Zuletzt aktualisiert: 3. Juni 2021

In Deutschland hat hochgerechnet mehr als die Hälfte der Bevölkerung einen Pkw. 2019 kam es zu 2,7 Millionen Unfällen im deutschen Straßenverkehr, wobei bereits kleine Blechschäden dazu zählen. (1) Das heißt, dass mindestens 5 % der PKW Besitzer*innen in einem Unfall pro Jahr involviert sind.

Da stellt sich natürlich die Frage, wie man sich am besten finanziell vor dieser Gefahr schützt. Denn jeder Unfall erhöht die zukünftigen Kosten deiner Kfz-Versicherung.

Der Rabattschutz wirkt dem genannten Problem entgegen. Indem du zusätzlich zu deiner Kfz-Versicherung einen Rabattschutz abschließt, rutschst du trotz eines Unfalles nicht in eine niedrigere Schadenfreiheitsklasse. Erfahre mehr darüber, ob sich ein Rabattschutz für dich auszahlt im folgenden Artikel. Wir haben dir die wichtigsten Punkte aufgelistet und wesentlichen Fragen beantwortet.




Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einem Rabattschutz hast du sozusagen einen Unfall pro Jahr frei. Du wirst also nach einem Unfall nicht in eine höhere Schadenfreiheitsklasse gestuft und deine Versicherungsprämie erhöht sich nicht.
  • Ein Rabattschutz erhöht deine Versicherungsprämie um rund 15 - 30 %.
  • Um einen Rabattschutz abzuschließen, musst du mindestens 23 Jahre alt sein, in der Schadenfreiheitsklasse 4 eingestuft sein und die letzten 12 Monate unfallfrei gewesen sein.

Hintergründe: Alles was du über den Rabattschutz wissen solltest

In diesem Teil wollen wir dir die wichtigsten Fragen rund um das Thema Rabattschutz beantworten, sodass du danach bestens informiert bist, was es zu beachten gilt.

Was ist ein Rabattschutz?

Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich beim Rabattschutz, um einen Schutz, den ein/e Versichert/e zusätzlich zu einer KfZ Versicherungen abschließen kann. Konkret bedeutet das, dass man über die Versicherungsprämie hinaus einen Beitrag für den Rabattschutz zahlt. Dafür darf man pro Jahr einen Unfall melden, ohne automatisch in eine niedrigere Schadenfreiheitsklasse zu fallen. (2)

Denn normalerweise ist es so, dass nach einem Unfall die Versicherung zwar diesen übernimmt, jedoch musst du in Zukunft mit höheren Beiträgen rechnen. Das ist darauf zurückzuführen, dass du nach einem Unfall in der Schadenfreiheitsklasse nach unten rückst.

Je nachdem wie lange du unfallfrei fährst, musst du daher mehr oder weniger für deine Versicherung bezahlen. Falls du des Öfteren kleine Unfälle baust, wirst du daher jedes Mal zurückgestuft und musst im Endeffekt ein Vielfaches dessen zahlen, was du ursprünglich zahlen musstest.

Genau davor bewahrt dich der Rabattschutz. Denn sogar, wenn du einmal im Jahr einen Unfall hast, bleibst du in derselben Schadenfreiheitsklasse. Aber mehr dazu erfährst du in diesem Abschnitt.

Wie viel kostet ein Rabattschutz?

Die Kosten für einen Rabattschutz sind von Anbieter zu Anbieter verschieden. Immer dasselbe ist jedoch, dass der Rabattschutz auf die Versicherungsprämie hinzukommt. Meist wird daher der Tarif um 15 bis 30 % teurer. (3) Als grobe Regel gilt, dass sich ein Rabattschutz bis zu 20 % Aufschlag auszahlt. Vergleiche aber unbedingt Angebote mehrere Anbieter miteinander und wäge ab, ob der Rabattschutz für dich eine sinnvolle Investition darstellt.

Wann ist ein Rabattschutz sinnvoll?

Ein Rabattschutz ist sinnvoll, wenn du denkst, dass die Gesamtkosten dafür geringer sind als jene, die du für eine niedrigere Schadenfreiheitsklasse zahlen würdest.

Autoscheinwerfer und Hubraum, der von Unfall zerstört ist.

Nach einem Unfall wirst du bei deiner Autoversicherung in eine niedrigere Schadenfreiheitsklasse heruntergestuft. Dadurch drohen hohe Kosten. (Bildquelle: Unsplash / Clark Van Der Beken)

Das heißt, falls du verhindern willst, dass du in Zukunft mit höheren Versicherungskosten zu tun hast, kannst du dich für einen Rabattschutz entscheiden. (4) Wem ein Rabattschutz am ehesten ans Herz zu legen ist, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Für wen ist ein Rabattschutz sinnvoll?

Prinzipiell lässt sich sagen, dass der Rabattschutz für jeden sinnvoll ist, der in keine niedrigere Schadenfreiheitsklasse rutschen will. (5) Grob kann man trotzdem für folgende Personengruppen eine besondere Empfehlung für den Rabattschutz aussprechen:

  • Fahrer*innen, die oft durch Unaufmerksamkeiten Schäden verursachen.
  • Berufspendler*innen sowie Personen, die jeden Tag längere Strecken mit dem Auto fahren.
  • Besitzer/innen eines teuren Kraftfahrzeuges, bei welchem Schäden mit einer hohen Summe verbunden sind.

Die aufgezählten Personengruppen sind jene, die dem höchsten Unfallrisiko ausgesetzt sind. Gerade bei Berufspendlern, die jeden Tag lange in ihrem Auto sitzen, ist natürlich die Gefahr früher oder später in einen Unfall verwickelt zu sein, statistisch signifikant.

Aber auch Fahrer, die selten fahren und dazu neigen öfter kleine Schäden zu verursachen, haben mit dem Rabattschutz sicher keine schlechte Wahl getroffen. Letztlich gilt das auch für Besitzer eines besonders teuren Autos.

Welche Voraussetzungen gelten für den Rabattschutz?

Meist kann man einen Rabattschutz erst ab einer gewissen Anzahl an unfallfreien Jahren beantragen. Konkret muss man bei den meisten Versicherungen mindestens 4 Jahre unfallfrei fahren und über 23 Jahre alt sein. Das heißt, dass man sich mindestens in der 4. Schadenfreiheitsklasse befinden muss. Damit du einen besseren Überblick über diese Kategorisierung bekommst, haben wir dir in der folgenden Tabelle alles genau aufgelistet (6):

Schadenfreiheitsklasse Bedingung
Schadenfreiheitsklasse 0 (SF0) Fahranfänger*innen, der zum Ersten mal ein Fahrzeug versichert hat (weniger als 3 Jahre in Besitz von Führerschein)
Schadenfreiheitsklasse S (SFS) Rückstufung von Schadenfreiheitsklasse 1
Schadenfreiheitsklasse ½ (SF ½) Fahrer*in, der zum Ersten mal ein Fahrzeug versichert hat (mehr als 3 Jahre in Besitz von Führerschein)
Schadenfreiheitsklasse 1 (SF1) 1 Jahr kein Unfall
Schadenfreiheitsklasse 2 (SF2) 2 Jahre kein Unfall
Schadenfreiheitsklasse 3 (SF3) 3 Jahre kein Unfall
Schadenfreiheitsklasse 4 (SF4) 4 Jahre kein Unfall
bis Schadenfreiheitsklasse 35 (SF35) 35 Jahre kein Unfall

Wie du siehst, musst du also mindestens 4 Jahre keinen Unfall gebaut haben, um in die Schadenfreiheitsklasse 4 zu kommen. Ansonsten kannst du keinen Rabattschutz abschließen. Oftmals gilt auch als Voraussetzung, dass du zumindest in den letzten 12 Monaten keinen Unfall gehabt hast - unabhängig von deiner Schadenfreiheitsklasse.

Weiter ist zu beachten, dass du den Rabattschutz nicht nachträglich beantragen kannst. Du kannst also nicht nach einem Unfall für einen Rabattschutz ansuchen.

Welche Vorteile bietet der Rabattschutz?

Wie du bereits gelesen hast, bietet der Rabattschutz erstmals den Vorteil, dass du nicht in eine niedrigere Schadenfreiheitsklasse fallen kannst.

Mit einem Rabattschutz bekommst du pro Jahr einen Unfall sozusagen gut geschrieben.

Damit bietet er dir den Schutz vor deutlich höheren Versicherungskosten, falls du öfter als einmal in einen Unfall involviert bist. Im Schnitt würden sich ohne Rabattschutz die Versicherungskosten nach einem Unfall um rund ⅓ erhöhen. (7)

Welche Nachteile bietet der Rabattschutz?

Der Nachteil, der mit einem Rabattschutz einhergeht ist die Gebundenheit zu deiner Versicherung. Falls du nach einer Zeit deine Versicherung wechseln willst und zu einem anderen Anbieter gehst, stehst du möglicherweise vor einem großen Problem.

Denn bei der neuen Autoversicherung wirst du in deine reale Schadenfreiheitsklasse eingestuft, in der du ohne Rabattschutz wärst. Je nachdem wie viele Unfälle du in dieser Zeit gehabt hast, können dich daher hohe Kosten erwarten. Falls du aber keinen Unfall hattest, kannst du ohne Bedenken zu einem anderen Anbieter wechseln.

Kann man für eine Teilkaskoversicherung einen Rabattschutz abschließen?

Für eine Teilkaskoversicherung kann man keinen Rabattschutz beantragen. Weshalb das so ist, ist einfach zu erklären. Die Teilkaskoversicherung übernimmt lediglich Fremd verschuldete Schäden und hat daher keinen Einfluss auf deine Schadenfreiheitsklasse. Daher benötigst du gar keinen Rabattschutz. Du kannst nämlich nicht herabgestuft werden.

Ist ein Rabattschutz bei einem Versicherungswechsel übertragbar?

Der Rabattschutz kann bei einem Versicherungswechsel nicht übertragen werden. Es geht sogar so weit, dass man seine Sonderklasse verliert und bei der neuen Versicherung so eingestuft wird, als hätte man nie einen Rabattschutz in Anspruch genommen. (8)

Dunkler Taschenrechner mit roten Tasten und schwarzer Kulli mit goldener Umrandung liegen auf mehreren Blättern Papier.

Bevor du einen Rabattschutz abschließt, solltest du dir darüber bewusst sein, dass dir bei einem Versicherungswechsel hohe Kosten drohen. (Bildquelle: Pixabay / Edar)

Sei daher sehr vorsichtig bei der Wahl deiner Versicherung, falls du dich für einen Rabattschutz entscheidest. Falls du nämlich eines Tages deine Versicherung wechseln willst, erwarten dich unter Umständen sehr hohe Kosten. Nur falls du trotz Rabattschutz unfallfrei geblieben bist, musst du vor einem Versicherungswechsel nicht zurückschrecken.

Wie kann man einen Rabattschutz abschließen?

Informiere dich vorher intensiv über Angebote verschiedener Versicherungen. Erst dann solltest du mit der jeweiligen Versicherung Kontakt aufnehmen, um einen Rabattschutz zu beantragen. Gehe dafür entweder in das zuständige Büro, rufe bei der Versicherung an oder beantrage den Schutz durch ein paar Mausklicks online.

Was ist der Unterschied zwischen Rabattschutz und Rabattretter?

Der Rabattretter funktioniert ziemlich ähnlich wie der Rabattschutz. Auch er verspricht dich vor höheren Kosten zu bewahren. Anders als beim Rabattschutz, kannst du mit einem Rabattretter meist erst ab einer Schadenfreiheitsstufe von 20 oder 30 unfallfreien Jahren rechnen.

Das ist je nach Versicherung unterschiedlich. Zudem musst du keine höhere Prämie für den Rabattretter zahlen. Er bewahrt dich davor, dass du so weit zurückgestuft wirst, dass du eine höhere Prämie bezahlen musst. (9, 10) Diese Art des Schutzes ist aber bei neueren Verträgen nicht mehr üblich.

Fazit

Besonders Berufspendler*innen und Personen, die jeden Tag ihr Auto verwenden, haben ein erhöhtes Risiko eines Tages einen Unfall zu haben. Sobald es dazu kommt, werden die Kosten der Versicherung für die Folgejahre drastisch erhöht. Der Rabattschutz bewahrt dich vor einer solchen Situation.

Informiere dich aber genau, ob ein Rabattschutz für dich sinnvoll ist. Zudem solltest du die Angebote verschiedener Versicherungen miteinander vergleichen. Falls du einen Aufschlag von über 20 % zahlen müsstest, ist eher davon abzuraten.

Bildquelle: Luemuang / 123rf

Einzelnachweise (10)

1. Statista. (2020). Anzahl der Unfälle im deutschen Straßenverkehr in den Jahren 2012 bis 2019. Abgerufen am 23.04.2021.
Quelle

2. Geld.de (2021). Rabattschutz. Abgerufen am 23.04.2021.
Quelle

3. Auto Bild. (2019). Schutz für den Schadenfreiheitsrabatt. Abgerufen am 23.04.2021.
Quelle

4. ADAC. (2021). Autoversicherung: Ohne Rabattschutz kann es teuer werden. Abgerufen am 23.04.2021.
Quelle

5. Gabler Wirtschaftslexikon. (n.A.). Schadenfreiheitsklassen. Abgerufen am 23.04.2021.
Quelle

6. Finance Scout 24. (2021). Schadenfreiheits­klasse: So funktioniert das System. Abgerufen am 23.04.2021.
Quelle

7. Check24. (2011). Kfz-Versicherung: Vor- und Nachteile von Rabattschutz und -retter. Abgerufen am 23.04.2021.
Quelle

8. Verivox. (2021). RABATTRETTER UND RABATTSCHUTZ. Abgerufen am 23.04.2021.
Quelle

9. VDMF. (2016). Rabattretter. Abgerufen am 23.04.2021.
Quelle

10. Hannoversche. (2021). Rabattschutz in der Kfz-Versicherung – Schäden ohne Rückstufung. Abgerufen am 23.04.2021.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Statistik
Statista. (2020). Anzahl der Unfälle im deutschen Straßenverkehr in den Jahren 2012 bis 2019. Abgerufen am 23.04.2021.
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Lexikon
Geld.de (2021). Rabattschutz. Abgerufen am 23.04.2021.
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Zeitungsartikel
Auto Bild. (2019). Schutz für den Schadenfreiheitsrabatt. Abgerufen am 23.04.2021.
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Internetbeitrag
ADAC. (2021). Autoversicherung: Ohne Rabattschutz kann es teuer werden. Abgerufen am 23.04.2021.
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Lexikon
Gabler Wirtschaftslexikon. (n.A.). Schadenfreiheitsklassen. Abgerufen am 23.04.2021.
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Internetbeitrag
Finance Scout 24. (2021). Schadenfreiheits­klasse: So funktioniert das System. Abgerufen am 23.04.2021.
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Studie
Check24. (2011). Kfz-Versicherung: Vor- und Nachteile von Rabattschutz und -retter. Abgerufen am 23.04.2021.
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Internetbeitrag
Verivox. (2021). RABATTRETTER UND RABATTSCHUTZ. Abgerufen am 23.04.2021.
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Lexikon
VDMF. (2016). Rabattretter. Abgerufen am 23.04.2021.
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Internetbeitrag
Hannoversche. (2021). Rabattschutz in der Kfz-Versicherung – Schäden ohne Rückstufung. Abgerufen am 23.04.2021.
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