist grundsätzlich möglich. Allerdings muss Dir bewusst sein, dass Du Beiträge für beide zahlen musst. Ebenfalls musst Du Dich bei einer ärztlichen Behandlung entscheiden, ob Du als Privatpatient oder gesetzlich Versicherter behandelt werden möchtest. (Bildquelle: Online Marketing/ Unsplash)

Sinnvoll kann hier die Umwandlung der privaten Krankenversicherung in eine Anwartschaftsversicherung sein. Fällt, aufgrund beruflicher Änderungen, Dein Gehalt unter die Versicherungspflichtgrenze, wirst Du versicherungspflichtig.

Durch die Anwartschaftsversicherung kannst Du Dein aktuelles Alter sowie Gesundheitszustand sichern. Entfällt die Versicherungspflicht zu einem späteren Zeitpunkt, kannst Du Dich wieder zu diesen Konditionen privat versichern. Die Kosten dafür belaufen sich auf einen geringen Teil normaler Tarifverträge.

Wird die private Kran­ken­ver­si­che­rung im Alter teurer?

Die private Krankenversicherung wird prinzipiell im Alter teurer. Allerdings werden in jungen Jahren der Versicherten Altersrückstellungen gebildet. Das bedeutet, es werden höhere Beiträge gezahlt, als zur Sicherung der Krankheitskosten nötig wäre. Diese Differenz legt die Krankenkasse dann als Altersrückstellung zurück.

Dadurch steigen die Beiträge in späteren Jahren weniger an. Dabei gilt, je länger Du in der Versicherung Mitglied bist, desto höher die Rückstellung. Denn Du zahlst einen längeren Zeitraum in diese ein (8).

Können Privatversicherte den Anbieter wechseln?

Als Mitglied der PKV ist es grundsätzlich schon möglich den Anbieter zu wechseln. Allerdings ist dieses meist wesentlich schwieriger als beispielsweise bei der GKV. Die Größte Hürde ist meist die Aufnahme, denn private Krankenversicherungen können Kunden auch ablehnen. Sie haben also die Möglichkeit sich Kunden auszusuchen. Erscheint ihnen das Krankheitsrisiko zu hoch, ist eine Ablehnung nicht ungewöhnlich.

Das Wechseln eines Anbieters in der PKV ist möglich aber nicht zu empfehlen.

Zudem wirst Du bei einem neuen Anbieter eine Gesundheitsprüfung durchführen müssen. Diese dient dazu das Krankheitsrisiko zu ermitteln. Ebenfalls relevant ist das Alter.

Je älter Du bei einem Wechsel bist, desto höher werden auch die Beiträge sein. Sollten also zu hohe Beiträge eines Anbieters der Grund für einen Wechsel sein, informiere Dich zuallererst über einen Tarifwechsel. Häufig kann das schon die Lösung des Problems sein.

Ebenfalls solltest Du beachten, dass bei einem Wechsel die Altersrückstellungen verloren gehen. Hast Du Dich 2009 oder später privat versichern lassen, stellt das kein Problem dar. In diesem Fall werden die Rückstellungen von dem neuen Anbieter übernommen. Ist der Versicherungsbeginn im Zeitraum vor 2009, sieht der Sachverhalt anders aus. In diesem Fall werden Altersrückstellungen nicht übernommen.

Auswahl der Krankenversicherung: Tipps für die richtige Krankenversicherung

Die passende Krankenversicherung zu finden ist manchmal gar nicht so einfach. Es gilt, zwischen privat sowie gesetzlich zu unterscheiden und sich bei den verschiedenen Anbietern zurechtzufinden. Häufig benötigt es einige Zeit sich da einen Überblick zu verschaffen. Daher haben wir im Folgenden einige Tipps aufgeführt, um Dir bei diesem Prozess zu helfen.

Durchrechnen, ob privat oder gesetzlich passend ist

Um die passende Krankenversicherung zu finden, sollte im ersten Schritt das jährliche Einkommen berechnet werden. Das dient dazu herauszufinden, ob Du Dich über oder unter der Versicherungspflichtgrenze befindest.

  • Die Versicherungspflichtgrenze liegt bei 62 550 €.
  • Ist Dein jährliches Einkommen unter dieser Grenze, hast Du eine Versicherungspflicht bei der GKV.
  • Liegst Du über der Versicherungspflichtgrenze, hast Du auch die Möglichkeit Mitglied bei der PKV zu werden.

Generell solltest Du als privat Versicherter immer ein sicheres Einkommen haben. Da die Beiträge mit dem Alter steigen wäre ein unregelmäßiges Einkommen ein finanzielles Risiko. Für Beamte und Selbstständige gilt diese Versicherungspflichtgrenze beispielsweise nicht. Diese können sich auch unabhängig von der Einkommenshöhe privat versichern.

Vergleich der Krankenversicherungen

Insbesondere bei der privaten Krankenversicherung kann ein Vergleich sinnvoll sein. Hier können die Anbieter unterschiedliche Leistungen und Tarife haben. Auch die Höhe der Beiträge kann unter den Anbietern variieren. Du solltest also wissen, was Du von einer Versicherung erwartest und dementsprechend wählen.

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung kann ein Vergleich der Anbieter auch nicht schaden, ist aber nicht so dringend nötig wie bei der PKV. Hier haben die verschiedenen Anbieter meist die gleichen Leistungen.

Durch Reformen des Gesundheitssystems werden die Leistungskataloge regelmäßig angepasst. Also erweitert oder auch gekürzt. Das geschieht bei allen Anbietern der GKV gleichermaßen. Die einzigen Unterschiede können bei Bonusprogrammen oder auch Zusatzbeiträgen auftreten.

Beratung zur Krankenversicherung

Um wirklich die richtige Entscheidung bei der Wahl der Krankenversicherung zu treffen, kann eine fachmännische Beratung helfen. Diese sollte möglichst neutral sein. Sie sollte Dir Vor- und Nachteile der PKV sowie der GKV aufzeigen und Informationen objektiv mit Dir teilen.

Ist Dir schon klar für welche der beiden Krankenversicherung Du Dich entscheidest, benötigst Du womöglich Hilfe bei der Auswahl des Anbieters. Besonders bei der privaten Versicherung kann es dann sinnvoll sein auf eine Beratung zurückzugreifen. Diese kann Dir passende Anbieter für Deine individuellen Bedürfnisse vorstellen. Auch eine Empfehlung kann ein solcher Berater aussprechen und bei der endgültigen Entscheidung behilflich sein.

Fazit

Bei der Suche nach der passenden Krankenversicherung gibt es einiges zu beachten. Doch wenn Du Dich genau mit der Thematik befasst, wirst Du schnell merken, dass vieles gar nicht so kompliziert ist, wie es zu Beginn erscheint. Zuallererst gilt es, sich Grundwissen zu der privaten sowie der gesetzlichen Krankenkasse zu schaffen. Häufig erkennst Du da schon eine Tendenz, welche der Beiden für Dich geeignet sein wird.

Bist Du Dir trotzdem noch unsicher, ist es sinnvoll das jährliche Einkommen zu berechnen. So findest Du heraus, ob Du über der Versicherungspflichtgrenze oder darunter liegst. Zusätzlich können Vergleiche sowie eine fachmännische Beratung bei der Entscheidung unterstützen.

Grundsätzlich gilt, beide Krankenversicherungen haben ihre Vor- und Nachteile. Bei der privaten hast Du beispielsweise häufig bessere Leistungen, allerdings spielt hier das finanzielle Risiko eine Rolle. Die GKV hingegen ist finanziell wesentlich sicherer und die Leistungen sind für die meisten Personen vollkommen ausreichend.

Bildquelle: Alexander Korzh/ 123rf

Einzelnachweise (8)

1. Bolkart, J., in statista, Versichertenstruktur in der privaten Krankenversicherung (PKV) in Deutschland nach sozialer Stellung im Jahr 2017, Abgerufen am 13.04.21.
Quelle

2. Rieder, J., Krempel, A., Finanztip: Wer sich privat versichern sollte – und wer besser nicht, Abgerufen am 11.04.21.
Quelle

3. Bundesministerium für Gesundheit, Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung, Abgerufen am 12.04.21.
Quelle

4. Dr. Klein, Vergleich: gesetzliche und private Krankenversicherung, Abgerufen am 10.04.21.
Quelle

5. Bundesministerium für Gesundheit, Wahl und Wechsel der Krankenkasse, Abgerufen am 12.04.21.
Quelle

6. Bolkart, J., in statista, Wechsel zwischen privater (PKV) und gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) in Deutschland in den Jahren 1970 bis 2018, Abgerufen am 13.04.21.
Quelle

7. wissen-PKV.de, Wann kann man als gesetzlich Versicherter in die private Krankenversicherung wechseln, Abgerufen am 12.04.21.
Quelle

8. Bundesministerium für Gesundheit, Private Krankenversicherung (PKV), Abgerufen am 12.04.21.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Versichertenstruktur in der privaten Krankenversicherung (PKV) in Deutschland nach sozialer Stellung im Jahr 2017
Bolkart, J., in statista, Versichertenstruktur in der privaten Krankenversicherung (PKV) in Deutschland nach sozialer Stellung im Jahr 2017, Abgerufen am 13.04.21.
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Wer sich privat versichern sollte – und wer besser nicht
Rieder, J., Krempel, A., Finanztip: Wer sich privat versichern sollte – und wer besser nicht, Abgerufen am 11.04.21.
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Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung
Bundesministerium für Gesundheit, Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung, Abgerufen am 12.04.21.
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Vergleich: gesetzliche und private Krankenversicherung
Dr. Klein, Vergleich: gesetzliche und private Krankenversicherung, Abgerufen am 10.04.21.
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Wahl und Wechsel der Krankenkasse
Bundesministerium für Gesundheit, Wahl und Wechsel der Krankenkasse, Abgerufen am 12.04.21.
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Wechsel zwischen privater (PKV) und gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) in Deutschland in den Jahren 1970 bis 2018
Bolkart, J., in statista, Wechsel zwischen privater (PKV) und gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) in Deutschland in den Jahren 1970 bis 2018, Abgerufen am 13.04.21.
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Wann kann man als gesetzlich Versicherter in die private Krankenversicherung wechseln?
wissen-PKV.de, Wann kann man als gesetzlich Versicherter in die private Krankenversicherung wechseln, Abgerufen am 12.04.21.
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Private Krankenversicherung (PKV)
Bundesministerium für Gesundheit, Private Krankenversicherung (PKV), Abgerufen am 12.04.21.
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