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Zuletzt aktualisiert: 7. Juni 2021

Es gibt sehr viele verschiedene Varianten, wie und wo man sein Geld anlegen kann. Eine davon ist es, sein Geld in Aktien und Fonds im Ausland zu investieren und so Erträge zu erzielen. Natürlich ist es leichter, sein Geld in Deutschland anzulegen, da so die Wege des Geldtransfers kürzer sind, jedoch kann es im Ausland auch sehr lukrativ für den Anleger sein.

Bei Geldanlagen im Ausland sollte man vor allem auch die Nebenkosten und Transferkosten beachten. Vor allem aber auch die Quellensteuer. Diese Steuer wird von ausländischen Anlegern an den Quellenstaat bezahlt. Was genau die Quellensteuer ist und wie du dir diese Steuer zurückerstatten kannst, erklären wir dir in diesem Artikel.




Das Wichtigste in Kürze

  • Die US-Quellensteuer wird von ausländischen Anlegern an den Quellenstaat die USA bezahlt, wenn man aus in den USA gekauften Aktien und Fonds Erträge erzielt. Diese Erträge müssen selbstverständlich versteuert werden und das unter anderem auch mit der US-Quellensteuer (1, 2).
  • Für viele Länder gibt es Doppelbesteuerungsabkommen. Diese ermöglichen es dem Geldanleger die US-Quellensteuer bereits im Vorhinein zu ermäßigen oder die Steuer im Nachhinein zurückzufordern. Die USA hat unter anderen ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland, Österreich und der Schweiz (2, 5, 7).
  • Die US-Quellensteuer ist eine Form der Kapitalertragssteuer und wird dementsprechend vom Kapital, beziehungsweise vom Ertrag, der im Ausland erzielt wurde bezahlt. Die Steuern werden üblicherweise direkt bei der Dividendenauszahlung abgezogen und der Anleger erhält den Nettobetrag des Ertrags ausgezahlt (1).

Hintergründe: Was ist die US-Quellensteuer ?

Was genau die Quellensteuer ist, wann und an wen sie gezahlt werden muss und was du dabei beachten solltest erfährst du hier. Am Ende dieses Beitrags bist du ein Profi in der Welt der Quellensteuer und wirst bei Geldanlagen im Ausland keine Fehler mehr machen.

Was ist die US-Quellensteuer?

Die US-Quellensteuer wird bei Einnahmen aus Kapitalvermögen am Entstehungsort, also der Quelle, abgezogen. Der Steuersatz der US-Quellensteuer beträgt im Moment 30% und wird im Normalfall auf gezahlte Dividenden und Zinsen aus sämtlichen Wertpapieren US-amerikanischer Emittenten erhoben (3, 6).

Die US-Quellensteuer beträgt 30 %.

Die US-Quellensteuer kann ganz einfach berechnet werden, indem man die Bruttoeinkäufe mit dem angegeben Prozentsatz, in diesem Fall 30%, multipliziert.

Wann fällt die US-Quellensteuer an?

Im Allgemeinen ist die Quellensteuer eine Steuer, die auf Kapitalerträge, wie Dividenden oder Zinsen, die ausländische Investoren an den Quellenstaat zahlen müssen. Investiert beispielsweise ein deutscher Anleger in eine Aktie eines US-Konzerns und bezieht er daraus eine Dividende.

Das diese Dividende ein Kapitalertrag ist, würde der Quellenstatt USA die Quellensteuer der Dividende einbehalten, das der deutsche Anleger aus Sicht der USA ein Ausländer ist (5).

Quellensteuer fällt auch bei der Investition in Fonds an. Sobald ein ausländischer Investor sein Geld in einem anderen Land anlegt, bezieht der Quellenstaat die Quellensteuer. In der Regel wird diese noch vor der Auszahlung der Dividende vom Quellenstaat abgezogen und der Anleger erhält lediglich den Nettoertrag und muss keine zusätzlichen Steuern mehr abführen.

Wie werden Dividenden aus den USA versteuert?

Ist man in den USA Anleger in Aktien oder Fonds, so muss man von den Dividendenauszahlungen pauschal 30 % der Ausschüttung als Quellensteuer an den amerikanischen Fiskus zahlen.

Für deutsche gibt es allerdings die Möglichkeit, bereits vor der Dividendenzahlung, einen Antrag auf Ermäßigung der US-Quellensteuer von 15 % zu stellen (5, 6). Spätestens also bei der Steuererklärung, muss die Quellensteuer abgesetzt werden.

Kann die US-Quellensteuer zurückgefordert werden?

Quellensteuer kann nur dann zurückgefordert werden, wenn es ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und den USA gibt.

Im Doppelbesteuerungsabkommen wurden konkrete Steuersätze vereinbart, die von ausländischen Anlegern auf Dividenden, beziehungsweise auf Kapitalerträge zu zahlen sind. Zwischen Deutschland und den USA ist das Doppelbesteuerungsabkommen bereits seit 1990 in Kraft (4).

Wie holt man sich die US-Quellensteuer zurück?

Da wir ja bereits wissen, dass es zwischen Deutschland und den USA ein Doppelbesteuerungsabkommen gibt, wissen wir auch, dass wir die US-Quellensteuer zurückfordern können. Die Frage ist nur wie. In den meisten Fällen sehen die Quellenstaaten bestimmte Formulare vor.

Die US-Quellensteuer kann im Vorhinein ermäßigt und im Nachhinein zurückerstattet werden.

Eine Übersicht mit den aktuellen Formularen kannst du zum Beispiel auf der Seite des Bundeszentralamts für Steuern finden (3, 4).

Außerdem kannst du dir die Formulare auch direkt bei den jeweiligen ausländischen Finanzverwaltungen anfordern.

In den meisten Fällen werden die Quellensteuerformulare auf der Homepage der ausländischen Finanzverwaltung zur Verfügung gestellt.

Wann wird die US-Quellensteuer fällig?

Die Quellensteuer wird, wie die meisten anderen Steuern am 15. Kalendertag des Folgemonats abgeführt. Die Quellensteuer wird automatisch vom jeweiligen Ertrag abgezogen und geht somit direkt an den Quellenstaat.

Aktienkurse können sich stündlichen verändern. Aus diesem Grund ist bei der Wahl der richtigen Aktie höchste Vorsicht und ein bisschen Glück geboten. (Bildquelle: Michael Fortsch / Unsplash)

Allerdings kann man, wie bereits erwähnt, sowohl im Vorhinein einen Antrag auf Ermäßigung der Steuer stellen, als auch im Nachhinein die Steuer zurückzufordern (7, 8).

Welche Steuer bezeichnet man als Quellensteuer?

Die Quellensteuer bezeichnet die Erhebungsform einer Ertragssteuer. Wenn der Steuerabzug an der Quelle der Zahlung, also dem Quellenstaat, erfolgt, spricht man von Besteuerung an der Quelle. Bei dieser Form der Besteuerung wird die Steuer einfach abgezogen und nur mehr der Nettobetrag an den Anleger ausgezahlt (1).

Was ist die Lohnsteuer?

Die Lohnsteuer ist eine Form der Einkommenssteuer. Der Arbeitgeber behält für jeden Arbeitnehmer die Lohnsteuer ein und bezahlt sie dann direkt an das Finanzamt. Wie viel Lohnsteuer man zahlen muss, wird in Deutschland nach einem Grundprinzip geregelt. Wer mehr verdient, zahlt auch mehr Steuern.

Je höher also das Einkommen, desto höher auch der Lohnsteuerprozentsatz. Zurzeit liegt dieser zwischen 14 und 45 Prozent des gesamten Einkommens pro Jahr (1).

Was ist die Kapitalertragsteuer?

Die Kapitalertragssteuer ist eine Erhebungsform der Einkommenssteuer und der Körperschaftssteuer. Abgekürzt wird die Kapitalertragssteuer in KESt, KapESt, KapErSt und KapSt. Als Quellensteuer wird sie bei Erträgen von der direkten Zahlstelle an das Finanzamt übermittelt. Die Kapitalertragsteuer beträgt in Deutschland 25% (1, 2).

Wie hoch ist die Quellensteuer in anderen Ländern?

Die Quellensteuern variiert von Land zu Land. So kann es zum Beispiel sein, dass die Quellensteuer in der Schweiz 35 Prozent beträgt und im Vereinigten Königreich 0 Prozent (6).

Quellenland Währung Prozentsatz
Belgien Euro 30 %
Frankreich Euro 30 %
Schweiz Franken 35 %
Vereinigtes Königreich Pfund 0 %
Russland Rubel 15 %
China Renminbi 10 %
Japan Yen 15 %

Die angeführten Steuersätze sind die grundsätzlich geltenden Quellensteuersätze, die zunächst beglichen werden müssen. In einigen Fällen gibt es aber zwischen den Ländern Doppelbesteuerungsabkommen, die bei der Ermäßigung und der Rückerstattung der Quellensteuer abhelfen. Dies muss man sich allerdings im Detail nochmal anschauen, in der PWC-Tabelle.

Mit welchen Ländern hat Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen?

Deutschland hat mittlerweile mit 61 Ländern auf der ganzen Welt ein Doppelbesteuerungsabkommen. Das ermöglicht deutschen Anlegern, in den jeweiligen Ländern, nicht unnötig viele Steuern zu zahlen und einen höheren Ertrag.

Ohnehin ist es von Vorteil, sein Geld ausschließlich in Ländern zu investieren in denen auch das Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland gilt. Es gibt eine Liste des Bundesministeriums, in der alle Länder angeführt werden, mit denen Deutschland ein Abkommen pflegt (9).

Fazit

In der Vergangenheit haben sich der Schweizer Franken, die Norwegische Krone und auch der US-Dollar als äußerst sicher erweisen. Aus diesem Grund ist es mit Sicherheit eine gute Idee sein Geld im Ausland anzulegen. Die Geldanlage in den USA kann äußerst lukrativ für den Anleger sein, wenn er ein paar kleine Details beachtet.

Bei der US-Quellensteuer ist es wichtig, dass du entweder bereits im Vorhinein einen Antrag auf Ermäßigung stellen oder die Steuer im Nachhinein zurückfordern. Wichtig ist auch, die Steuersätze der Quellensteuer zu beachten, bevor man in neue Aktien und Fonds investiert.

Vor allem aber sollte man die Aktien beziehungsweise das Quellenland unter Berücksichtigung des Doppelbesteuerungsabkommen auswählen. Falls du noch Fragen hast haben wir auch noch andere Finanztips für dich auf Lager.

Bildquelle: Markus Spiske / Unsplash

Einzelnachweise (10)

1. Kirsch Sebastian. Wirtschaftswoche. Anlegen in den USA kann teuer werden. (2017). Abgerufen am: 15.04.2021
Quelle

2. Seidel, Frank. "Rechtfertigungsadäquanz Der Quellensteuern Auf Dividenden." Besteuerung Von Auslandsinvestitionen. Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag. 201-24. Web.
Quelle

3. Seidel, Frank. "Quellensteuern Und Abzugsverbot Für Dividendenbezogene Aufwendungen." Besteuerung Von Auslandsinvestitionen. Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag. 233-48. Web.
Quelle

4. Bundeszentralamt für Steuer. Erstattungsverfahren nach § 50d Absatz 1 EStG. 2021. Abgerufen am: 13.04.2021
Quelle

5. Janik, Florian. "Warum Investieren Deutsche Betriebe Im Ausland?" List Forum Für Wirtschafts- Und Finanzpolitik 34.3 (2008): 230-43. Web.
Quelle

6. Börse.de. Dividenden: Quellensteuer bei ausländischen Aktien. 2021. Abgerufen am: 14.04.2021
Quelle

7. Brähler, Gernot. Steuerlich Optimale Gestaltung Von Grenzüberschreitenden Umstrukturierungen (2006). Web.
Quelle

8. Börse express. Internationale Quellensteuer - ein Überblick. 2020. Abgerufen am: 13.04.2021
Quelle

9. Bundeszentralamt für Steuer. Ausländische Quellensteuer. 2021. Abgerufen am: 14.04.2021
Quelle

10. DKB Das kann Bank. US-Quellensteuer. 2021. Abgerufen am: 12.04.2021
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Wissenschaftlicher Artikel
Kirsch Sebastian. Wirtschaftswoche. Anlegen in den USA kann teuer werden. (2017). Abgerufen am: 15.04.2021
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Wissenschaftliche Arbeit
Seidel, Frank. "Rechtfertigungsadäquanz Der Quellensteuern Auf Dividenden." Besteuerung Von Auslandsinvestitionen. Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag. 201-24. Web.
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Wissenschaftliche Arbeit
Seidel, Frank. "Quellensteuern Und Abzugsverbot Für Dividendenbezogene Aufwendungen." Besteuerung Von Auslandsinvestitionen. Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag. 233-48. Web.
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Formulare und Anträge
Bundeszentralamt für Steuer. Erstattungsverfahren nach § 50d Absatz 1 EStG. 2021. Abgerufen am: 13.04.2021
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Wissenschaftliche Arbeit
Janik, Florian. "Warum Investieren Deutsche Betriebe Im Ausland?" List Forum Für Wirtschafts- Und Finanzpolitik 34.3 (2008): 230-43. Web.
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Artikel, Beitrag
Börse.de. Dividenden: Quellensteuer bei ausländischen Aktien. 2021. Abgerufen am: 14.04.2021
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Wissenschaftliche Arbeit
Brähler, Gernot. Steuerlich Optimale Gestaltung Von Grenzüberschreitenden Umstrukturierungen (2006). Web.
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Artikel, Beitrag
Börse express. Internationale Quellensteuer - ein Überblick. 2020. Abgerufen am: 13.04.2021
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Formulare und Anträge
Bundeszentralamt für Steuer. Ausländische Quellensteuer. 2021. Abgerufen am: 14.04.2021
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Wissenschaftliche Arbeit
DKB Das kann Bank. US-Quellensteuer. 2021. Abgerufen am: 12.04.2021
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