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Zuletzt aktualisiert: 18. Februar 2021

Mit dem rasanten Anstieg von Bitcoin befassen sich immer mehr Menschen mit der Welt der Kryptowährungen. Wenn man da eingetaucht ist, entdeckt man viele verschiedene Möglichkeiten, die vielleicht in naher Zukunft bereits zum Alltag gehören könnten.

Heutzutage gibt es bereits ganz einfache, schnelle und günstige Varianten digital Zahlungen abzuschließen. Eine Variante möchten wir dir deshalb in diesem Artikel vorstellen: Stellar. Nicht nur erklären wir dir was Stellar ist und von wo es kommt, sondern geben dir dazu noch einen Einblick in die Funktionsweise und die Kryptowährung Stellar Lumens.




Das Wichtigste in Kürze

  • Stellar ist ein Netzwerk, welches Menschen aus der ganzen Welt in Verbindung setzt. Es erlaubt Unternehmen und Individuen am digitalen Zahlungsverkehr teilzunehmen.
  • Jed McCaleb, der Entwickler, hat den Konsensmechanismus von Stellar erneuert, welcher relevant für den Ablauf der Transaktionen ist.
  • Im Vergleich zu anderen Netzwerken werden Transaktionen innerhalb weniger Sekunden abgeschlossen und kosten nur einen Bruchteil der Kryptowährung Stellar Lumens. Diese dient dabei als interne Zwischenwährung.

Hintergründe: Was du über Stellar wissen solltest

Wer sich für Stellar und den digitalen Geldwechsel interessiert, sollte sich zuerst einige Kenntnisse darüber aneignen. Im folgenden Abschnitt lernst du die wichtigsten Informationen über Stellar und alles was damit in Verbindung steht.

Was ist Stellar?

Stellar ist ein Blockchain-Netzwerk, welche das Ziel hat Menschen und Firmen global zu verbinden und ihnen die Möglichkeit gibt, gebührenfrei Geld zu tauschen. Es ist ein dezentralisiertes Open-Source-Protokoll (1), was bedeutet, dass der Quelltext von Stellar öffentlich und für alle verfügbar ist.

Im Gegensatz zu einer proprietären Software kann der Code wieder- und weiterverwendet und sogar geändert werden. Dessen Nutzung ist nicht eingeschränkt.

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Auf Stellar kann mit verschiedenen Währungen, egal ob Fiat- oder Krypto-, gehandelt werden.
(Bildquelle: Jason Leung / unsplash)

Ihr Ziel ist es so den digitalen Zahlungsverkehr zu vereinfachen. Dazu möchten sie auch für diejenigen Zugang zum Markt verschaffen, die aufgrund mangelnder Infrastruktur keine Chance haben, elektronische Währungen zu nutzen. Stellar dient somit als Brücke zwischen Banken, Unternehmen und Individuen.

Es sollten alle Werte, Krypto- und Fiatwährungen (Euro, Dollar, etc.), miteinander getauscht werden können. Bei der Transaktion fallen dabei auch kaum Gebühren an und diese dauert auch keine Stunden oder Tage, sondern lediglich einige Sekunden. Unterstützung erhalten sie von der Stellar Development Foundation, einer gemeinnützigen Organisation.

Wie ist Stellar entstanden?

Gegründet wurde Stellar Anfang des Jahres 2014 von Jed McCaleb und Joyce Kim. Der Programmierer Jed McCaleb hat bereits vor Stellar bedeutende Organisationen ins Leben gerufen und zeigte somit viel Erfahrung in diesem Bereich.

  • Bis 2006 war er der CTO von eDonkey2000, eines Filesharing-Netzes.
  • Als dieser Vertrieb dann eingestellt wurde, wandte er sich an sein neues Projekt, Mt. Gox, welches später in eines der größten Handelsplätze für Bitcoin verwandelt wurde. McCaleb verkaufte das Unternehmen jedoch, bevor es aufgrund eines Hackerangriffs zugrunde ging.
  • Ripple ist ebenfalls ein Open-Source-Netzwerk, welches zusammen mit Ryan Fugger von McCaleb gegründet wurde. Das Ripple-Protokoll stellte zu Beginn sogar die Basis für Stellar dar, was allerdings auf die Dauer nicht funktionierte. Nachdem er auch dieses Unternehmen verlassen hatte, kam es 2014 zur Entstehung von Stellar.

Da das Netzwerk mit dem Protokoll von Ripple überlastet war, wurde ein aktualisierter Konsensmechanismus kreiert, der auf einem völlig neuen Code basiert. Im selben Jahr wurde die dazugehörige Kryptowährung Stellar Lumens (XLM) entwickelt, welches eine große Konkurrenz für Ripple (XRP) darstellt.

2017 ist Stellar eine Partnerschaft mit IBM eingegangen. IBM möchte dabei einen internationalen Zahlungsverkehr ermöglichen, der günstig und in Echtzeit ablaufen kann (2).

Wie funktioniert Stellar?

Stellar ähnelt einem Peer-to-peer-Netzwerk, bei welchem die Teilnehmer die gleichen Rechte teilen und direkt miteinander in Verbindung stehen. Gleichzeitig erinnert es an ein Zahlungsnetzwerk, welches für einen elektronischen Zahlungsverkehr sorgt.

Um Zahlungen ausführen zu können, nutzt Stellar sogenannte Anchors, welche die Ein- und Auszahlungen überwachen und dieses Guthaben verwalten. Die Aufgabe des Anchors wird von finanziellen Institutionen übernommen, z. B. Banken, die als wichtiger Knotenpunkt im System dienen (3).

Machen wir ein Beispiel: ein Teilnehmer möchte in Euro zahlen, doch es wird vom Empfänger in Yen verlangt. Der Betrag wird in Euro eingezahlt und zum derzeitigen Kurs in Lumen umgerechnet.

Lumen ist die interne Währung und wird bei jeder Transaktion verwendet, um einen passenden Transfer zu ermöglichen. Der Sinn dahinter ist, hohe Gebühren und schwankende Wechselkurse zu vermeiden.

Es wird vom Netzwerk ein Weg gesucht, um die Anfrage möglichst günstig umzusetzen, z. B. indem zwei andere Teilnehmer den gleichen Tausch in umgekehrter Richtung vornehmen wollen.

Die Verwaltung aller Transaktionen findet im Ledger statt.

Wenn so ein Auftrag nicht zur Verfügung steht, wird eine Kette von Umtauschen durchgeführt bis der gewünschte Betrag in Yen erreicht werden kann. Das Besondere sind die kurzen Transaktionszeiten, die lediglich Sekunden dauern und die niedrigen Gebühren, die jeweils 0,00001 Lumen betragen.

Im Ledger werden zu jedem Teilnehmer folgende Informationen gespeichert: Der Kontostand, also was sie besitzen und ihre Aktivitäten, also was sie mit den Werten vorhaben (1). Die Verifizierung dieser Informationen wird von den Anchors durch einen Konsensmechanismus ausgeführt.

Wie funktioniert das Konsens-Protokoll von Stellar?

Es wird ein Konsensmechanismus gebraucht, um die Validität des Ledgers zu prüfen. Bei Stellar wird dieser Konsens mit dem Stellar Consensus Protocol (SCP) erreicht.

Federated Byzantine Agreement

Das SCP basiert auf dem “Federated Byzantine Agreement” (FBA). Dies schließt sich aus dem Problem der byzantinischen Generäle, welches folgenden Ursprung hat: Die byzantinische Armee bereitet sich darauf vor eine Stadt anzugreifen und hat diese dabei umzingelt.

Die Generäle müssen sich auf eine Angriffsstrategie einigen, sind jedoch um die Stadt herum verteilt und können somit nicht direkt miteinander kommunizieren. Die Frage, die sich daraus stellt, ist:

Wie stellt man sicher, dass Individuen, die durch ihre Entfernung voneinander getrennt sind, sich absolut einig sind, bevor eine Aktion durchgeführt wird (4)?

Dazu besteht hier die Möglichkeit, dass einige Generäle oder Leutnante Verräter sind und die ganze Mission sabotieren möchten.

Dies kann auf Netzwerke, wie das von Stellar, übertragen werden. Die Knotenpunkte müssen sich an bestimmte Regeln halten und einen Konsens sicherstellen, wenn neue Informationen beigetragen werden.

Er ist nicht immer erkennbar, ob diese Knotenpunkte sich tatsächlich korrekt verhalten oder ob sie Fehler machen. Solange die Fehler vereinzelt auftreten, können sie von ehrlichen Teilnehmern überwältigt werden, sodass man dennoch zu einem beständigen Resultat kommt.

Stellar Consensus Protocol

Der Konsensmechanismus von Stellar wurde insofern erneuert, als nur noch ein kleiner Teil der entsprechenden Knotenpunkte (“quorum slices”) die Transaktionen bestätigen müssen. Somit muss nicht mehr das ganze Netzwerk einen Konsens, das sogenannte quorum, erreichen.

Das Prinzip der quorum slices ist deshalb sinnvoll, da für die Abstimmung die Anzahl der Knotenpunkte nicht bestimmt werden kann und es somit keine Mehrheit gibt, die einen Konsens schafft (5). Ebenfalls sind die Transaktionen auf Stellar demnach schneller abgeschlossen und kosten weniger.

Über Zeit kann festgestellt werden, welche Knotenpunkte vertrauenswürdig sind und diese bilden dann “quorum intersections”. Sie schützen das Netzwerk vor weniger vertrauenswürdigen Teilnehmern und vor Hackerangriffen.

Wie unterscheiden sich Stellar und Ripple?

Da sich Stellar zu Beginn an Ripple orientiert hat, zeigen sich viele Ähnlichkeiten zwischen den beiden Protokollen. Beide haben das Ziel des einfachen Geldwechsels, unabhängig davon, ob mit Fiat- oder Kryptowährungen gehandelt wird. Dabei können bis zu 1000 Transaktionen pro Sekunde durchgeführt werden.

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Beide Währungen haben das Ziel des einfachen Geldwechsels, unabhängig davon, ob mit Fiat- oder Kryptowährungen gehandelt wird.
(Bildquelle: WorldSpectrum/Pixabay.com)

Anders als bei anderen Plattformen beträgt die Transaktionszeit nur einige Sekunden und es fallen auch keine hohen Gebühren an. Stellar und Ripple sind beides Open-Source-Netzwerke und haben ein dezentralisiertes System, sodass jeder Teilnehmer die gleichen Rechte hat.

Jed McCaleb, der in beiden Projekten involviert war, hatte bei Stellar jedoch andere Absichten, weswegen auch einige Unterschiede bestehen.

Ripple Stellar
Quellcode, der zu Beginn von Stellar übernommen wurde erneuter Quellcode und somit neuer Konsensmechanismus
fokussiert sich ausschließlich auf Zahlungsverkehr zwischen Banken nimmt beim Zahlungsverkehr Rücksicht auf Unternehmen und Individuen
Ist eine gewinnorientierte Firma, hinter der eine private Gesellschaft steht Möchte als gemeinnützige Organisation es Entwicklungsländern möglich machen am elektronischen Geldwechsel teilzunehmen

Was ist Stellar Lumens (XLM)?

Um die Vorteile von Stellar überhaupt zu ermöglichen, braucht es eine interne Zwischenwährung, die bei einer Transaktion als erster Schritt gilt. Diese Währung ist Stellar Lumens, dessen Kürzel XLM ist.

Damit die gewünschte Währung überhaupt beim Teilnehmer ankommt, muss der Betrag zuerst in Lumen verrechnet werden. So eine Transaktion kostet jeweils ein Hunderttausendstel Lumen und dauert nur einige Sekunden.

Wie wird sich der Kurs von Stellar Lumens (XLM) weiterentwickeln?

2014 wurde Stellar Lumens eingeführt. Zu dieser Zeit kostete der Lumen 0,0027 $ (6). Mittlerweile hat sich sein Wert um mehr als das 200-fache erhöht (Stand: 02/2021). Ende 2020 stieg der Kurs seit längerer Zeit wieder über 0,1 $ und kann allgemein langfristig als gutes Investment angesehen werden. Dies ist somit eine von vielen Optionen, sein Geld anzulegen.

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Kurse von Kryptowährung können stark schwanken, weswegen dessen Prognose schwer einzuschätzen ist.
(Bildquelle: Austin Distel / unsplash)

Die Prognose sieht positiv aus (7), doch da der Kurs, vor allem bei Kryptowährungen, stark schwankt, gibt es hierbei keine Garantie. Bevor man in den Lumen investiert, sollte man sich gründlich darüber informiert haben und sichergehen, dass man sich Verluste leisten kann.

Wie kann ich Stellar Lumens (XLM) kaufen?

Eine Variante um Stellar zu kaufen ist in Form von einem CFD. Dies bedeutet, dass man als Anleger nicht einen Bruchteil des Unternehmens erwirbt, sondern man handelt mit der Kursdifferenz zwischen dem Ein- und Ausstiegspunkt. CFD bildet lediglich nach, wie sich die Kryptowährung entwickelt (8).

Um Stellar physisch zu kaufen, braucht man eine Wallet. Wie der Name bereits sagt, ist eine Wallet vergleichbar mit einer digitalen Brieftasche, die den Handel mit Stellar überhaupt erst ermöglicht.

Die Kryptowährung Stellar Lumens ist auf Krypto-Börsen erhältlich. Dort kann sie mit einer Kreditkarte oder per Banküberweisung gekauft werden. Falls man bereits eine Kryptowährung besitzt, kann diese ebenfalls als Zahlungsmittel dienen, um Stellar Lumens erhalten zu können. Es gibt verschiedene vertrauenswürdige Plattformen, z. B. eToro, die den Handel mit Kryptowährungen so einfach wie möglich gestalten.

Fazit

Der Entwickler hat vor Stellar bereits einige Projekte ins Leben gerufen und hatte somit mit Stellar ein klares Ziel. Es sollte den digitalen Zahlungsverkehr vereinfachen und es für alle, Privatpersonen, Banken und Unternehmen, zugänglich machen.

Die interne Kryptowährung, Stellar Lumens, dient dabei als Zwischenwährung, die den Handel verschiedener Währungen erst ermöglicht. Diese Transaktionen haben dank dem Stellar Lumens niedrige Gebühren und dauern nur einige Sekunden.

Da Stellar bereits einen langen Weg zurückgelegt hat, rechnen Experten mit einer langfristig positiven Entwicklung für den Stellar-Kurs. Da es jedoch viele Schwankungen geben kann, gibt es dafür keine Garantie, weswegen man sich solch eine Investition gut überlegen sollte.

Bildquelle: Shahurin / 123rf

Einzelnachweise (8)

1. Stellar.org: Intro to Stellar.
Quelle

2. Gevestor.de: Darum setzt IBM auf die Kryptowährung Stellar Lumens, Alexander Mittermeier.
Quelle

3. coin-helper.com: What is Stellar?
Quelle

4. medium.com: Understanding the Byzantine Generals’ Problem (and how it affects you), Anthony Stevens, 08.05.2018
Quelle

5. medium.com: Understanding the Stellar Consensus Protocol, Bob Glickstein, 13.03.2019
Quelle

6. coingecko.com: Stellar (XLM)
Quelle

7. blockchainwelt.de: Stellar (XLM) Prognose 2021 – 2025: Sieht gut aus, Kai Schiller, 05.02.2021
Quelle

8. finanzen.net: Stellar kaufen – diese Möglichkeiten gibt es, Markus Gentner
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Intro to Stellar
Stellar.org: Intro to Stellar.
Gehe zur Quelle
Darum setzt IBM auf die Kryptowährung Stellar Lumens
Gevestor.de: Darum setzt IBM auf die Kryptowährung Stellar Lumens, Alexander Mittermeier.
Gehe zur Quelle
What is Stellar?
coin-helper.com: What is Stellar?
Gehe zur Quelle
Understanding the Byzantine Generals’ Problem (and how it affects you)
medium.com: Understanding the Byzantine Generals’ Problem (and how it affects you), Anthony Stevens, 08.05.2018
Gehe zur Quelle
Understanding the Stellar Consensus Protocol
medium.com: Understanding the Stellar Consensus Protocol, Bob Glickstein, 13.03.2019
Gehe zur Quelle
Stellar (XLM)
coingecko.com: Stellar (XLM)
Gehe zur Quelle
Stellar (XLM) Prognose 2021 – 2025: Sieht gut aus
blockchainwelt.de: Stellar (XLM) Prognose 2021 – 2025: Sieht gut aus, Kai Schiller, 05.02.2021
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Stellar kaufen – diese Möglichkeiten gibt es
finanzen.net: Stellar kaufen – diese Möglichkeiten gibt es, Markus Gentner
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