Zuletzt aktualisiert: 30. Juni 2021

Sobald du dich gemeinnützig betätigst wie beispielsweise in Volkshochschulen, Vereinen oder auch Einrichtungen mit sozialem Hintergrund ist es möglich eine Förderung zu bekommen. Bei der Übungsleiterpauschale werden diejenigen gefördert, welche als Ausbilder, Betreuer, Erzieher oder Übungsleiter zum Wohle der Gesellschaft dienen.

Hierbei ist zu beachten, dass bei der Steuerzahlung der Saat einen Freibetrag gewährt. Der Freibetrag ist im Jahr 2021 bei einem Wert von 3.000 Euro. Das bedeutet, dass 3.000 Euro sozialabgabe- und steuerfrei sind und diese Gelder in der Höhe behalten werden darf. Im Jahr 2020 betrug der Wert noch 2.400 Euro. Es ist also eine starke Steigerung vollzogen worden.(1, 2, 9)




Das Wichtigste in Kürze

  • Du kannst als nebenberuflicher Dozent, Pfleger, Ausbilder, Erzieher sowie Künstler eine Übungsleiterpauschale bis 3.000 Euro verdienen. Dieses Geld muss nicht versteuert werden.
  • Die Arbeitszeit im Nebenjob darf nicht größer als ein Drittel deiner hauptberuflichen Tätigkeit sein. Als Student, Hausfrau/-mann sowie als Arbeitsloser kann auch von der Übungsleiterpauschale profitiert werden.
  • Es wird nur begünstigt, wenn du Tätigkeiten durchführst, die pädagogisch ausgerichtet sind, künstlerische Tätigkeiten beinhalten oder alte, behinderte oder kranke Menschen pflegst.

Hintergründe: Was bedeutet eine Übungsleiterpauschale?

Eine Übungsleiterpauschale ist ein Steuerfreibetrag, welcher von bestimmten Personengruppen in Anspruch genommen werden darf. Dafür sind im folgenden Kapitel die wichtigsten Fragen ausführlich beantwortet.

Was sind die Voraussetzungen für eine Übungsleiterpauschale?

Als Voraussetzungen zum Freibetrag von 3.000 Euro als Übungsleiterpauschale sind folgende Sachgrundlagen notwendig.

  • Die öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Körperschaft. Hierbei steht dir die Übungsleiterpauschale zu, wenn du in einer gemeinnützigen Körperschaft im Dienst bist. Darunter zählen: Fachhochschulen, Universitäten, Volkshochschulen und auch Schulen. Die Vereine zählen ebenfalls dazu. Als Beispiel gelten Sportvereine jeglicher Art, der Sportbund oder auch Sportverband als geförderte Körperschaft.
  • Die nebenberufliche Tätigkeit ist auch durch die Übungsleiterpauschale begünstigt. Vorausgesetzt es werden nur ein Drittel der Zeit in Anspruch genommen wie bei der hauptberuflichen Tätigkeit. Der Inhalt sollte sich ebenfalls vom Hauptberuf unterscheiden. Auch, wenn du kein Hauptberuf ausübst, kannst du von der Übungsleiterpauschale profitieren. Zum Beispiel als Student, Rentner, Hausmann/-frau oder Arbeitsloser.
  • Eine weitere Vorraussetzug sind die begünstigten Tätigkeiten. Darunter gelten alle diejenigen, die in einer Einrichtung Tätig sind mit pädagogischer Ausrichtung. Auch im Pflegebereich gilt dies. Ausgenommen davon sind aber Tätigkeiten wie Platzwart, Ausbildung von Tieren, Gerätewart und Rettungssanitäter. des Weiteren Ersthelfer bei Kulturveranstaltungen und Sportfesten.
  • Mildtätiger, gemeinnütziger und kirchliche Tätigkeiten können ebenfalls von der Übungsleiterpauschale profitieren. Als Beispiel sind Altenhilfe und Jugendhilfe, Denkmalpflege, Tierschutz und Gleichberechtigung von Männern und Frauen zu nennen. Auch kirchliche Tätigkeiten wie Altarpflege oder Predigtdienst, der Religionsunterricht und Kirchenvermögensverwaltung gehören dazu.(2)

Wie kann ich eine Übungsleiterpauschale bekommen?

Die Übungsleiterpauschale beschreibt einen Freibetrag von 3.000 Euro. Bekommen kannst du diese ebenfalls, indem du Hausfrau/-mann, Student, Arbeitsloser oder Rentner bist.

Die Übungsleiterpauschale sollte unbedingt in Anspruch genommen werden, von Personen, die dazu berechtigt sind. (Bildquelle: Andrea Piacquadio / Pexels)

Doch wenn du  in einer gemeinnützigen Organisation bist, im Verein hilfst, eine Position in einer pädagogischen Einrichtung hast oder auch in der Kirche tätig bist, kannst du von der Übungsleiterpauschale profitieren.(2, 8, 9)

Wie hoch ist der Freibetrag für Übungsleiter?

Der Freibetrag im Jahr 2021 liegt bei 3.000 Euro. Wichtig dabei ist zu wissen, dass sich dieser Betrag auf das ganze Jahr bezieht. Als Beispiel; Falls du in einem Jahr als Vereinsübungsleiter tätig bist und 6.000 Euro im Jahr verdienst, sind 3.000 Euro der Freibetrag, der nicht versteuert wird. Hier haben wir eine Beispielrechnung für dich:

Übungsleiterpauschale pro Jahr
Einnahmen als Übungsleiter 6.000 €
Übungsleiterpauschale -3.000 €
Zu versteuerndes Einkommen 3.000 €

Kann ich eine Übungsleiterpauschale überschreiten?

Grundsätzlich ist das Überschreien der Übungsleiterpauschale nicht möglich. Sie beschreibt ausschließlich einen Freibetrag, welcher nicht zu versteuern ist. Unabhängig davon ist letztendlich der Verdienst im Jahr. In 2021 gilt der Freibetrag von 3.000 Euro. Solltest du in dem Jahr mehr verdienen, so wird das zusätzliche Einkommen abzüglich der 3.000 Euro versteuert.(4)

Wie hoch ist die Übungsleiterpauschale 2021?

Laut Gesetz ist die Übungsleiterpauschale im deutschen Einkommensteuergesetz nach § 3 Nr. 26 eine Vergünstigung bezüglich der Steuerabgaben. Diese beträgt im Jahr 2021 aktuell (Stand 05/21) 3.000 Euro.(6)

Gehören Fahrtkosten ebenfalls dazu?

Die Fahrtkosten zu der Tätigkeitsstätte oder zu bestimmten Orten, welche aufgrund der Tätigkeit besucht werden müssen, sind ebenfalls als Übungsleiterpauschale geltend zu machen. Aufwendungen wie Arbeitsmittel oder jegliche Werbungskosten zählen auch dazu und werden berücksichtigt.

Wann beantragt man eine Übungsleiterpauschale?

Viele Personen, welche einen Anspruch auf die Übungsleiterpauschale haben denken, dass dies beim Finanzamt im Zuständigkeitsbereich beantragt werden müsse. Dies ist jedoch nicht der Fall. Geltend gemacht wird die Übungsleiterpauschale bei der Steuererklärung, welche jährlich bei dem Finanzamt eingereicht werden muss. Die Angaben sind in der Anlage S zu tätigen und mit einzureichen.(5)

Wie ist das mit der Krankenversicherung geregelt?

Sobald eine nebenberufliche Tätigkeit als Ausbilder, Betreuer, Übungsleiter oder auch Erzieher sowie Chorleiter, Mannschaftsbetreuer oder Trainer in einem Verein ausgeführt wird bleiben bis zu 3.000 Euro im Jahr steuerfrei.

Durch die Übungsleiterpauschale können ganz ohne Mehraufwand bis zu 3.000 Euro im Jahr steuerfrei geltend gemacht werden. (Bildquelle: Tim Samuel / Pexels)

Dies inkludiert ebenfalls die Sozialversicherungsabgaben. In der hauptberuflichen Tätigkeit werden diese von dem Gehalt oder Lohn abgerechnet.(1, 4)

Wie ist das mit einem Minijob und der Übungsleiterpauschale?

Als geringfügig Beschäftigter ist es ebenfalls möglich von der Übungsleitungspauschale zu profitieren. Hier ist es möglich einen Freibetrag von bis zu 700 Euro im Monat zu bekommen. Das wäre als Beispiel so, wenn du 450 Euro verdienst und 250 Euro dazu. Diese Beträge werden nicht mit steuerlichen Abzügen oder Sozialabgaben belastet.(4)

Wie baut sich das Übungsleiterpauschale-Formular auf?

Grundsätzlich ist ein Formular in der Steuererklärung mit anzuhängen. Dies ist die Anlage S, welche es bei dem zugehörigen Finanzamt oder auch Online gibt. Dort sind die, über den Freibetrag hinaus, Einkommen anzugeben. Im Feld "steuerpflichtige Arbeitslohn, von dem kein Steuerabzug vorgenommen worden ist" sind diese Angaben auszufüllen.(2)

Wo muss ich das genau eintragen?

Im Anlagen-Anhang der Steuererklärung Anlage S in Zeile 46/47 sind diese Angaben niederzuschreiben. Dies ist der Fall, wenn du als Selbstständiger tätig bist. Falls du nicht als Selbstständiger tätig bist, ist eine die Anlage EÜR (Einnahmen Überschuss Rechnung) auszufüllen. Sobald ein Betrag höher als 410 Euro ist, also ab 3.411 Euro im Jahr, muss dies elektronisch an das Finanzamt übermittelt werden.

Arbeitnehmer benötigen die Anlage N.

Noch ein anderer Fall wird durch den Arbeitnehmer beschrieben. Bist du also als Arbeitnehmer tätig wird die Anlage N wichtig.

Dort ist in Zeile 21 "steuerpflichtiger Arbeitslohn, von dem kein Steuerabzug vorgenommen worden ist" die übersteigenden Einkommen (mehr als der Übungsleiterfreibetrag) einzutragen. Die Aufwendungen werden ab der Zeile 31 niedergeschrieben.(2, 4, 5)

Wird dies bei der Steuererklärung berücksichtigt?

Die Übungsleiterpauschale wird ausschließlich über die Steuererklärung berücksichtigt. Diese wird jedes Jahr an das zuständige Finanzamt weitergegeben, sobald der Freibetrag von 3.000 Euro überschritten wurde.

Wie kann ich eventuell noch mehr an Steuern sparen als Arbeitnehmer?

Du kannst auch deine ehrenamtliche Tätigkeit als Arbeitnehmer angeben, wenn du keine weitere Stelle als Arbeitnehmer hast. Wichtig ist, dass du mit der allgemeinnützigen Organisation, wo du tätig bist, einen Arbeitsvertrag schriftlich vereinbarst. Dadurch steht dir der Pauschbetrag für Arbeitnehmer in Höhe von 1000 Euro pro Jahr zur Verfügung.

Das ist eine Möglichkeit die dir im Jahr 4.000 Euro (im Jahr 2021) steuerfreie Einnahmen ermöglichen. Also werden die Beträge nicht gegenseitig aufgehoben, sondern sind ein Zusatz für die Tätigkeiten im Ehrenamt.(1, 3, 5, 9)

Wenn du kein Geld von der Organisation annehmen möchtest, was dann?

Durch eine Verzichtserklärung weist du darauf hin, dass du für deine Tätigkeit im Ehrenamt oder bei deiner Organisation kein Geld annehmen möchtest. Dadurch gilt dies als Aufwandsspende, diese kannst du in der Steuererklärung als Sonderausgabe geltend machen.

Wichtig dabei: in der Vereinbarung muss stehen, dass du Ersatz zu deiner Vergütung hast. Ausgestellte Bescheinigungen werden bei den Finanzämtern nicht angenommen, die nachträglich eingereicht werden.(1, 4, 7)

Fazit

Der Übungsleiterpauschbetrag bietet einen Steuerfreibetrag, welcher von vielen Personen in Anspruch genommen werden kann. Nicht immer wird darauf hingewiesen. Umso besser ist es sich Rat durch das Finanzamt zu holen oder über die Organisation an Informationen zu gelangen. Es wäre schade, wenn eine Tätigkeit, welche gemeinnützig ist, nicht berücksichtigt würde. Denn die Gesellschaft profitiert davon.

Dementsprechend sind im Jahr 2021 Einkommen bis zu 3.000 Euro steuerfrei und müssen nicht belastet werden. Wir empfehlen ausdrücklich sich über die individuelle Situation von allen Betroffenen sich zu informieren. Je nach Steuerart und hauptberufliche Tätigkeit sollten so Steuern gespart werden können. Wenn du dich weiter über das Thema Übungsleiterpauschale informieren möchtest haben wir auf unserer Seite interessante Beiträge dazu.

Bildquelle: dolgachov / 123rf

Einzelnachweise (9)

1. Freiwilliges Engagement in Deutschland 2014, Julia Siminson, Claudia Vogel, Clemens Tesch-Roemer. Aufgerufen 05/21.
Quelle

2. So bleiben nebenberufliche Einnahmen Steuerfrei, Udo Reuß. Aufgerufen 05/21.
Quelle

3. Übungsleiterpauschale, Für soziales Leben. Aufgerufen 05/21.
Quelle

4. Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale als pauschale Aufwandsentschädigung, Haufe Online Redaktion. Aufgerufen 05/21.
Quelle

5. Übungsleiterpauschale (Übungsleiterfreibetrag), Neue Medien Informationsverbund. Aufgerufen 05/21.
Quelle

6. Einkommensteuergesetz (EStG) §3, Bundesamt für Justiz. Aufgerufen 05/21.
Quelle

7. Wer kann Übungs­lei­ter­pau­scha­le und Eh­ren­amts­pau­scha­le gel­tend ma­chen? Ein Über­blick, Bundesministerium für Finanzen. Aufgerufen 05/21.
Quelle

8. Hö­he­re Pau­scha­len für eh­ren­amt­li­che Tä­tig­kei­ten, Bundesministerium für Finanzen. Aufgerufen 05/21.
Quelle

9. DIE ÜBUNGSLEITERPAUSCHALE, Deutsches Ehrenamt. Aufgerufen 05/21.
Quelle

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