Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2021

Die demografische Veränderung der Gesellschaft und die damit gestiegene Lebenserwartung sowie die sinkende Geburtenrate sind in Deutschland schon lange für das niedrige Rentenniveau verantwortlich.

Die gesetzliche Rente reicht für einen finanziell entspannten Lebensabend nicht mehr aus, weshalb die Anfragen nach einer privaten Rentenversicherung stetig steigen.

In diesem Ratgeber erfährst du alles zum Thema private Rentenversicherung und erhältst von uns Antworten auf die meist gestellten Fragen. Wir erläutern dir, was eine private Rentenversicherung ist, welche Varianten es gibt und wie sinnvoll es ist eine private Rentenversicherung abzuschließen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Private Rentenversicherungen können zusätzlich zur staatlichen Rentenzahlung für Kapital im Alter sorgen und zahlen dem Versicherten je nach Höhe der Einlage bis zum Lebensende einen monatlichen Betrag aus.
  • Sie unterscheiden sich vor allem in der Erwirtschaftung des Kapitals. Darüber hinaus können börsenabhängige Versicherungen auch zu Verlusten führen.
  • Je nach Variante kann man hier zur klassischen, fondsgebundenen oder Rentenversicherung der neuen Klassik greifen. Wegen hoher Kosten und der gering ausfallenden Rendite sollte man eher zu geförderten Vorsorgeverträgen greifen.

Hintergründe: Was ist eine private Rentenversicherung und wie funktioniert diese?

Um auch im Alter nicht auf finanzielle Hilfen angewiesen zu sein, solltest du dich nicht allein auf die staatliche Rentenversicherung verlassen. Darum solltest du unbedingt neben einer Lebensversicherung zu einer zusätzlichen Altersvorsorge greifen.

Im folgenden Abschnitt klären wir dich über das Thema private Rentenversicherung auf und liefern dir einen Überblick zu den wichtigsten Fragen.

Was ist eine private Rentenversicherung?

Die private Rentenversicherung ist ein Sparvertrag, der eine finanzielle Absicherung und somit garantierte Leistungen für das Alter anbietet und als ein Produkt der Altersvorsorge die gesetzliche Rente ergänzt.

Es besteht hier die Möglichkeit zwischen verschiedenen Formen zu wählen - bspw. zwischen einer monatlichen Rente oder einer einmaligen Kapitalauszahlung. Somit kann man sich für das Rentenalter zusätzlich absichern und muss nach der Berufstätigkeit kein finanzielles Risiko eingehen.

Die Anbieter haben verschiedene Altersvorsorgeprodukte, die sie den Kunden anbieten. Diese unterscheiden sich vor allem in ihrer Art und Weise des erwirtschafteten Kapitals.

Wer den Vertrag vorab kündigt, weil er bspw. in finanziellen Nöten steckt und die Prämien nicht mehr bezahlen kann, der muss mit hohen Verlusten rechnen. In der Regel ist auch ein Ausstieg aus dem Vertrag während des Rentenbezugs nicht mehr möglich.

Wie wird eine private Rentenversicherung versteuert?

Auch die private Rentenversicherung muss versteuert werden. Je nach Renteneintrittsalter und Art der Kapitalausschüttung wird die Höhe der Besteuerung bestimmt.

Grundsätzlich ist es so, dass eine Einmalauszahlung höher besteuert wird als die monatlich lebenslange Beitragszahlung. Die monatliche Rente der privaten Rentenversicherung wird anteilig besteuert.

Beispiel: Ein Mann geht mit 61 Jahren in Rente und erhält monatlich 1.000 Euro aus der privaten Rentenversicherung. Der persönliche Steuersatz beträgt 30 Prozent. Nach § 22 des Einkommensteuergesetz (EStG) sind 22 Prozent seiner privaten Rente steuerpflichtig, d. h. 220 Euro. Auf diese 220 Euro zahlt er nun 30 Prozent Steuern.

Das ergibt eine monatlich abzuführende Steuer von 66 Euro und damit 792 Euro im Jahr. Geht er jedoch mit 65 Jahren in Rente, so sind es monatlich noch 54 Euro und damit 648 Euro im Jahr.(2)

Wie wird der Rentenfaktor bestimmt?

Der Rentenfaktor ist ein Umrechnungswert der monatlichen Rente. Dieser bestimmt wie hoch die Rente ausfallen wird. Beträgt der Rentenfaktor bspw. 30, so bedeutet das, dass bei einem Kapital von 10. 000 Euro eine monatliche Rente von 30 Euro ausbezahlt wird. Bei einem angesparten Vermögen von 100.000 Euro beträgt die monatliche Rente folglich dann 300 Euro.(5)

Je später du in Rente gehst, desto geringer fällt auch die Besteuerung aus.

Je nachdem für welchen Vertrag du dich entscheidest, kann auch der Rentenfaktor unterschiedlich ausfallen. Dabei ist es relevant, ob es sich um garantiertes Kapital zum Rentenbeginn handelt oder nicht. In der folgenden Tabelle siehst du die Unterschiede zwischen der klassischen und der fondsgebundenen Rentenversicherung bzw. neuen Klassik:

Variante Rentenfaktor
Klassische Rentenversicherung Die Mindestrente wird aus dem garantierten Kapital errechnet - somit gibt es bereits einen Rentenfaktor, der bei Vertragsabschluss feststeht.
Fondsgebundene Rentenversicherung oder neue Klassik Da kein bestimmtes Kapital zum Rentenbeginn garantiert wird, gibt es auch keine Mindestrente - der Rentenfaktor kann erst beim Rentenantritt errechnet werden.

Wie du siehst, ist eine Aussage ob ein hoher Rentenfaktoren nun als gut oder schlecht gewertet kann, nicht wirklich möglich. Dieser kann vorab nicht immer verlässlich und eindeutig festgelegt werden. Allerdings kann der Rentenfaktor beim Vergleich von Verträgen und Tarifen ein wichtiges Kriterium für die Entscheidungsfindung sein.

Welche Arten von privaten Rentenversicherungen gibt es?

Im Jahr 2020 gab es in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahre rund 16,13 Millionen Personen, die selber eine private Rentenversicherung besaßen oder in deren Haushalt jemand anderes eine solche Versicherung abgeschlossen hat.(1)

Grundsätzlich ist es so, dass sich die Altersvorsorge aus drei Grundpfeilern zusammensetzt. Neben der staatlichen Rentenversicherung - die den ersten Pfeiler bildet - können noch weitere Alternativen ergänzend abgeschlossen werden.(7) Diese werden wie folgt unterteilt:

  • Geförderte Vorsorgeverträge: Dazu zählen die Riester- und Rüruprente sowie die betriebliche Altersvorsoge.
  • Private Altersvorsorgeprodukte: Dazu zählen die klassische, die fondsgebundenen und die Rentenversicherung der neuen Klassik.

Wir erläutern dir nun im weiteren Verlauf dieses Beitrags die zwei Pfeiler der geförderten Vorsorgeverträge sowie die privaten Altersvorsorgeprodukte. Somit kannst du dir gut informiert Gedanken für oder gegen einen Vertragsabschluss machen.

Riester-Rente

Diese ist wohl das berühmteste private Vorsorgemodell, denn du kannst mit der Riester-Rente nicht nur vorsorgen, sondern dir unter bestimmten Voraussetzungen auch vom Staat Geld holen. Hier verteilt der Staat Zulagen für bestimmte Sparsummen und für jedes deiner Kinder.

Dazu erfolgt eine prozentuale Anrechnung je nach Höhe der Sparrate. Besonders Mittel- und Gutverdiener mit Kindern profitieren von der Riester-Rente, denn ab einem Mindestsparbeitrag von 60 Euro pro Jahr, hat man Anspruch auf eine Riester-Förderung.

Rürup-Rente

Hier handelt es sich um eine kapitalgedeckte Leibrentenversicherung, die vom Staat durch eine Vergünstigung bei der Einkommenssteuer in der sogenannten Ansparphase gefördert wird.

Dies erfolgt bereits während der Erwerbstätigkeit, d. h. die Beiträge für die Zusatzrente werden vom Einkommen abgezogen - dadurch sinkt das zu versteuernde Einkommen. In erster Linie ist dieser Vertrag für Selbstständige und Besserverdiener gedacht und bietet nur bei bestimmten steuerlichen Konstellationen einen Vorteil.

Die Rürup-Rente - oder auch Basisrente genannt - punktet vor allem dadurch, dass die Beitragszahlungen steuerlich absetzbar sind und im Falle der Arbeitslosigkeit oder Insolvenz die Basisrente nicht angetastet wird.

Das heißt sie wird bei einem Konkurs nicht gepfändet bzw. wird sie auch nicht auf etwaige Hartz IV Leistungen angerechnet.(6)

Betriebliche Altersvorsorge

Hier werden Zahlungen vom Arbeitgeber in einer ausgewählten Rentenversicherung getätigt. Das eingezahlte Kapital wird vom Bruttolohn abgezogen.

Außerdem hat der Arbeitnehmer auch keine sozialen oder steuerlichen Abgaben auf diese Beträge zu leisten. Wird die betriebliche Altersvorsorge vom Arbeitgeber mit Zuschüssen gefördert, so lohnt sich diese dann auch.

Seit dem Jahr 2019 sind Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet bei Neuverträgen mindestens 15 Prozent zu der Sparrate dazuzugeben.

Auch der Arbeitgeber profitiert durch dieses Brutto-Modell, denn er spart deutlich an Sozialabgaben. Dieses Ersparnis soll infolge vor allem dem Arbeitnehmer zugutekommen.

Lediglich ältere betriebliche Rentenversicherungsverträge müssen noch etwas warten, denn erst ab 2022 werden auch Altverträge mit mindestens 15 Prozent gesetzlich vom Arbeitgeber mit Zuschüssen aufgewertet.(4)

Wie funktioniert eine klassische Rentenversicherung?

Die klassische private Rentenversicherung bietet seit 2017 einen Höchstrechnungszins von 0,9 Prozent an. Dieser Zinssatz ist nicht gerade überzeugend, weshalb die klassische Rentenversicherung vor allem durch die Überschussbeteilgung mehr Kapital ausschütten kann.

Damit sich eine private Rentenversicherung für einen entspannten Lebensabend wirklich auszahlt, solltest du die angebotenen Verträge gut miteinander vergleichen. (Bildquelle: Susanne Pälmer / Pixabay)

Man wird letztlich am Erfolg des Versicherers beteiligt und erhält so einen Anteil des erwirtschafteten Ertrags. Es existiert eine gesetzliche Garantieverzinsung für diese Überschüsse, die im Versicherungsvertragsgesetz auch geregelt werden.

Das heißt eine langfristig abgeschlossene klassische Rentenversicherung kann durch die Überschussbeteiligung durchaus profitabel sein.

Vorteile: Die klassische private Rentenversicherung punktet also durch den zugesicherten Garantiezinssatz, der Überschussbeteiligung und die garantierte Rente bis ans Lebensende und ist für sicherheitsbedürftige Versicherte am besten geeignet. Zudem wird sie von Börsenschwankungen nicht beeinflusst.

Nachteile: Als Nachteil kann der wirklich sehr niedrige Garantiezinssatz festgemacht werden sowie erhält die klassische Rentenversicherung nur wenig Rendite - darum wird von einem Abschluss derzeit eher abgeraten.

Wie funktioniert eine fondsgebundene Rentenversicherung?

Für all jene, die noch Geld übrig haben und gerne investieren, bietet sich die fondsgebundene Rentenversicherung an. Diese Art der Altersvorsorge ist mit Fondssparplänen identisch, das heißt das Geld wird in Aktien-, Immobilien- oder Rentenfonds investiert und nach einer festgelegten Sparzeit als monatliche Rente ausgezahlt.

Je besser es an der Börse läuft, desto besser vermehrt sich auch das Kapital. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Police bei fallenden Kursen ins Minus rutscht.

Der Versicherer kann zwar eine Prognose über die zu erhaltende Rente ausstellen, allerdings gibt es hierzu keine Garantie, da es nicht abzuschätzen ist wie sich die Märkte entwickeln werden.

Vorteile: Bei dieser Variante der Altersvorsorge überzeugt vor allem die hohe Rendite und die Überschussbeteiligung.

Nachteile: Leider kann die Rentenhöhe nicht garantiert werden. Zudem ist diese stark von den Börsenschwankungen abhängig. Wer gute Nerven hat und vor allem risikobereit ist, der kann mit der fondsgebundenen Rentenversicherung für seine Altersvorsorge durchaus einiges rausholen.

Wie funktioniert eine Rentenversicherung der "neuen Klassik"?

Die Rentenversicherung der neuen Klassik stellt eine Mischform dar und verfügt über einen höheren Aktienanteil. Sie verbindet die garantieverzinste Rentenversicherung mit der Fondspolice.

Das heißt bei dieser Variante wird ein Teil der Einlage fest verzinst, während der andere Teil in Indexpolicen - das heißt in sogenannte ETFs als Altersvorsorge - investiert wird. Oft ist es möglich die prozentuale Aufteilung auch selbst zu bestimmen.

Mit einer Rentenversicherung der neuen Klassik kann man sowohl auf die sichere Variante mit Garantiezins zugreifen, als auch die Möglichkeit der Risikovariante in der das Kapital an der Börse zum Einsatz kommt.

Zudem garantieren die Verträge der neuen Klassik auch einen hohen Rückverkaufswert. Bei Verträgen der neuen Klassik hängt die Rendite maßgeblich von den Investments der Versicherung ab, weshalb eine tatsächliche Zukunftsprognose nur schwer umzusetzen ist.

Vorteile: Dieses Modell überzeugt durch zwei Möglichkeiten. Einerseits hat man die Sicherheit des Garantiezinses. Andererseits kann man die Rendite durch Anlagenfonds steigern. Zudem ist auch eine Überschussbeteiligung enthalten.

Nachteile: Ein wesentlicher Nachteil liegt darin, dass man Börsenschwankungen ausgeliefert ist sowie kann auch vorab keine exakte Rentenhöhe festgemacht werden.(8)

Wie wird die private Rentenversicherung ausgezahlt?

Hier hat man die Möglichkeiten zwischen zwei Formen der privaten Rentenversicherung zu wählen. Hinsichtlich der Auszahlung kannst du dich entweder für die aufgeschobene Rente oder die Sofortrente entscheiden.

Aufgeschobene Rente

Hierbei zahlt der Versicherte regelmäßig Beiträge über Jahre hinweg ein und erhält das angesparte Kapital ab dem vereinbarten Rentenbeginn von der Versicherung als monatliche Rente zurück.

Zusätzlich hat man die Möglichkeit von seinem "Kapitalwahlrecht" gebrauch zu machen und sich das angesparte Kapital auf einmal auszahlen zu lassen. Doch wieviel musst du vorab monatlich für eine aufgeschobene Rente einzahlen? Die folgende Tabelle soll dir hierzu Aufschluss geben:

Eintrittsalter Monatsprämie
27 Jahre ca. 70 Euro
37 Jahre ca. 95 Euro
47 Jahre ca. 140 Euro

Bei einem garantierten Höchstrechnungszins von 0,9 Prozent und einer Laufzeit bis zum 67. Lebensjahr sollte dann eine garantierte Rente in Höhe von 100 Euro monatlich zur Verfügung stehen.

Je nach Anbieter und Möglichkeit von Zuschüssen kann sich der monatlich ausbezahlte Betrag noch erhöhen. Allerdings muss man doch recht lange für einen eher kleinen Betrag einzahlen. Wie sinnvoll nun eine private Rentenversicherung wirklich ist, erläutern wird dir noch später in unserem Artikel.

Sofortrente

Hier zahlt der Versicherte einmal einen hohen Betrag als Einmalanlage in die Versicherung ein - anstatt über Jahre hinweg Kapital anzusparen - und erhält unverzüglich eine monatliche Beitragsauszahlung zurück. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Auszahlung aufzuschieben und erst nach ein paar Jahren die Rentenauszahlung zu beginnen.

Die lebenslange Auszahlung der Rente ist steuerlich günstiger als die Einmalauszahlung.

Vor allem für fitte Senioren, die einen Batzen Geld übrig haben und ihre bisherige Altersvorsorge für einen entspannten Lebensabend nicht ausreicht, kann sich die Sofortrente als sinnvoll erachten.

Die Versicherung rechnet die Einmalzahlung in eine lebenslang garantierte Mindestrente um. Zudem können auch zusätzlich noch Überschüsse anfallen.(3)

Je nachdem für welchen Vertrag du dich entscheidest - handelt es sich dabei um die Variante der klassischen, fondsgebundenen oder Rentenversicherung der neuen Klassik - unterscheidet sich auch die Erwirtschaftung des angesparten Kapitals.

Weitere Entscheidungsmöglichkeiten

Nutzt der Versicherte sein Kapitalwahlrecht, so kann er sich bei der aufgeschobenen Rente sein Kapital auf einen Schlag auszahlen lassen. Entscheidet man sich allerdings für eine Rentenzahlung, auch Leibrente genannt, so kann man sich hier zusätzlich zwischen einer dynamischen und konstanten Rente entscheiden:

Dynamische Rente

Hier können die erwirtschafteten Überschüsse der Versicherung dazu führen, dass die Auszahlung über die Zeit steigen kann. Die Rente kann allerdings nicht gesenkt werden und durch die Anpassung an die Inflation verliert diese auch weniger an Wert.

Konstante bzw. flexible Rente

Wie der Name schon sagt, bleibt hier der Betrag der Auszahlung immer gleich hoch - auch eine prognostizierte Überschussbeteiligung wird bereits mitgerechnet.

Durch die Inflation ist es durchaus möglich, dass die Rente an Wert verliert, allerdings kann die Auszahlung nicht gesenkt werden. Jedoch erhält man bei dieser Variante zu Beginn die höchste monatliche Rente.

Eine weitere Form bzw. Mischform bildet die teildynamische Rente. Hier ist ein Teil der Überschüsse dynamisch, d. h. er kann nicht abgesenkt werden. Der andere Teil wird noch vor dem Rentenantritt hochgerechnet. Hier kann es durchaus vorkommen, sollten die erwirtschafteten Überschüsse nicht ausreichen, dass die Rente wieder gesenkt wird.

Wann ist eine private Rentenversicherung sinnvoll?

Ob eine private Rentenversicherung nun sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Je nach Laufzeit, Beitragshöhe und der individuellen Risikobereitschaft variiert auch die Rentabilität.

Gerade für Selbstständige und jene, die von der staatlichen Rentenkasse nur wenig zu erwarten haben, ist die private Altersvorsorge von hoher Relevanz und kann vor Altersarmut schützen.

Was kann ich bei einer bereits abgeschlossenen privaten Rentenversicherung tun?

Wie bei allen Versicherungsverträgen solltest du abwägen, ob sich eine Kündigung oder Änderung des Vertrags bei Unzufriedenheit wirklich auszahlt. In der Regel sollten abgeschlossene Verträge am besten auslaufen, da ansonsten sehr viel Kapital verloren gehen kann. Auf folgende Optionen kannst du hierzu ausweichen:

  • Reduzierung: Zu hohe Beiträge kann man meistens problemlos reduzieren - achte nur darauf, ob nicht eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung im Vertrag inkludiert ist.
  • Verkauf: Durch den Verkauf kannst du sogar einen höheren Wert erzielen als bei einer Kündigung.
  • Kündigung: Nur bei einer "frisch" abgeschlossenen Rentenversicherung lohnt sich die Kündigung, denn in den ersten 5 Jahren sind die Kosten noch hoch und der Sparanteil sehr niedrig.

Gerade ältere Rentenversicherungen haben einen noch höheren Garantiezins als die neuen Verträge. Überlege dir gut, ob sich deine Versicherung noch rechnet oder ob du hier zu einer Anpassung bzw. Änderung greifen solltest.

Fazit

Es lohnt sich in der Fülle der Verträge und Varianten der Altersvorsorge abzuwägen und zu vergleichen. Je nachdem wofür du dich entscheidest und wie hoch die Einlage und die Laufzeit sind, kann auch der Kosten-Nutzen-Faktor stark variieren.

Um jedoch auch im Alter finanziell abgesichert zu sein und sich einen entspannten Lebensabend gönnen zu können, kann sich die zusätzliche private Rentenversicherung durchaus auszahlen.

Neben einer garantierten lebenslangen Auszahlung hast du durch bereits vorhandenes Kapital oder einer hohen Risikobereitschaft die Chance durch unterschiedliche Investmentvarianten deinen Polster für das Alter deutlich aufzustocken.

Dennoch solltest du unbedingt die Anbieter und Angebote miteinander vergleichen und dir ausreichend Zeit für eine ausführliche Beratung nehmen. Hast du noch weiter Fragen zum Thema Versicherungen oder Finanzen? Dann findest du auf unserer Seite weitere interessante Beiträge.

Titelbild: Frantisek Krejci / Pixabay

Einzelnachweise (8)

1. Statista: Anzahl der Personen in Deutschland, die eine privaten Rentenversicherung im Haushalt besitzen, von 2016 bis 2020. [Stand 05.05.2021]
Quelle

2. Bundesamt für Justiz: Einkommensteuergesetz (EStG) § 22 Arten der sonstigen Einkünfte. In: Bundesministerium für Justiz und für Verbraucherschutz [Stand 05.05.2021]
Quelle

3. Bund der Versicherten: Infoblatt - Private Rentenversicherung. [Stand 05.05.2021]
Quelle

4. Finanzscout24: 11 Tipps: Wie Sie am besten fürs Alter vorsorgen. [Stand 05.05.2021]
Quelle

5. Frank Beckwermert: Rentenberechnung. Studientext Nr. 21. 2020
Quelle

6. Heike Sibinski: Altersvorsorge. Studientext Nr. 40. 2020
Quelle

7. Deutsche Rentenversicherung: Die drei Säulen der Rentenversicherung. [Stand 05.05.2021]
Quelle

8. Ihre Vorsorge: Private Altersvorsorge. [Stand 05.05.2021]
Quelle

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Statista: Anzahl der Personen in Deutschland, die eine privaten Rentenversicherung im Haushalt besitzen, von 2016 bis 2020. [Stand 05.05.2021]
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Einkommensteuergestzbuch
Bundesamt für Justiz: Einkommensteuergesetz (EStG) § 22 Arten der sonstigen Einkünfte. In: Bundesministerium für Justiz und für Verbraucherschutz [Stand 05.05.2021]
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Ratgeber
Bund der Versicherten: Infoblatt - Private Rentenversicherung. [Stand 05.05.2021]
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Ratgeber
Finanzscout24: 11 Tipps: Wie Sie am besten fürs Alter vorsorgen. [Stand 05.05.2021]
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Studientext
Frank Beckwermert: Rentenberechnung. Studientext Nr. 21. 2020
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Studientext
Heike Sibinski: Altersvorsorge. Studientext Nr. 40. 2020
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Internetbeitrag
Deutsche Rentenversicherung: Die drei Säulen der Rentenversicherung. [Stand 05.05.2021]
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Internetbeitrag
Ihre Vorsorge: Private Altersvorsorge. [Stand 05.05.2021]
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