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Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2020

Ein Unfall kann schnell passieren. Jedes Jahr ereignen sich in Deutschland beinahe 9 Millionen Unfälle, zwei Drittel davon entweder in der Freizeit oder zu Hause. Unfälle dieser Art werden durch die gesetzliche Unfallversicherung nicht abgedeckt. Im Falle einer daraus resultierenden Berufsunfähigkeit können die finanziellen Schäden schwerwiegend sein. Ist somit eine private Unfallversicherung notwendig?

In diesem Artikel möchten wir dir die wesentlichen Informationen rund um das Thema Unfallversicherung erläutern. Wir erklären dir unter anderem, was unter einer Unfallversicherung verstanden wird, welche Leistungen durch eine Unfallversicherung erbracht werden und klären die Frage, ob eine private Unfallversicherung notwendig ist oder nicht.




Das Wichtigste in Kürze

  • Mit Hilfe einer Unfallversicherung schützt du dich und deine Familie vor finanziellen Folgen, welche durch einen Unfall verursacht werden.
  • Grundsätzlich wird zwischen der gesetzlichen und der privaten Unfallversicherung unterschieden. Die gesetzliche Unfallversicherung greift bei arbeitsbezogenen Unfällen, die private Unfallversicherung bei arbeitsfernen Unfällen.
  • Berufsunfähigkeits-, Krankentagegelds- und Risikolebensversicherung können als Alternativen zur privaten Unfallversicherung in Betracht gezogen werden.

Hintergründe: Was du über Unfallversicherungen wissen solltest

Bevor wir die Frage klären können, ob eine Unfallversicherung notwendig ist, solltest du dir zu dem Thema Unfallversicherungen einige Hintergrundinformationen aneignen.

Diese häufig gestellten Fragen wollen wir in den nachfolgenden Absätzen für dich beantworten.

Was ist eine Unfallversicherung?

Eine Unfallversicherung ist im allgemeinen eine Versicherung gegen die Folgen eines Unfalls.

Eine Unfallversicherung deckt somit die eigenen Schäden beziehungsweise die Schäden der Mitversicherten, die bei einem Unfall entstanden sind.

Was für Arten von Unfallversicherungen gibt es?

Grundsätzlich werden zwei Arten von Unfallversicherungen unterschieden, zum einen die gesetzliche Unfallversicherung und zum anderen die private Unfallversicherung.

In der folgenden Tabelle sollen die wichtigsten Merkmale sowohl der gesetzlichen als auch der privaten Unfallversicherung dargestellt werden:

Art der Unfallversicherung Besonderheiten und Merkmale
Gesetzliche Unfallversicherung Die gesetzliche Unfallversicherung ist eine Pflichtversicherung für Arbeitnehmer, Studenten, Schüler sowie Kindergartenkinder. Die Beiträge werden vom Arbeitgeber bezahlt und sie greift nur, wenn der Unfall mit der versicherten Berufstätigkeit zusammenhängt.
Private Unfallversicherung Die private Unfallversicherung ist eine freiwillige Versicherung, welche jede Person abschließen kann. Für Unternehmer und Selbstständige ist sie jedoch Pflicht. Die Beiträge werden von der versicherten Person getragen und sie greift, sobald ein versicherter Unfall vorliegt.

Grundsätzlich ist es für den Versicherten möglich, gleichzeitig Leistungen sowohl aus der gesetzlichen als auch aus der privaten Haftpflichtversicherung zu erhalten.

Die private Haftpflichtversicherung gilt 24 Stunden und weltweit. So besteht auch im Ausland ein umfassender Unfallschutz.

Wann greift die Unfallversicherung?

Die gesetzliche Unfallversicherung greift, solange der Unfall mit der versicherten Berufstätigkeit zusammenhängt.

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Die gesetzliche Unfallversicherung schützt auch vor Unfällen auf dem Arbeitsweg (Bildquelle: Pixabay / Free Photos)

Dazu gehören für Kinder und Jugendliche ebenso der Kindergartenbesuch, die Schule und das Studium. Die private Unfallversicherung greift, sobald ein versicherter Unfall vorliegt.

Welche Leistungen werden von der Unfallversicherung erbracht?

Die Frage, welche Leistungen erbracht werden, hängt davon ab, ob es sich um eine gesetzliche oder private Unfallversicherung handelt.

Folgende Leistungen werden von der gesetzlichen Unfallversicherungen erbracht:

  • Geldleistungen in Form von Verletzungs-, Pflege- und ggf. Übergangsgeld
  • Behandlung zur Rehabitilation
  • Wenn die Erwerbsfähigkeit um mindestens 20% gemindert ist, wird Unfallrente gezahlt
  • Berufshilfe (z.B. mögliche Umschulungen)

Folgende mögliche Leistungen werden von der privaten Unfallversicherung erbracht:

  • Kapital oder Rente bei Invalidität. Hierbei gibt es bereits Zahlungen ab 1% der Invalidität.
  • Kapitalleistungen bei Todesfall
  • Tagegelder bei Arbeitsunfähigkeit
  • Krankenhaustagegelder und Genesungsgelder

Bei der privaten Unfallversicherung richtet sich die Höhe der möglichen Leistungen an der Beitragshöhe der Versicherten.

Für wen eignet sich eine Unfallversicherung?

Arbeitnehmer werden durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Die gesetzliche Unfallversicherung gilt ebenso für Kinder und Jugendliche, welche dementsprechend im Kindergarten, der Schule und der Universität Versicherungsschutz haben.

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Eine private Haftpflichtversicherung schützt ihre Familie sowohl im Ausland wie auch im Inland (Bildquelle: Brad Dorsey / Pixabay)

Da das Abschließen einer privaten Unfallversicherung im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung freiwillig ist, eignet sie sich deshalb insbesondere für Selbstständige, Erwerbslose, Hausfrauen und Hausmännern und Personen mit erhöhtem Unfallrisiko.

Welche Alternativen zu Unfallversicherungen gibt es?

Mit einer Unfallversicherung lassen sich bereits viele Risiken abdecken. Es gibt jedoch auch Versicherungen, welche bestimmte Risiken umfassender abdecken und somit ebenso berücksichtigt werden sollten.

Hierbei wird zwischen folgenden Versicherungen unterschieden:

  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Prinzipiell wichtiger als eine Unfallversicherung. Tritt ein, wenn eine Krankheit zur Berufsunfähigkeit führt und nicht wie im Gegensatz zur Unfallversicherung nur bei einem Unfall.
  • Krankentagegeldversicherung: Hilft unter anderem bei Verdienstausfällen während der Krankheit und nicht nur bei einem Unfall.
  • Risikolebensversicherung: Der eigene Tod und die finanzielle Versorgung der Familie kann mit Hilfe dieser Versicherung besser abgedeckt werden.

Wie du siehst gibt es auch einige Alternativen zu einer privaten Unfallversicherung. Wenn du dich ausführlich informierst und über deine Bedürfnisse nachdenkst, wirst du sicher die beste Versicherung für dich finden.

Fazit

Eine gesetzliche Unfallversicherung ist für jeden Arbeitnehmer verpflichtend. Da jedoch viele Unfälle zu Hause und in der Freizeit passieren, kann eine private Unfallversicherung in Betracht gezogen werden, um mehr Risiken abzudecken.

Jedoch ist eine private Unfallversicherung nicht zwingend notwendig, denn durch zum Beispiel durch Berufsunfähigkeits- und Risikolebensversicherungen werden weitaus mehr Risiken abgedeckt. Berufsunfähigkeit wird meistens durch eine Krankheit ausgelöst. Bei den Folgen einer Krankheit hilft eine Unfallversicherung nicht. Deshalb sollten diese Arten von Versicherungen ebenfalls in Erwägung gezogen werden.

Bildquelle: 123rf / 107343799

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Ines hat nach ihrer Ausbildung zur Versicherungskauffrau begonnen bei einer europaweiten Versicherungsfirma als Fachspezialistin zu arbeiten. Tagtäglich berät und unterstützt sie ihre Kunden mit ihrer Expertise. Vor allem gefallen ihr Risikoanalysen und -bewertungen. Ines Kunden vertrauen ihr sehr und schätzen vor allem ihr Engagement und Fachwissen.