Smart Contracts
Zuletzt aktualisiert: 4. Juni 2021

Verträge können mit einem sehr großen Aufwand verbunden sein. Der Fortschritt der Technologie ermöglicht nun Smart Contracts. Diese gewinnen auch immer mehr an Bedeutung. Mithilfe der Blockchain Technologie können Smart Contracts Prozesse optimieren und vereinfachen. Diese garantiert dir Sicherheit und versucht somit dein Vertrauen zu gewinnen. Smart Contracts stellen eine bedeutende Innovation im Vergleich zu herkömmlichen Verträgen dar.

Unternehmen können mit der Erstellung von Smart Contracts einen besonderen Mehrwert schaffen. Bevor die Transaktionen durchgeführt werden können, müssen sie zunächst von einem Rechnernetzwerk bestätigt werden. Eine manuelle Kontrolle der Verträge und Vereinbarungen wird entsprechend nicht mehr notwendig sein. Im Folgenden wollen wir dir erklären was Smart Contracts sind und wie diese funktionieren.




Das Wichtigste in Kürze

  • Smart Contracts basieren auf einer Blockchain-Technologie. Sie sind autonome und selbstausführende Programme, welche vertrauliche Transaktionen unter bestimmten Bedingungen ausführen.
  • Die Smart Contracts können bereits in vielen verschiedenen Bereichen angewendet werden und stellen eine Innovation zu klassischen Verträgen dar.
  • Das Konzept der digitalen Verträge ist noch nicht vollständig konzipiert. Der von Menschen erstellte Programmcode kann somit auch entsprechende Risiken und Schwachstellen mit sich bringen.

Hintergründe: Was du über Smart Contracts wissen solltest

Grundsätzlich sind die Smart Contracts mit den klassischen Verträgen vergleichbar. Der Vertrag wird zwischen zwei oder mehreren Parteien geschlossen und enthält entsprechende Informationen. Er ist lediglich auf einer Softwarebasis mithilfe einer Programmiersprache programmiert.

Vertragspartner müssen sich nach dem Abschluss des Vertrags um nicht weiteres mehr kümmern. Auch die menschliche Überwachung und Kontrolle der Verträge ist somit nicht mehr notwendig. Alles erfolgt automatisiert und selbstständig.

Was sind Smart Contracts?

Ein Smart Contract ist eine Anwendung, beziehungsweise ein Programm, welches auf einer Blockchain-Technologie basiert (1). Im Wesentlichen ermöglicht er die Erstellung von digitalen Verträgen. Die digitalen Verträge sind selbstausführend. Vertrauliche Transaktionen und Vereinbarungen werden also mithilfe eines Algorithmus ausgeführt.

Blockchain Smart Contracts bieten die Möglichkeit vertrauensvolle Protokolle zu erstellen. Somit können Parteien eine Blockchain Verpflichtung eingehen, ohne sich gegenseitig zu kennen und sich zu vertrauen.

Die digitalen Vereinbarungen, werden durch einen bestimmten Satz von Regeln durchgesetzt. Diese Bedingungen werden mithilfe von einem Computercode vordefiniert, welcher dann von allen Netzwerkknoten kopiert und anschließend durchgeführt wird. Die Transaktionen werden daraufhin nur ausgeführt, wenn die entsprechenden Bedingungen erfüllt sind. Sie gewährleisten somit eine ausreichende Rechtssicherheit (2, 3).

Ethereum

Ethereum ist eine der bekanntesten dezentralen Software Plattformen und basiert auf der Blockchain-Technologie, dem gleichen technischen Fundament wie Bitcoin (4). Im Vordergrund stehen im Besonderen digitale Verträge und Vereinbarungen, die Smart Contracts. Die Smart Contracts dafür verantwortlich, dass die Blockchain-Operationen, welche bei einer Interaktion zwischen Benutzern stattfinden, gezielt ausgeführt und verwaltet werden.

Smart Contracts

Smart Contracts stellen eine bedeutende Innovation im Vergleich zu klassischen Verträgen dar. Sie können die Vertragsform der Zukunft darstellen. (Bildquelle: Sean Pollock/ Unsplash)

Smart Codes werden somit von einem Computercode gesteuert. Wenn eine Transaktion ausgeführt wird, werden die Informationen an alle Computer, welche mit dem Netzwerk verbunden sind, gesendet und gespeichert.

Wie funktionieren Smart Contracts?

Smart Contracts funktionieren wie ein deterministisches digitales Programm. Die Aufgaben werden nur ausgeführt, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Die Informationen, welche der digitale Vertrag beinhaltet, basieren auf einem Programmcode, welcher auf einem verteilten System, einer Blockchain, läuft. Smart Contracts erfolgen nach dem Wenn-Dann-Prinzip. Die Vertragsbedingungen werden bei der Erstellung vordefiniert.

Wenn diese gegeben sind, werden die Vereinbarungen automatisiert durchgeführt. Smart Contracts werden mithilfe grundsätzlich mit der vertragsorientierten Programmiersprache Solidity programmiert. Diese ermöglicht die Implementierung von Smart Contracts auf verschiedenen Blockchain Plattformen. Es besteht ausschließlich der Notwendigkeit eines Browsers.

Was sind die wesentlichen Merkmale von Smart Contracts?

Smart Contracts sind im Wesentlichen vergleichbar mit den klassischen Verträgen. Dennoch wollen wir dir in diesem Artikel die wichtigsten Merkmale erläutern (5). Im Besonderen weisen die Smart Contracts folgende Merkmale auf:

Sicher und transparent: Durch ein kryptografisches Verschlüsselungsverfahren sind die digitalen Verträge sehr sicher und somit auch vor Hackern geschützt. Smart Contracts basieren auf einer öffentlichen Blockchain. Der Quellcode ist damit unveränderlich und für jeden sichtbar. Er kann somit von jedem nachvollzogen werden.

Autonom und unabhängig: Smart Contracts sind selbstausführende Programme. Dritte Vertragspartner sind bei den Smart Contracts nicht mehr notwendig. Zur Verifikation dient lediglich die Blockchain, welche nicht verändert werden kann. Die Blockchain übernimmt alle Funktionen. Somit auch die Validierung der Transaktionen.

Unveränderlich: Die Vertragsbedingungen können nicht einfach verändert werden. Sie führen lediglich nur die Handlungen aus, welche konzipiert worden sind. Funktionen können nachträglich nicht mehr hinzugefügt werden. Mithilfe einer bestimmten Funktion in dem Quellcode kann der Smart Contract allerdings gelöscht werden und durch einen neuen ersetzt werden.

Effizient: Kann kommerzielle und bürokratische Systeme schon bald ersetzen und beansprucht weniger Zeit. Es muss somit nicht alles manuell bearbeitet werden. Betriebskosten können somit erheblich reduziert werden. Automatische Ausführung. Gewöhnliche Verträge sind deutlich umfangreicher und dementsprechend auch aufwendiger.

Dezentral: Die Datenbank ist nicht auf einem zentralen Server hinterlegt, sondern verteilt auf eine Vielzahl an Computern. Die digitalen Verträge sind somit unabhängig. Jede Partei besitzt dementsprechend die gleichen Rechte und Möglichkeiten auf die Blockchain.

In welchen Anwendungsbereichen sind mit Smart Contracts möglich?

Smart Contracts können in vielen verschiedenen Wirtschaftszweigen vorkommen und dementsprechend auch angewendet werden (6). Somit sind auch entsprechend viele Bereiche vorstellbar, welche von diesen profitieren können. Im Folgenden haben wir dir einige Anwendungsbereiche herausgesucht, um dir einen Überblick zu geben:

Anwendungsbereich Erläuterung
E-Commerce Smart Contracts stellen eine gemeinsame Vertragsbasis dar. Transaktionen wie Bezahlvorgänge, die in dem Unternehmen verankerte Finanzbuchhaltung und logistische Handlungen können langfristig optimiert werden.
Gesundheitswesen Die Abbildung und Abwicklung von Versicherungen stehen in diesem Zusammenhang im Zentrum. Transaktionen können einfach nachvollzogen werden und Parteien können Informationen problemlos einsehen und verwalten.
Finanzwesen Die digitalen Verträge ermöglichen Transaktionen unter vereinbarten Voraussetzungen. Ein Darlehen kann beispielsweise vollständig bewährt werden, wenn die entsprechenden Bedingungen erfüllt werden, welche in dem Vertrag definiert sind.
Immobilien Mietverhältnisse können über Smart Contracts abgebildet und geregelt werden. Mietpreise können dezentral und automatisch gesteuert werden, wenn im Mietvertrag Vereinbarungen diesbezüglich getroffen worden sind. Grundstücke können über die digitalen Verträge gekauft und verkauft werden.

Welche Vorteile haben Smart Contracts?

Wenn es um den Austausch oder die Übertragung von Geldern zwischen zwei Parteien geht, können sie sehr nützlich sein. Smart Codes sind anpassbar und können auf verschiedene Arten gestaltet werden. Sie sind dezentrale und selbst ausführende Programme und sorgen somit für eine hohe Transparenz.

Gleichzeitig bringen Smart Contracts auch finanzielle Vorteile mit sich und die Betriebskosten können deutlich reduziert werden. Die Effizienz wird erheblich gesteigert und der bürokratische Aufwand reduziert.

Die relevanten Informationen sind bereits vordefiniert und in der Blockchain gespeichert. Somit können die Smart Contracts können schon in wenigen Minuten ausgeführt werden. Menschen, welche sich nicht kennen und noch keinen Kontakt zueinander aufgebaut haben, können mit dieser Technologie sichere Transaktionen ausführen. Blockchains stellen in diesem Bezug ein besonderes Vertrauen her.

Welche Nachteile und Beschränkungen haben Smart Contracts?

Grundsätzlich werden schriftliche und mündliche Verträge mit digitalen Vereinbarungen ersetzt. Smart Codes bestehen aus einem Computercode, welcher von Menschen geschrieben wird. Damit sind auch entsprechende Risiken mit verbunden (7). Der Code kann Schwachstellen und Fehler aufweisen. Besonders wenn es um hohe Geldbeträge geht und vertrauliche Informationen, sollten diese Codes von Erfahrenen Personen konzipiert sein.

Smart Contracts

Parteien können mithilfe der Blockchain-Technologie Verpflichtungen und Verträge eingehen, ohne sich gegenseitig zu kennen. Die Blockchain vermittelt hierbei das notwendige Vertrauen. (Bildquelle: Bram Naus / Unsplash)

Smart Contracts basieren auf einem Blockchain-System. Nachträglich können die Bedingungen also nicht mehr so leicht verändert werden. Das kann natürlich Vorteile mit sich bringen, aber auch erhebliche Nachteile. Das Konzept der digitalen Verträge ist grundsätzlich noch nicht vollständig konzipiert und das Auftreten von Fehlern ist möglich.

Wie sind die rechtlichen Bedingungen von Smart Contracts?

Ein Vertrag ist eine Vereinbarung zwischen zwei oder mehreren Parteien. Er beinhaltet im Wesentlichen Vertragsinformationen und die rechtlich bindenden Willenserklärungen der Vertragspartner. Der digitale Vertrag ist grundsätzlich mit einem gewöhnlichen schriftlichen oder mündlichen Vertrag vergleichbar.

Code ist Gesetz.

Die Informationen werden bei der Entwicklung in dem Programmcode erstellt. Es gilt hierbei: Code ist Gesetz (8). Smart Contracts beinhalten eine Wenn-Dann-Regel, die entsprechenden Bedingungen müssen also erfüllt sein, um einen Vertrag rechtswirkend abzuschließen. Die Rechtssicherheit ist bei klassischen Verträgen dennoch um einiges höher.

Fazit

Smart Contracts können kommerzielle und bürokratische Systeme schon bald ersetzen und automatisieren. Verträge können schnell und problemlos geschlossen werden. Eine Interaktion von Personen ist nicht mehr notwendig. Grundsätzlich sind sie sehr sicher und Geschäfte und Vertragsabschlüsse können deutlich vereinfacht werden. Neben den zahlreichen Vorteilen, welche die digitalen Verträge mit sich bringen weisen diese auch einige Schwachstellen auf.

Sie sind eng mit dem technologischen Fortschritt verbunden und nehmen einen deutlichen Einfluss auf die Zukunft. Smart Contracts können die Vertragsform der Zukunft darstellen. Wir sind sehr gespannt darauf wie sich die Smart Contracts in den folgenden Jahren weiter entwickeln werden und welchen Stellenwert sie in der Zukunft haben werden. Eine gewisse Grundlage wurde bereits geschaffen.

Bildquelle: Mediensturmer / Unsplash

Einzelnachweise (8)

1. Mitschele, Andreas: Smart Contract. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon 2018. Abgerufen am 28.04.2021.
Quelle

2. Bitkom. Blockchain in Deutschland – Einsatz, Potentiale, Herausforderungen
Quelle

3. J. Schellinger et al. (Hrsg.), Digitale Transformation und Unternehmensführung.
Quelle

4. Müller, René. "Ethereum und Smart Contracts." Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (2018).
Quelle

5. Academy.binance.com. Was sind Smart Contracts? Abgerufen am 28.04.2021.
Quelle

6. Voshmgir, Shermin. Blockchains, smart contracts und das dezentrale Web. Berlin, Germany: Technologiestiftung Berlin, 2016.
Quelle

7. Wendzel S., Olschewski D. (2018) Internet of Things und Smart Contracts: Risiken bei der Digitalisierung von Unternehmen. In: Barton T., Müller C., Seel C. (eds) Digitalisierung in Unternehmen. Angewandte Wirtschaftsinformatik. Springer Vieweg, Wiesbaden.
Quelle

8. Wilkens, Robert, and Richard Falk. Smart Contracts: Grundlagen, Anwendungsfelder und rechtliche Aspekte. Springer-Verlag, 2019.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Smart Contract
Mitschele, Andreas: Smart Contract. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon 2018. Abgerufen am 28.04.2021.
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Blockchain in Deutschland – Einsatz, Potentiale, Herausforderungen
Bitkom. Blockchain in Deutschland – Einsatz, Potentiale, Herausforderungen
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Digitale Transformation und Unternehmensführung
J. Schellinger et al. (Hrsg.), Digitale Transformation und Unternehmensführung.
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Ethereum und Smart Contracts
Müller, René. "Ethereum und Smart Contracts." Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (2018).
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Was sind Smart Contracts?
Academy.binance.com. Was sind Smart Contracts? Abgerufen am 28.04.2021.
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Blockchains, Smart Contracts und das Dezentrale Web
Voshmgir, Shermin. Blockchains, smart contracts und das dezentrale Web. Berlin, Germany: Technologiestiftung Berlin, 2016.
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Internet of Things und Smart Contracts: Risiken bei der Digitalisierung von Unternehmen
Wendzel S., Olschewski D. (2018) Internet of Things und Smart Contracts: Risiken bei der Digitalisierung von Unternehmen. In: Barton T., Müller C., Seel C. (eds) Digitalisierung in Unternehmen. Angewandte Wirtschaftsinformatik. Springer Vieweg, Wiesbaden.
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Smart Contracts: Grundlagen, Anwendungsfelder und rechtliche Aspekte
Wilkens, Robert, and Richard Falk. Smart Contracts: Grundlagen, Anwendungsfelder und rechtliche Aspekte. Springer-Verlag, 2019.
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