steuererklärung
Zuletzt aktualisiert: 29. Juni 2021

Heutzutage steht die Steuererklärung bei vielen Menschen auf der jährlichen Agenda. Einigen anderen ist der Begriff jedoch weniger geläufig und manch einer hat überhaupt keinen Bezug zu dem Thema. Dabei lohnt sich die Abgabe einer Steuererklärung in den meisten Fällen. Denn auch bei geringen Einkünften erhalten viele Personen eine Steuererstattung für ihre Ausgaben.

In diesem Beitrag werden wir dir zunächst erläutern, was eine Steuererklärung genau ist und wie die Erstellung und Abgabe dieser funktioniert. Zudem verraten wir dir für wen es besonders sinnvoll sein kann, sie einzureichen. Final zeigen wir dir ebenso auf, mit welchen Programmen du deine Steuererklärung ganz einfach digital erledigen kannst.




Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland gibt es keine automatische Verpflichtung, eine Steuererklärung anzufertigen und einzureichen. Allerdings gelten für bestimmte Personengruppen entsprechend derer beruflichen Tätigkeiten individuelle Richtlinien, bspw. für Gewerbetreibende, Selbstständige und Landwirte.
  • Eine Steuererklärung lohnt sich oftmals jedoch auch für diejenigen Bürgerinnen und Bürger, welche nicht dazu verpflichtet sind, eine einzureichen. Besonders Werbungskosten sowie auch Sonderausgaben, außergewöhnliche Kosten und Handwerkerkosten können als Aufwendungen in einer Steuererklärung angesetzt werden.
  • Die allgemeine gesetzliche Abgabefrist für die Einreichung einer Steuererklärung beläuft sich meist auf Ende Juli des jeweiligen Jahres. Wenn du von einem Lohnsteuerhilfeverein oder auch von einem Steuerberater bei deiner Steuererklärung unterstützt wirst, so gilt es zumeist die Frist bis Ende Februar des Folgejahres zu wahren.

Hintergründe: Was du über die Steuererklärung wissen solltest

Bevor du deine Steuererklärung anfertigst, solltest du dich über die wichtigsten Punkte zu dem Thema informieren, um zunächst ein Grundverständnis für den Begriff zu entwickeln und um daraufhin einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Im Folgenden werden wir dir wichtige Fragen und Informationen zu dem Thema der Steuererklärung erläutern, um dir die bestmögliche Unterstützung für die Erstellung deiner eigenen Erklärung zu bieten.

Was ist eine Steuererklärung?

Der Begriff der Steuererklärung bezieht sich auf eine Erklärung über steuerlich erhebliche Sachverhalte. Diese kann mittelbar über eine Feststellung von Grundlagen der Besteuerung erfolgen oder auch unmittelbar als Grundlage der Steuerfestsetzung (1).

Es handelt sich folglich um die Erklärung eines steuerpflichtigen Bürgers über seine Grundlage der Steuerbemessung im Zuge einer Durchführung von Besteuerungen an das Finanzamt  (2). Schlussendlich handelt es sich bei der Steuererklärung um die Gesamtheit jeglicher Angaben zum Einkommen eines Menschen. Diese werden vom Finanzamt benötigt, damit dadurch die Höhe der Steuern definiert werden kann.

Wieso solltest du eine Steu­er­er­klä­rung machen?

Die Anfertigung einer Steuererklärung kann für Einzelpersonen oftmals sinnvoll sein. Dabei ist es ein Irrglaube, dass nur Gutverdiener von der Erklärung an das Finanzamt profitieren können. Ganz im Gegenteil, auch wenn du ein geringes Einkommen hast, jedoch über hohe Ausgaben verfügst, so solltest du auf jeden Fall eine Steuererklärung anfertigen und einreichen.

Allein im Jahr 2016 konnten rund 88 Prozent der Steuerpflichtigen mithilfe ihrer Steuererklärung eine Steuererstattung erzielen. Wohingegen bloß knapp 10 Prozent der Menschen eine Nachzahlung leisten mussten (3).

Wer ist dazu verpflichtet eine Steu­er­er­klä­rung abzugeben?

Bezüglich der Verpflichtung zur Erstellung und Abgabe einer Steuererklärung beim Finanzamt existieren bestimmte Gesetze. Hinsichtlich der Erklärungspflicht besteht eine Regelung im Einzelsteuergesetz § 149 Abgabenordnung (AO), hier wird festgelegt, wer genau zur Abgabe verpflichtet ist (1).

Die speziellen Pflichten zu den einzelnen Erklärungen ergeben sich primär aus den §§ 25 und 41 a des Einkommensteuergesetzes (EStG).

Allerdings ebenso aus diversen Gesetzestexten der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung sowie dem Körperschaftsteuer- und dem Umsatzsteuergesetz, dem Bewertungs-, dem Erbschaftsteuer- und Schenkungssteuergesetz, der Gewerbesteuer und final auch aus dem Grunderwerbsteuergesetz (1).

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Das Anfertigen einer Steuererklärung ist in den meisten Fällen sehr sinnvoll, auch wenn der Steuerzahler gesetzlich nicht dazu verpflichtet ist. (Bildquelle: Kelly Sikkema / Unsplash)

Du kannst bei Bedarf gerne in den entsprechenden Gesetzestexten genauere Informationen und Hintergründe zu den Verpflichtungen nachlesen. Um es nun einmal kurz für dich zusammenzufassen, es ist bloß ca. die Hälfte der Steuerzahler dazu verpflichtet eine Steuererklärung einzureichen. Zu denjenigen Personen zählen primär Gewerbetreibende, Selbstständige sowie Landwirte.

Wann solltest du freiwillig eine Steu­er­er­klä­rung einreichen?

Wie bereits zuvor erwähnt, kann die Anfertigung einer Steuererklärung in den meisten Fällen sinnvoll sein. Viele Arbeitnehmer sowie Rentner, sind nicht dazu verpflichtet, eine Erklärung anzufertigen und einzureichen. Dennoch bedeutet dies nicht selten, eine Menge Geld zu verschenken.

Darum wollen wir dir erläutern, wann es sinnvoll sein kann, freiwillig eine Steuererklärung einzureichen. Im Folgenden benennen wir diejenigen Kosten, für die das Einreichen einer freiwilligen Steuererklärung sinnvoll sein kann.

Kostentyp Erläuterung
Werbungskosten Unter Werbungskosten versteht man berufliche Ausgaben. Wenn diese hoch sind und den Pauschalbetrag von 1.000 Euro überschreiten, lohnt sich die Steuererklärung.

Beispiele sind Kosten für Bewerbungen, Fahrtkosten zur Arbeit, Kosten für Unfälle auf dem Arbeitsweg, Steuerberaterkosten, Kosten für Arbeitskleidung, Berufskrankheiten, Arbeitsmittel, Bewirtungskosten, Einrichtung eines Home-Office, Kontoführungskosten, Fort- und Weiterbildungskosten sowie Beitragszahlungen zu Berufsverbänden und Gewerkschaften (4).

Sonderausgaben Dazu gehört bspw. die gezahlte Kirchensteuer, ebenso wie Sozialversicherungsbeiträge und einige Aufwendungen im Zuge der Altersvorsorge. Ebenso können Schulgelder, Kosten der Kinderbetreuung und sogar Spenden als Sonderausgaben abgesetzt werden (5).
Handwerkerkosten Hierzu zählen haushaltsnahe Dienstleistungen und jegliche Kosten für diese. Grundsätzlich kannst du dir zumeist bis zu 20 Prozent der Fahrt- und Arbeitskosten von Handwerkern mithilfe einer Steuererklärung als Steuererstattung zurückholen.
Außergewöhnliche Belastungen Solche Belastungen beziehen sich auf Krankheitsfälle aus dem Vorjahr und weitere unvorhersehbar erhöhte Kostenlagen. Weitere Beispiele können auch die Pflege der Eltern oder der Angehörigen sein, Hochwasser oder andere Naturkatastrophen oder auch Beerdigungen. Hierbei muss beachtet werden, dass die festgelegten finanziellen Grenzen einer sog. „zumutbaren“ Belastung überschritten werden müssen, sodass diese als „außergewöhnlich“ gilt (6).

In diesen benannten Fällen, solltest du dir überlegen, ob du nicht freiwillig eine Steuererklärung anfertigen solltest. Oftmals kannst du dann, wie bereits erwähnt, einiges an Steuererstattungen erwarten.

Wie wird eine Steu­er­er­klä­rung angefertigt und was muss enthalten sein?

Die Anfertigung einer Steuererklärung kann entweder mithilfe eines Steuerberaters, eigenständig oder durch Online Dienste und Programme getätigt werden. Darüber hinaus stellen viele Finanzämter auch kostenlose Hilfen zur Verfügung. Dabei kannst du bspw. bei Unklarheiten, wie genau du deine Papiere auszufüllen hast, bei einer Servicestelle anrufen und mit Finanzbeamten deine Probleme klären.

Speziellere Fragen sollten jedoch bestenfalls direkt mit deinem Sachbearbeiter kommuniziert werden. Zudem erhältst du auch von der Finanzbehörde jegliche Papierformulare, die du für eine erfolgreiche Steuererklärung benötigst.

Dabei können die erforderlichen Unterlagen zumeist alle über die Bundesfinanzverwaltungs-Webseite heruntergeladen werden (7). In dem folgenden Abschnitt benennen wir dir die wichtigsten Punkte, die in der Steuererklärung enthalten sein sollten.

Welche Formulare müssen in die Steuererklärung?

Hierbei ist es nun für dich einmal wichtig zu unterscheiden, ob du deine Steuererklärung eigenständig anfertigen möchtest, oder aber ob du auf ein Steuerprogramm zurückgreifen willst, welches dir bei der Erstellung hilft. Denn je nachdem benötigst du mehr oder auch weniger Formulare für deinen Antrag.

Solltest du mit einem Programm arbeiten, so erstellt dieses für dich zumeist bereits einige der nötigen Formulare mithilfe deiner Angaben. Grundsätzlich gibt es die folgenden Formulare (8), die du deiner Steuererklärung ggf. beifügen solltest:

  • Hauptvordruck („ESt 1 A“, Mantelbogen)

Der Hauptvordruck „ESt 1 A“ Mantelbogen muss in jeder Steuererklärung enthalten sein. Die nachstehenden Unterlagen hingegen, sind je nach Personengruppe und Tätigkeit individuell und du solltest in deinem Einzelfall genau prüfen, welche Unterlagen tatsächlich eingereicht werden müssen. Hier listen wir dir weitere Formulare (8) auf, die der Steuererklärung ggf. zugefügt werden müssen:

  • Anlage/n N und N-AUS
  • Anlage/n R, V, S, EÜR, G, L

Außergewöhnlichere Anlagen sind bspw. die Folgenden (8), welche du in bestimmten Situationen jedoch auch ausfüllen und beifügen solltest.

  • Einkommensersatzleistungen
  • Anlage Corona-Hilfen
  • Anlagen für Haushaltsnahe Aufwendungen
  • Anlage energetische Maßnahmen
  • Anlagen für Sonderausgaben
  • Anlagen für außergewöhnliche Belastungen

Zudem können auch die nachstehenden Unterlagen bzw. Formulare (8) für dich von Relevanz sein. Schaue dir die Punkte gerne einmal an und füge die für dich relevanten Dokumente deiner Steuererklärung bitte bei.

  • Anlage Kind (inkl. Kinderbetreuungskosten)
  • Anlage Vorsorgeaufwand
  • Anlage/n AV, KAP, KAP-INV, KAP-BET, SO

Jegliche Inhalte sind mithilfe der amtlich vorgegebenen Vordrucke gemäß der Abgabeordnung zu erklären. Zudem muss deine Steuererklärung stets nach bestem Wissen und Gewissen angefertigt werden. Du solltest das Dokument ordnungsgerecht unterschreiben und alle nötigen Zusatzunterlagen beifügen, sodass ein reibungsloser Bearbeitungsablauf gewährleistet werden kann (1).

Welche Belege will das Finanzamt sehen?

Es ist nicht mehr verpflichtend, einer Steuererklärung gedruckte Belege beizufügen. Hingegen müssen nun bloß noch die Aufwendungen wahrheitsgemäß dokumentiert werden, die der jeweilige Bürger im Jahr hatte. Dadurch soll eine schnelle Bearbeitung mit geringerem Verwaltungsaufwand gewährleistet werden und der Steuerbescheid soll demnach in kürzerer Zeit beim Steuerzahler eintreffen (9).

Belegnachweise verfallen in vielen Fällen.

Für dich ist nun wichtig zu wissen, welche Belege noch nachweispflichtig sind und für welche Aufwendungen du keine Quittungen mehr einreichen musst. Laut einem Sprecher der Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main seien Belege über Spendenbescheinigungen noch nachweispflichtig.

Jedoch sei die Vorlage von Quittungen nur noch in den wenigsten Fällen eine gesetzliche Voraussetzung für die Anerkennung von Ausgaben, welche der Steuerzahler hatte (9). Erkundige dich diesbezüglich bei Fragen noch einmal bei dem zuständigen Servicedienst des Finanzamtes oder bei deinem Sachbearbeiter.

Was gilt es bei der Steuererklärung für das Corona Jahr zu beachten?

Für das Jahr 2020 wurden von der allgemeinen Finanzverwaltung neue Anlagen zur Steuererklärung erstellt. Diese leiten sich aus den erschwerten Bedingungen für viele Bürgerinnen und Bürger des Corona-Jahres 2020 ab und zielen auf die Unterstützung der Steuerzahler ab. Diese Anlagen sind die folgenden (10):

  • Anlage Corona-Hilfen: Diese Anlagen müssen alle Landwirte, Gewerbetreibende und Selbstständige ausfüllen.
  • Renten: Zusätzlich zur Anlage R für private und gesetzliche Rentenzahlungen, gibt es seit Corona zwei weitere Anlagen, die R-AV/ bAV sowie die Anlage R-AUS.
  • Anlage energetische Maßnahmen: Eine steuerliche Förderung der Umbaukosten eines energetisch sanierten Hauses ist nun für 2020 möglich. Die Steuerermäßigung wird mit der Anlage für 2020 beantragt.

Das Jahr 2020 war mit der Corona-Pandemie für viele Steuerzahler belastend und vor allem haben neben einigen anderen Personengruppen, die Landwirte, die Gewerbetreibenden und die Selbstständigen unter den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie und des Lockdowns gelitten.

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Besonders für das Corona-Jahr 2020 kann es sich lohnen, eine Einkommenssteuererklärung beim Finanzamt einzureichen. (Bildquelle: Scott Graham / Unsplash)

Darum wurden die Anlagen für das Jahr 2020 geschaffen und wenn auch du im Corona Jahr hohe Ausgaben hattest, so lohnt es sich sicher die neuen Anlagen genau zu prüfen und deine Ansprüche geltend zu machen, um eine faire Steuererstattung für 2020 zu erhalten.

Wie funktioniert die Abgabe einer Steuererklärung und was muss dabei beachtet werden?

Die Abgabe einer Steuererklärung ist grundsätzlich recht simpel. In den meisten Fällen versendet du die ausgefüllten Dokumente (handschriftlich oder elektronisch per Online Dienst/ Programm) mit den erforderlichen Anlagedokumenten und ggf. Quittungen per Post an das zuständige Finanzamt.

Zuvor solltest du deine Unterlagen natürlich unterzeichnen. Welches Finanzamt für dich zuständig ist kannst du bei der Stadt erfragen oder du kannst im Internet nachschauen, welches Amt für deine Stadt oder Gemeinde tätig ist.

Wo und wann wird die Steu­er­er­klä­rung abgegeben?

Wann genau die Steuererklärung abzugeben ist, ergibt sich aus den Einzelsteuergesetzen und der Abgabenordnung. Die allgemeine gesetzliche Abgabefrist für die Einreichung einer Steuererklärung beläuft sich meist auf Ende Juli des jeweiligen Jahres. Wenn du von einem Lohnsteuerhilfeverein oder auch von einem Steuerberater bei deiner Steuererklärung unterstützt wirst, so gilt es die Frist bis zum Ende des Februars des Folgejahres zu wahren.

Wenn du deine Steuererklärung nicht fristgerecht einreichst, droht ein Verspätungszuschlag (1). Darum solltest du stets darauf achten, deine Erklärung rechtzeitig anzufertigen bzw. anfertigen zu lassen, um daraufhin den gesetzlichen Abgabefristen korrekt nachkommen zu können. Bedenke hierbei auch die Dauer des Versandes auf dem Postweg.

Wie lange dauert die Bearbeitung einer Steuererklärung?

Die Bearbeitungszeit von einer Einkommenssteuererklärung kann ca. 45 bis 72 Tage Zeit in Anspruch nehmen (11). Diese Werte variieren je nach Bundesland sehr stark, so kannst du deinen Steuerbescheid in Hamburg bspw. schon nach rund 46 Tagen erhalten, wohingegen du in Bremen bis zu 72 Tage warten könntest. Somit musst du dich teilweise ziemlich lange gedulden, bis du deinen Steuerbescheid vorliegen hast.

Wann kann mit einer Steuererstattung gerechnet werden?

Die Steuererstattung erfolgt in den meisten Fällen unmittelbar nach der Erstellung des Steuerbescheides. Somit musst du hier nicht noch höhere Wartezeiten befürchten und solltest in den gängigen Fällen deine Rückerstattung recht zeitnah vom jeweiligen Finanzamt erhalten.

Wann und wo kann ich den Bearbeitungsstatus der Steuererklärung abfragen?

Oftmals kann der Bearbeitungsstaus deiner Steuererklärung direkt bei dem zuständigen Sachbearbeiter des Finanzamtes abgefragt werden. Solltest du noch keinen zuständigen Sachbearbeiter haben, so lohnt sich ein Anruf in der Zentrale des Finanzamtes.

Dabei kannst du den Mitarbeitern vom Service einfach mitteilen, dass du gerne den Bearbeitungsstand deiner Steuererklärung überprüfen lassen möchtest. Daraufhin solltest du nach der Benennung deiner Steueridentifikationsnummer zu deinem zuständigen Bearbeiter durchgestellt werden. Diesem kannst du dann genauere Fragen zum Status der Bearbeitung stellen.

Ist es verpflichtend jedes Jahr eine Steuererklärung einzureichen?

In Deutschland gibt es keine automatische Verpflichtung, eine Steuererklärung anzufertigen und einzureichen. Allerdings gelten für bestimmte Personengruppen entsprechend derer beruflichen Tätigkeiten auch individuelle Richtlinien, bspw. für Gewerbetreibende, Selbstständige und Landwirte.

Zur Beantwortung dieser Frage ist es also relevant, ob du zu denjenigen Personengruppen zählst, für welche es verpflichtend ist, jedes Jahr eine Steuererklärung einzureichen oder aber ob du zu den Menschen gehörst, welche diese Erklärung freiwillig anfertigen und abgeben dürfen. Die folgenden Personengruppen (12) sind zur jährlichen Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet:

  • Gewerbetreibende
  • Selbstständige
  • Landwirte
  • Personen, die parallel mehrere Jobs ausüben
  • Ehepaare in der Steuerklasse IV mit einer Kombination oder einem Faktor aus den Steuerklassen V und VI

Eine Steuererklärung lohnt sich jedoch, wie bereits zuvor erwähnt, oftmals auch für diejenigen Bürgerinnen und Bürger, welche nicht dazu verpflichtet sind eine einzureichen.

Kann ich eine Steuererklärung auch rückwirkend abgeben?

Hierbei muss wieder unterschieden werden, ob die Steuererklärung verpflichtend für dich ist, oder ob du diese freiwillig anfertigst. Wenn Letzteres der Fall ist, dann kannst du deine Steuererklärung bis zu vier Jahre rückwirkend beim Finanzamt einreichen (12). Du könntest folglich bspw. im Jahr 2021 noch eine Erklärung für das Jahr 2017 und die darauffolgenden Jahre einreichen.

Wo kann man eine Steuererklärung online anfertigen?

Es gibt heutzutage zahlreiche Möglichkeiten eine Steuererklärung mithilfe von Online Diensten oder Programmen anzufertigen. Nachstehend benennen wir dir einmal die gängigsten Programme bzw. Softwares zur Erstellung deiner Steuererklärung:

  • Elster Online Portal
  • Steuersoftware Elster Formular
  • Taxfix
  • Smartsteuer

All dies sind seriöse und sehr beliebte Anbieter, welche dir als Steuerzahler eine Unterstützung bei der Anfertigung und dem Einreichen deiner Einkommenssteuererklärung bieten.

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Viele Menschen fertigen heutzutage ihre Steuererklärungen digital mithilfe von Programmen an. (Bildquelle: Gaelle Marcel / Unsplash)

Die Zahl der Bürger, die ihre Steuererklärung inzwischen online in elektronischer Form anfertigen und absenden, nimmt stetig zu. Es wurden 2014 bspw. ca. 16,1 Millionen Einkommenssteuererklärungen elektronisch übermittelt, wohingegen im Jahr 2018 bereits rund 23,1 Millionen Steuererklärungen elektronisch übermittelt wurden (13). Und die Tendenz ist im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung eine stetig Steigende.

Fazit

In diesem Beitrag wurde deutlich, dass nicht jeder dazu verpflichtet ist, eine jährliche Steuererklärung anzufertigen. Du weißt nun, für welche Personengruppen bestimmte Regelungen gelten und kannst differenzieren, welche Formulare einer Steuererklärung angehangen werden können oder müssen. Zudem hast du erfahren, dass es sich oftmals lohnen kann, eine freiwillige Einkommenssteuererklärung anzufertigen.

Du kennst nun die gesetzlichen Abgabefristen und hast einige der beliebtesten Online Programme zur Anfertigung der Erklärung kennengelernt. Zudem wurde erläutert, dass du die Steuererklärung bis zu vier Jahre rückwirkend abgeben kannst. Du hast ebenso erfahren, wie lange du ca. auf deinen Steuerbescheid und die Erstattungen warten musst.

Folglich hast du eine ganze Menge wichtiger Informationen und Tipps bezüglich des Themenkomplexes der Steuererklärung erhalten und hast somit durch diesen Artikel dein nötiges Rüstzeug mit an die Hand bekommen, mit dem du nun sicherlich in der Lage bist, deine nächste Steuererklärung problemlos anzufertigen und fristgerecht sowie korrekt beim Finanzamt einzureichen.

Bildquelle: Ivan Kmit / 123rf

Einzelnachweise (13)

1. Wirtschaftslexikon.gabler.de: Steuererklärung. Prof. Michael Bartsch.
Quelle

2. Finanzen.net: Steuererklärung - Definition. Schneck, 2015.
Quelle

3. Statista.com: Die Steuererklärung lohnt sich oft. Matthias Janson, 31.07.2020.
Quelle

4. Steuern.de: Werbungskosten: Welche Ausgaben kann ich in der Steuererklärung geltend machen? 20.04.2021.
Quelle

5. Vlh.de: Was sind Sonderausgaben? 18.01.2021.
Quelle

6. Ergo.de: Außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung.
Quelle

7. Bzst.de: Steuererklärung.
Quelle

8. Vlh.de: Steuerformular: Die wichtigen Anlagen auf einen Blick. 14.01.2021.
Quelle

9. Faz.net: Steuererklärung ohne Belege: Schummelt es sich nun leichter? Jessica Sadeler, 22.05.2018.
Quelle

10. Steuerberaterkammer-muenchen.de: Einkommensteuererklärung 2020 – Anlage Corona-Hilfen 2020.
Quelle

11. Statista.com: So lang wartet man auf den Steuerbescheid. Hedda Nier, 31.05.2017.
Quelle

12. Merkur.de: Lukrativ: Darum sollten Sie Ihre Steuererklärung rückwirkend abgeben. Jasmin Pospiech und Anne Hund, 17.03.2021.
Quelle

13. Statista.com: Immer mehr Bürger erledigen Steuererklärung digital. Frauke Suhr, 27.05.2019.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

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Ergo.de: Außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung.
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Bzst.de: Steuererklärung.
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Faz.net: Steuererklärung ohne Belege: Schummelt es sich nun leichter? Jessica Sadeler, 22.05.2018.
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Steuerberaterkammer-muenchen.de: Einkommensteuererklärung 2020 – Anlage Corona-Hilfen 2020.
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Statista.com: So lang wartet man auf den Steuerbescheid. Hedda Nier, 31.05.2017.
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