Vollamortisation
Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2020

Du überlegst gerade, ob du dir eine Sache leasen willst? Du hast gerade etwas geleast und bist dort über den Begriff Vollamortisation gestolpert? Nun fragst du dich, was dieser Begriff bedeutet und ob das etwas Gutes oder Schlechtes für dich ist?

Gleich vorweg: Eine Vollamortisation kann sowohl gut als auch schlecht sein. Es kommt ganz darauf an, welche Interessen du verfolgst. Aber keine Sorge, in diesem Glossareintrag erklären wir dir, was Vollamortisation bedeutet und welche Alternativen es gibt. Wenn du gerade kurz davor bist, etwas zu leasen, solltest du dir diesen Eintrag unbedingt aufmerksam durchlesen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Der Begriff Vollamortisation stammt aus dem Bereich des Leasings.
  • Es gibt zwei verschiedene Arten von Amortisation: die Vollamortisation und die Teilamortisation.
  • Die Raten bei der Vollamortisation können höher sein als bei der Teilamortisation, dafür kann das Leasinggut nach der Laufzeit in der Regel sofort in dein Eigentum übergehen.

Glossareintrag: Der Begriff Vollamortisation im Detail erklärt

Hier erklären wir dir genauer, was eine Vollamortisation ist, wie sie funktioniert, welche rechtlichen Rahmenbedingungen du zu beachten hast und welche Vor- bzw. Nachteile sie mit sich bringt.

Was ist eine Vollamortisation?

Der Begriff Vollamortisation bedeutet, dass der Leasingnehmer den gesamten Wert des Leasinggutes während der Laufzeit tilgt. Das Eigentum kann dann nach Laufzeitende auf den Leasingnehmer übergehen.(1)

Du fragst dich nun, ob das nicht immer der Fall ist? Die Antwort ist: Nein. Es gibt auch noch die Teilamortisation, bei der der Leasingnehmer nur einen Teil der Summe während der Laufzeit abzahlt. Am Ende der Laufzeit kann das Eigentum dann nicht einfach übergehen. Es wird meist eine erhöhte Schlussrate eingefordert, oder es muss ein Kredit aufgenommen werden.(1)

Wie funktioniert die Vollamortisation?

Wenn man eine Sache leasen will, muss man einen Leasingvertrag unterzeichnen. Darin wird festgehalten, dass der Leasingnehmer ein zeitlich begrenztes Nutzungsrecht an der Sache hat und zugleich auch die Verantwortung für Wartung und Pflege an der Sache übernimmt. Auch die Kosten für eventuelle Reparaturen werden durch den Leasingnehmer übernommen.(2)

Am Ende der Laufzeit kann man die Sache dem Leasinggeber dann abkaufen. Im Fall der Vollamortisation ist eine weitere Zahlung am Ende der Laufzeit jedoch nicht nötig, da die Raten während der Laufzeit höher sind.(2)

Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sollte ich bei einer Vollamortisation beachten?

Damit das Eigentum am Ende der Laufzeit auf den Leasingnehmer übergehen kann, muss der Zahlungsplan während der Laufzeit unbedingt eingehalten und alle Raten beglichen werden.

Du solltest unbedingt beachten, dass die Raten bei einer Vollamortisation höher sein können als bei einer Teilamortisation.

Du kannst dich zwar rechtlich dagegen nicht wehren, da die Raten aber in der Regel gleich hoch sind, kannst du dir den höheren Betrag einfach ausrechnen und gegebenenfalls das Angebot nicht annehmen.

Außerdem musst du bei jedem Leasing einen Leasingvertrag unterschreiben. Du solltest dir beim Durchlesen des Vertrages Zeit lassen und ihn sehr genau lesen. Wie in jedem Vertrag kann es auch hier unerwünschtes Kleingedrucktes geben.

Welche Vor- und Nachteile gibt es bei einer Vollamortisation?

Im Gegensatz zur Teilamortisation kann das Leasinggut bei der Vollamortisation sofort übernommen werden. Es muss am Ende der Laufzeit keine erhöhte Schlussrate bezahlt werden oder gar ein Kredit aufgenommen werden. Dies kann auch einen Nachteil mit sich bringen.

Die Raten können nämlich dafür entsprechend höher sein.

Du solltest dir den Leasingvertrag unbedingt genau durchlesen und dir ausrechnen, wie viel dir die Vollamortisation bringt.

Eine Alternative zum Leasing wäre sonst die Aufnahme eines Kredites. Die Aufnahme eines Kredites, mit dem du die Sache dann kaufst, hat zum Vorteil bzw. Nachteil (je nachdem, ob du die Sache dein Eigen nennen willst), dass du die Sache bereits von Anfang an besitzt und deine Schulden bei einer Bank und nicht beim Verkäufer der Sache hast.

Fazit

Die Vollamortisation bedeutet also, dass du eine Sache least und sie am Ende der Laufzeit dir gehört. Dafür zahlst du auch während der Laufzeit höhere Raten. Welche Form der Amortisation die richtige ist, kannst nur du entscheiden. Es kommt darauf an, ob du die Sache am Ende der Laufzeit dein Eigen nennen willst, ob du die Sache nicht mehr brauchst oder ob du dir lieber eine neue Sache leasen willst.

Diese Entscheidung ist sehr wichtig und sollte unbedingt vor dem Unterschreiben des Leasingvertrages geklärt sein.

Bildquelle: Khaunkaew/ 123rf.com

Einzelnachweise (2)

1. Check24; Eintrag: Vollamortisation
Quelle

2. BWL Wissen.net; Eintrag: Leasing
Quelle

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Rechtsberatung im Internet
Check24; Eintrag: Vollamortisation
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BWL Wissen
BWL Wissen.net; Eintrag: Leasing
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