Zuletzt aktualisiert: 19. Juni 2021

Es gibt verschiedene Wege Geld für Investition zu beschaffen. Neben klassischen Bankkrediten gibt es die Möglichkeit eines Privatkredits. Ein Privatkredit kann zwischen Familienmitgliedern, Freunden oder unbekannten Privatpersonen gewährt werden. Dabei sind keine Sicherheiten notwendig und dadurch flexiblere Konditionen möglich.

Außerdem werden Konsumentenkredite häufig als Privatkredit bezeichnet, in dem Fall werden sie mit einer Bank abgeschlossen. In unserem umfangreichen Ratgeber zu Privatkrediten vergleichen wir die unterschiedlichen Arten für dich.

Außerdem beantworten wir die am häufigsten gestellten Fragen in Bezug auf das Thema Privatkredite. Damit unterstützen wir dich bei der Entscheidung über die Aufnahme eines Kredits.




Das Wichtigste in Kürze

  • Privatkredite können zwischen Bekannten abgeschlossen oder von fremden Privatpersonen über Peer-to-Peer Finance-Plattformen erhalten werden. Außerdem werden Konsumentenkredite von Banken häufig als Privatkredit bezeichnet.
  • Für Privatkredite werden meist keine Sicherheiten oder eine ausführliche Kreditwürdigkeitsprüfung benötigt. Zusätzlich sind die Zinsen oft geringer und flexiblere Raten sind möglich.
  • Wenn du dir Geld von der Familie oder Bekannten ausleihst, solltest du trotzdem einen schriftlichen Vertrag aufsetzen. Dieser sollte den Zinssatz (wenn vorhanden), sowie die Kredithöhe, die Raten und die allgemeine Laufzeit beinhalten.

Hintergründe: Was du über Privatkredite wissen solltest

Bevor du eine Entscheidung über einen Privatkredit triffst, gibt es einige Aspekte, die du wissen solltest. Wir haben dir in den folgenden Abschnitten die wichtigsten Informationen zusammengestellt, damit du eine fundierte Entscheidung treffen kannst.

Was ist ein Privatkredit ?

Der Begriff Privatkredit existiert in der Fachsprache eigentlich nicht. Sein Name hat sich aber in der Werbung und im Marketing etabliert. Prinzipiell handelt es sich dabei um einen Kredit an eine Privatperson. Jedoch gibt es zwei unterschiedliche Arten der Definition.

Konsumentenkredite sind Kredite von Banken oder Kreditinstituten an private Haushalte, oftmals zur Finanzierung des Güterverbrauchs. Es werden dabei Dispositionskredite über ein Girokonto oder Ratenkredite über Darlehenskonten zur Verfügung gestellt.

Dies führt umgangssprachlich auch zur Gleichstellung von Privatkrediten mit Darlehen von Banken für tägliche Gebrauchsgüter oder Autos, also Verbraucherkrediten (1, 2).

Konsumentenkredite werden meist für Möbel, Elektrogeräte, Autos oder Urlaube verwendet.

Andererseits können Privatkredite auch ohne Banken von privaten Personen, wie Freunden oder Verwandten, gewährt werden. Außerdem sind Plattformen, bei der Einzelpersonen oder mehrere Personen (Crowdfunding) Darlehen vergeben, immer mehr vertreten. Diese plattformgestützte Finanzierung wird als Peer-to-Peer Finance bezeichnet (3).

Wer bekommt und vergibt Privatkredite?

Ein Privatkredit, Privatdarlehen oder Konsumentenkredit wird nur an private Verbraucher vergeben. Bei Krediten zwischen Privatpersonen, ohne Kreditinstitut, kann im Großen und Ganzen jeder einen Kredit anfragen.

Über offizielle Wege wie ein Kreditportal oder eine Bank, im Fall eines Konsumentenkredits, gibt es jedoch Einschränkungen. Gewisse Aspekte, wie regelmäßige Einkünfte oder bisheriges Zahlungsverhalten, können die Kreditwürdigkeit (Bonität) beeinflussen.

Dabei wird die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung), eine Auskunftei, bei der Daten von privaten Personen und Unternehmen gesammelt werden, herangezogen. Bei diesen Daten handelt es sich um die verschiedenen Konten oder Kredite einer Person, Informationen über mehrfach angemahnte Forderungen sowie Informationen aus öffentlichen Verzeichnissen.

Generell beziehen sie sich auf das prinzipielle Zahlungsverhalten (4). Es ist schwerer für Personen mit einer negativen Schufa einen Kredit zu bekommen.

Zusätzlich ist die Kreditwürdigkeit von folgenden Personengruppen eingeschränkt:

  • Selbstständige: Sie haben manchmal keine regelmäßigen Gehaltseingänge wie bei einer Festanstellung. Dies stellt ein erhöhtes Risiko für Banken dar. Meist werden trotzdem Kredite unter schlechteren Konditionen gewährt.
  • Arbeitslose: Die Beträge, die sie bekommen, reichen meist nicht aus und das Risiko für Banken oder Kreditinstitute einen Privatkredit zu gewähren ist zu hoch.
  • Rentner: Sie können meist die erforderliche Summe als regelmäßiges Einkommen nachweisen. Jedoch könnte, je nach Tilgungsdauer, die verbleibende Lebenszeit als hohes Risiko eingeschätzt werden. Aus diesem Grund könnte ein Antrag für einen Privatkredit abgelehnt, höhere Ratenzahlungen vorausgesetzt oder zusätzliche Sicherheiten benötigt werden.
  • Studenten und Schüler: Aus Sicht der Banken besteht das gleiche Risiko wie bei Selbstständigen.

Für diese Personengruppen ist ein Kredit von Privatpersonen eine Option und die Möglichkeit eine individuelle Rückzahlungsart zu vereinbaren. Außerdem bieten Online-Anbieter speziell Kredite für besondere Personengruppen mit geringerer Bonität an.

Für fest angestellte Privatpersonen mit regelmäßigen Einkünften ist eine Beantragung eines Privatkredits bei einer Bank oder einem Online-Anbieter meist problemlos möglich.

Wer vergibt Privatkredite?

Privatkredite werden von verschiedenen Anbietern gewährt. Dabei stehen drei Möglichkeiten zur Auswahl:

  • Bank oder Kreditinstitut: Privatdarlehen können bei einer Bank vor Ort, wenn es sich um einen Konsumentenkredit oder ähnliches handelt, beantragt werden.
  • Online Kreditportale und Vergleichsseiten: Privatkredite können bei Kreditportalen beantragt werden. Der Kreditgeber ist in dem Fall eine Privatperson, die durch die erwarteten Zinsen sein Vermögen erhöhen möchte. In der Handhabung ist er eine Mischung von einem Kredit einer Bank und einem eines Bekannten.
  • Privatpersonen im Umfeld: Wenn Geld von Familienmitgliedern oder Freunden ausgeborgt wird, handelt es sich auch um einen Privatkredit.

Je nach Anbieter und Kreditgeber des Privatkredits werden unterschiedliche Konditionen und Voraussetzungen gegeben sein. Die größte Individualität und Nachsichtigkeit wird meist unter Freunden, der Familie oder Bekannten gegeben sein.

Welche Vorteile hat ein Privatkredit von Freunden oder Familie?

Privatkredite von Bekannten haben den Vorteil, dass sie individueller gestaltet werden können. Bei der Auskunftei Schufa werden keine Informationen über dich und dein bisheriges Verhalten bei Zahlungen eingeholt, wie es bei Darlehen bei einer Bank der Fall wäre. Außerdem sind Freunde oder Familie meist großzügiger als Banken und fordern oft geringere Zinsen.

Im privaten Bereich sind bei der Kreditprüfung keine gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Es ist nicht notwendig Informationen über die Bonität, Gehaltsnachweis etc. nachzuweisen. Außerdem müssen keine weiteren gesetzlichen Bestimmungen über den Ablauf oder die Laufzeit eingehalten werden.

Unter Verwandten und Freunden wird auf das gegenseitige Vertrauen gesetzt. Es werden meist keine Unterlagen oder Nachweise vorgelegt. Zusätzlich wird der Privatkredit nicht bei der Schufa gemeldet und wirkt sich somit nicht auf zukünftige oder bestehende Kredite aus.

Außerdem sind meist keine zusätzlichen Sicherheiten, zum Beispiel im Fall eines Verzuges oder Zahlungsunfähigkeit, notwendig. Die Bestimmungen können individuell angepasst und verhandelt werden. Jedoch wird empfohlen dies schriftlich festzuhalten, um Missverständnisse oder Probleme in der Zukunft zu vermeiden.

Welche Nachteile gibt es bei Privatkrediten?

Privatkredite können auch Nachteile mit sich bringen. Wir haben dir die Nachteile der verschiedenen Kreditgeber aufgelistet:

  • Zwischen Privatpersonen (Familie, Freunde, etc.): Da es prinzipiell keine rechtlichen Vorschriften gibt, kann der Vertrag mündlich abgeschlossen werden. Das kann im späteren Verlauf bei Streitigkeiten zu Problemen führen. Daher wird empfohlen einen schriftlichen Vertrag, den beide Parteien unterschreiben, aufzusetzen. Darin sollten zumindest, neben der Kreditsumme, Laufzeit, Zinssatz und die Höhe der Raten festgehalten werden.
  • Als Konsumentenkredit bei Banken: Im Vergleich zu Krediten bei Bekannten sind sie häufig mit einer intensiveren Kreditwürdigkeitsprüfung verbunden. Dadurch kann es schwerer sein einen Antrag bestätigt zu bekommen. Im Zuge dessen ist der Zinssatz höher und zusätzliche Gebühren fallen an. Außerdem ist der Privatkredit bei Banken in diesem Fall auf eine maximale Laufzeit von 72 Monaten beschränkt (1).
  • Auf einer Peer-to-Peer Finance-Plattform: Bei Plattformen dieser Art kann es vorkommen, dass für deine Investition gar keine Kreditgeber gefunden werden. In diesem Fall wird meist der Antrag nach einer gewissen Zeit von der Plattform genommen. Sollte eine Finanzierung nur teilweise abgedeckt sein, können jedoch noch weitere Investoren gefunden oder die Teilfinanzierung angenommen werden (3).

Jede Finanzierungsart ist auch mit Nachteilen verbunden. Dabei gilt es die Variante mit den geringsten negativen Auswirkungen auf deinen Kreditwunsch zu finden.

Lassen sich Privatkredite auch über Kreditportale abschließen?

Nicht in jedem Umfeld ist es möglich sich Geld aus dem Bekanntenkreis zu leihen. In solchen Situationen stehen Online-Kreditportale zur Verfügung. Diese Peer-to-Peer Finance-Plattformen vermitteln zwischen private Kreditgebern und Personen, die einen Privatkredit brauchen (3).

Kreditgeber können in dem Fall einzelne oder mehrere Personen (Crowdfunding) sein. Diese Plattformen sind keine Banken, brauchen dennoch meist eine Genehmigung, um Kreditgeschäfte zu betreiben. Aus diesem Grund beziehen sie oft im Hintergrund Banken in den Prozess ein, die die Kredite ohne Preisaufschlag vergeben (3).

Brille auf einem Notizbuch mit einem MacBook im Hintergrund

Die Planung und Suche eines Kredits kann aufwendig sein. Online-Kreditportale helfen dir schnell und meist problemlos Geld auszuleihen. (Bildquelle: Dan Dimmock / Unsplash)

Privatkredite über Kreditportale können meist schneller abgewickelt und häufig früher zurückgezahlt werden. Außerdem ist vorteilhaft, dass sie manchmal günstigere Zinsen bieten und keine Sicherheiten notwendig sind.

Sie sind vor allem für Personen mit schwächerer Bonität eine Option. Bei Zustandekommen eines Kreditvertrags muss der Kreditnehmer meistens eine einmalige Erfolgsgebühr an die Plattform bezahlen (3).

Die Anleger, die den Privatkredit finanzieren, profitieren größtenteils von höheren Renditen als bei anderen Anlageformen. Nach Abzug aller Kosten kann die Rendite zwischen fünf und zehn Prozent betragen.

Zusätzlich fördern sie oftmals interessante Projekte, das kann auch ein Grund für eine Kreditvergabe sein. In den meisten Fällen ist lediglich eine einmalige Bearbeitungsgebühr bei der Geldanlage zu bezahlen (3).

Die Plattformbetreiber haben Einnahmen in Form einer einmaligen Erfolgsgebühr der Kreditnehmer und einer Bearbeitungsgebühr der Kreditgeber. Im Jahr 2018 wurden ungefähr 430 Mio. Euro über Peer-to-Peer Finance-Plattformen abgewickelt. In den nächsten Jahren wird eine Verdoppelung des Transaktionsvolumens erwartet (3).

Was kostet ein Privatkredit?

Die Kosten eines Privatkredits setzten sich meisten aus einer Bearbeitungsgebühr und regelmäßigen Zinszahlungen zusammen. Zinsen werden für die Überlassung von Kapital, zusätzlich zum zurückzuzahlenden Betrag, verrechnet. Wenn von den Kosten eines Kredits geredet wird, sind oft die Zinsen gemeint (5).

Die Höhe der Zinsen ist abhängig von der Kreditwürdigkeit (Bonität) des Kreditnehmers. Mit der Bonitätsprüfung wird festgestellt, ob die Person den Zahlungen nachkommen kann und wie hoch somit das Ausfallrisiko für den Kreditgeber ist. Eine geringere Kreditwürdigkeit ist generell mit höheren Zinsen verbunden (6).

Unter Privatpersonen im Bekanntenkreis werden oftmals keine oder nur sehr geringe Zinsen verrechnet. Bei Kreditvergabe über Portale werden, so wie bei Banken, meist zusätzliche Informationen für die Kreditwürdigkeitsprüfung und Ermittlung der Zinsen herangezogen.

Sobald Banken oder Online-Portale als Vermittler oder Kreditgeber eingebunden sind, fallen oft Bearbeitungskosten und zusätzliche Gebühren an.

Generell solltest du vorsichtig sein, dass du dich in Kombination mit zusätzlich anfallenden Gebühren bei den monatlichen Rückzahlungen nicht überschätzt. Im Falle eines Schuldnerverzugs kann es zu Verzugskosten kommen (7, 8).

Bei Privatkrediten von Bekannten ist eine vorzeitige oder individuelle Rückzahlung problemlos. Oftmals wird diese Option auch bei Online-Plattformen ohne zusätzliche Kosten angeboten.

Eine vorzeitige Tilgung der vollen Kreditsumme kann jedoch mit zusätzlichen Kosten verbunden sein, sofern diese Möglichkeit nicht vereinbart wurde. Dem Kreditgeber entgehen in dem Fall die Zinsen der zukünftigen Zahlungen.

Dieser entfallende Zinsertrag der Partnerbank wird in Form von Vorfälligkeitsentschädigungen dem Kreditnehmer verrechnet. Die Kosten sind auf 0,5 % bzw. 1 % des vorzeitig zurückgezahlten Betrags begrenzt (9).

Wie hoch kann ein Privatkredit sein?

Unabhängig vom Geldgeber handelt es sich bei Privatkrediten um geringere Summen von bis zu 25.000 Euro (1). Die durchschnittliche Kredithöhe liegt bei Peer-to-Peer Plattformen meist unter 5.000 € (3). Zwischen Privatpersonen kann sowohl die Kredithöhe, als auch die Laufzeit individuell gestaltet werden.

500 Euro, 200 Euro und 100 Euro Geldscheine

Mit Privatkrediten werden oft geringere Summen für kurzfristige Anschaffungen ausgeliehen. (Bildquelle: Lena Balk / Unsplash)

Privatkredite werden über eine Laufzeit von maximal sechs Jahren geliehen (1). Jedoch beträgt die Laufzeit oftmals nur zwischen 12 und 24 Monate. Sie und die gesamte Kredithöhe beeinflussen die Höhe der Raten, die zurückzuzahlen sind. Meistens können individuelle Abmachungen getroffen werden.

Wie bekommst Du einen günstigen Kredit?

Es gibt unterschiedliche Wege an einen günstigen Privatkredit zu kommen. Online-Kreditvergleiche ermöglichen dir einen Überblick über bestehende Angebote. Über diese Portale können Kredite von Filialbanken und Direktbanken miteinander verglichen werden.

Als Vergleichsbasis kannst du die monatlichen Rückzahlungsraten, den effektiven Zinssatz und sonstige anfallende Kosten verwenden.

Meistens sind Kreditangebote von Filialbanken teurer, da höhere Bearbeitungsgebühren anfallen.

Ein weiterer Weg kann über Freunde, die Familie oder Bekannte sein. Hier könnten Zinsen niedriger ausfallen und keine zusätzlichen Gebühren anfallen. Oft können so individuelle und passende Lösungen gefunden werden, jedoch könnte darunter die persönliche Beziehung leiden.

Sollte es keinen Zugang zu einem Privatkredit im Bekanntenkreis geben, kannst du auf Peer-to-Peer Plattformen zurückgreifen. Sie vermitteln zwischen Privatpersonen die einen Kredit brauchen und Einzelpersonen, die Kapital anlegen wollen.

Was du bei einem Antrag auf einen Privatkredit beachten solltest

Bei einem Antrag auf einen Privatkredit sind, unabhängig vom Anbieter, folgende Aspekte zu beachten:

  • Laufzeit
  • effektiver Zinssatz
  • Höhe der monatlichen Raten
  • mögliche Verzugszinsen

Diese Faktoren sind voneinander abhängig und beeinflussen sich gegenseitig. Die Laufzeit wird über die Kreditsumme und die Höhe der Raten bestimmt. Über die Bonität, die meistens über Einkommensnachweise ermittelt wird, ergibt sich der genaue Zinssatz.

Generell solltest du darauf achten, dass die monatlichen Raten rückzahlbar sind und dich finanziell nicht belasten. Solltest du bei einer normalen Direktbank keine Chance auf einen Kredit haben, könntest du bei einer Online-Plattform mehr Glück haben.

Wie kann ich einen Privatkredit absichern?

Privatkredite sind bei Banken weitgehend ungesichert. Das Kreditlimit steht ohnehin in einem gewissen Verhältnis zu den regelmäßigen Zahlungseingängen auf dem Konto. Bei Konsumentenkrediten werden dadurch lediglich Einkommensnachweise verlangt.

Sie werden im Verhältnis zum Einkommen und den laufenden Belastungen gewährt. So bleiben die Rückzahlungsraten tragbar (1).

Prinzipiell können folgende Kreditsicherheiten eingesetzt werden:

  • pfändbare Teile der Lohn- und Gehaltsforderungen
  • Bürgschaften
  • eine Mitverpflichtung des Partners

Außerdem werden im Fall von Arbeitsunfähigkeit oder Tod des Kreditnehmers Kreditlebensversicherungen (Restschuldversicherungen) zum Schutz angeboten (1).

Bei Krediten zwischen Privatpersonen sind keine Sicherheiten notwendig. Da ist das gegenseitige Vertrauen üblicherweise ausreichend. Dies ist ein klarer Vorteil und ermöglicht so manchmal einen Kredit für Personen, die die Voraussetzungen bei einer Bank nicht vollständig erfüllen.

Das Kapital der Anleger auf Peer-to-Peer Portalen kann durch Anleger-Pools geschützt sein. Sie wirken als gemeinschaftliche Absicherung gegen Kreditausfall (3).

Was passiert, falls Du Deine Raten nicht zahlen kannst?

Die Vorgehensweise bei Privatkrediten bei Online-Plattformen unterscheidet sich meistens nicht von herkömmlichen Bankkrediten. Folgende Schritte müssen eingehalten werden, bevor der Kreditgeber den Vertrag kündigen, den restlichen Schuldbetrag verlangen kann und somit Gesamtfälligstellung erreicht wird (10):

  • Mindestens zwei aufeinander folgende Raten wurden nicht oder nur teilweise (unter zehn Prozent) bezahlt.
  • Eine Frist von zwei Wochen zur Nachzahlung des rückständigen Betrags wurde gesetzt.
  • Der Verbraucher wurde darauf hingewiesen, dass bei Nichteinhaltung die gesamte Restschuld fällig ist (§ 498 I 1 BGB).
  • Nicht zwingend: Ein Versuch eine einvernehmliche Lösung zu finden wurde angeboten.

Generell fallen Verzugszinsen von fünf Prozent über dem Basiszinssatz, für den Zeitraum in dem nicht ordnungsgemäß bezahlt wurde, an (11). Diese Schritte gelten natürlich nur für Verbraucherkredite. Zwischen Privatpersonen können individuelle Folgen und Maßnahmen vereinbart werden.

Wie werden die Einnahmen aus Krediten versteuert?

Wenn du selbst Kreditgeber bist, musst du die Einnahmen versteuern. Das gilt, neben den Einkünften aus dem Kreditgeschäft auf Plattformen auch unter Freunden. In jedem Fall ist der Kapitalertrag, also die Zinsen, mit 25 Prozent zu versteuern (§43a EStG) (12). Zusätzlich sind 5,5 Prozent der Kapitalertragsteuer als Solidaritätszuschlag (§4 SolzG) zu bezahlen (13).

Fazit

Ein Privatkredit kann innerhalb der Familie oder zwischen Freunden und Bekannten abgeschlossen werden. Ein großer Vorteil ist dabei, dass die Konditionen individuell gestaltet werden können. Jedoch wird empfohlen diese schriftlich festzuhalten, gegenseitiges Vertrauen reicht als Sicherheit manchmal nicht aus.

Außerdem können Privatkredite über Peer-to-Peer Finance-Plattformen und somit trotzdem zwischen Privatpersonen, die sich nicht kennen, vereinbart werden.

Dabei gelten ähnliche Konditionen und Voraussetzungen wie bei Konsumentenkrediten einer Bank, die oftmals Privatkredit genannt werden. Jedoch ist es meistens möglich auch einen Kredit bei geringerer Bonität über ein Online-Portal zu bekommen.

Generell solltest du, wenn du dir Geld ausleihst, darauf achten, dass du es auch im vereinbarten Zeitraum und inklusive der Zinsen zurückzahlen kannst. Andernfalls könnte dies, abgesehen von zusätzlicher finanzieller Belastung, zu Problemen und in bestimmten Fällen zu verlorenen Freundschaften oder Streit innerhalb der Familie führen.

Titelbild: Kelly Sikkema / Unsplash

Einzelnachweise (13)

1. Wirtschaftslexikon.gabler.de: Konsumentenkredit Prof. Dr. Reinhold Hölscher
Quelle

2. Rechnungswesen-verstehen.de: Privatkredit
Quelle

3. Gabler-banklexikon.de: Peer-to-Peer Finance Dr. Sven Remer
Quelle

4. Schufa.de: So funktioniert SCHUFA
Quelle

5. Gabler-banklexikon.de: Zinsen Prof. Dr. Ludwig Gramlich
Quelle

6. Gabler-banklexikon.de: Kreditwürdigkeit Dr. Ulrike Erdmann
Quelle

7. Gabler-banklexikon.de: Schuldnerverzug Prof. Dr. Peter Müssig
Quelle

8. Gabler-banklexikon.de: Rückzahlung Prof. Dr. Stephan Seidenspinner
Quelle

9. Gabler-banklexikon.de: Vorfälligkeitsentschädigung Dr. Nils Helms
Quelle

10. Gabler-banklexikon.de: Verbraucherkredit, Kündigungsrecht des Kreditgebers Prof. Dr. Ludwig Gramlich
Quelle

11. Dejure.org: § 497 Verzug des Darlehensnehmers
Quelle

12. Gesetze-im-internet.de: Einkommensteuergesetz (EStG) § 43a Bemessung der Kapitalertragsteuer
Quelle

13. Gesetze-im-internet.de: Solidaritätszuschlaggesetz 1995 (SolzG 1995) § 4 Zuschlagsatz
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Konsumentenkredit
Wirtschaftslexikon.gabler.de: Konsumentenkredit Prof. Dr. Reinhold Hölscher
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Privatkredit
Rechnungswesen-verstehen.de: Privatkredit
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Peer-to-Peer Finance
Gabler-banklexikon.de: Peer-to-Peer Finance Dr. Sven Remer
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So funktioniert SCHUFA
Schufa.de: So funktioniert SCHUFA
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Zinsen
Gabler-banklexikon.de: Zinsen Prof. Dr. Ludwig Gramlich
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Kreditwürdigkeit
Gabler-banklexikon.de: Kreditwürdigkeit Dr. Ulrike Erdmann
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Schuldnerverzug
Gabler-banklexikon.de: Schuldnerverzug Prof. Dr. Peter Müssig
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Rückzahlung
Gabler-banklexikon.de: Rückzahlung Prof. Dr. Stephan Seidenspinner
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Vorfälligkeitsentschädigung
Gabler-banklexikon.de: Vorfälligkeitsentschädigung Dr. Nils Helms
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Verbraucherkredit, Kündigungsrecht des Kreditgebers
Gabler-banklexikon.de: Verbraucherkredit, Kündigungsrecht des Kreditgebers Prof. Dr. Ludwig Gramlich
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§ 497 Verzug des Darlehensnehmers
Dejure.org: § 497 Verzug des Darlehensnehmers
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Einkommensteuergesetz (EStG) § 43a Bemessung der Kapitalertragsteuer
Gesetze-im-internet.de: Einkommensteuergesetz (EStG) § 43a Bemessung der Kapitalertragsteuer
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Solidaritätszuschlaggesetz 1995 (SolzG 1995) § 4 Zuschlagsatz
Gesetze-im-internet.de: Solidaritätszuschlaggesetz 1995 (SolzG 1995) § 4 Zuschlagsatz
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