Zuletzt aktualisiert: 16. Juni 2021

Es gibt viele Möglichkeiten sich den Traum einer eigenen Immobilie zu ermöglichen. Doch die meisten kennen keine andere Möglichkeit, als sich ein Darlehen bei einer beliebigen Bank mit niedrigen Zinsen zu holen. Der Betrag muss dann Jahr für Jahr verzinst zurückgezahlt werden, bis die Summe abgetragen ist. Allerdings gibt es die Möglichkeit Wohn-Riester zu beantragen.

Das ist für alle möglich, die in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen und ist somit für Jedermann aller Einkommensklassen geeignet. Dadurch werden die Riesterbeiträge erst nach dem Renteneintritt versteuert. Der zu versteuernde Betrag wird über die Jahre hinweg auf das Wohnförderkonto angesammelt, bis zum gesetzlichen Rentenalter. Was genau das Wohnförderkonto ist und was alles mit dort einfließt, erfährst du in diesem Artikel.




Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einem Wohnförderkonto, handelt es sich nicht um ein gewöhnliches Konto. Es ist ein fiktives Konto, welches von dem zuständigen Finanzamt geführt wird.
  • Es gibt am Ende der Wohn-Riester-Förderung zwei unterschiedliche Möglichkeiten, die entstanden Steuern zurückzuzahlen. Welche Option die bessere ist, muss individuell berechnet werden.
  • Das Wohnförderkonto wird jährlich mit 2 % verzinst und der höchste Jahresbetrag, der dort aufgeführt werden kann, beträgt 2.100 €.

Hintergründe: Was ist ein Wohnförderkonto?

Bevor du dich für das Wohn-Riester entscheidest, solltest du einige Dinge darüber wissen, wie beispielsweise auch über das Wohnförderkonto. Daher erklären wir dir alles Wichtige in den folgenden Abschnitten im Detail.

Was ist die genaue Definition eines Wohnförderkontos?

Zur Erklärung des Wohnförderkontos ist es wichtig zu verstehen, was dessen Zusammenhang mit der Riesterförderung und Bausparverträgen in Deutschland ist.

Jedem Deutschen, der in die gesetzliche Rentenkasse einzahlt, ist es möglich ein Wohn-Riester zu beantragen (1). Wohn-Riester ermöglicht es Zuschüsse vom Staat für die Finanzierung für ein Haus zu bekommen, in dem man selber lebt.

Die Beträge auf einem Wohnförderkonto werden erst im Rentenalter versteuert.

Diese Zuschüsse müssen nicht versteuert werden, solange die Person noch arbeiten geht.

Es wird erst danach versteuert, man redet von der nachgelagerten Versteuerung.

Ab dem Erhalt der Riesterförderung, werden die gesammelten Tilgungen und Zulagen bis zum Erreichen des Rentenalters verzinst und müssen dann versteuert werden und bis zu dem 85. Lebensjahr abgezahlt werden.

Das Wohnförderkonto ist ein fiktives Konto, welches von dem Finanzamt angelegt wird. Dies bedeutet, dass nicht direkt Geld dort einfließt, sondern fiktive Beträge.

Diese Beträge richten sich nach den jährlichen geförderten Zulagen und Tilgungen, die du durch dein Riester erhältst, maximal jedoch 2.100 € im Jahr. Diese Beiträge werden bis zu deinem 67. Lebensjahr mit einem Zinssatz verzinst und auf dem Wohnförderkonto angesammelt.

Wann eröffnet man am besten ein Wohnförderkonto?

Zunächst muss gesagt werden, dass ein Wohnförderkonto nicht einfach so eröffnet werden kann. Es ist nicht mit einem normalen Girokonto bei einer Bank zu vergleichen. Das Wohnförderkonto wird von dem zuständigen Finanzamt angelegt und ist ein fiktives Konto.

Ein Wohnförderkonto kann nicht einfach so eröffnet werden.

Wann allerdings ein solches Konto beim Finanzamt angelegt wird, hängt davon ab, wie du dein Haus finanzierst.

Zahlst du in die gesetzliche Rentenkasse ein und hast bei dem Kauf deiner Immobilie Wohn-Riester beantragt, wird ein Wohnförderkonto eröffnet. Das Finanzamt sammelt dann dort die geförderten Zulagen und verzinst sie.

Wichtig zu erwähnen ist, dass du die Immobilie auch wirklich nur selber nutzen darfst. Willst du ein Haus bauen oder kaufen, um dies später zu vermieten oder zu verkaufen, ist das Wohn-Riester nicht für dich geeignet und es wird auch kein Wohnförderkonto beim Finanzamt angelegt. (2)

Wie wird das Wohnförderkonto versteuert?

Bei einem Wohnförderkonto werden die dort befindlichen Beiträge verzinst. Das Konto führt das Finanzamt und sammelt die geförderten Beiträge darauf. Jährlich werden diese Beiträge dann mit einem bestimmten Zinssatz verzinst, bis zum Eintritt ins Rentenalter.

Das gesetzliche Rentenalter beträgt zurzeit 67 Jahre. Beantragst du also Wohn-Riester mit 30 Jahren, müssen die Beiträge auf dem Wohnförderkonto für 37 Jahre verzinst werden (3). Der Zinssatz beträgt dabei 2 % per annum.

Kann man ein Wohnförderkonto früher zurückzahlen?

Grundsätzlich ist Wohn-Riester eine Unterstützung für den Deutschen, der sich den Wunsch eines Eigenheims erfüllt hat. Die Riesterbeträge sollen helfen, das Darlehen abzuzahlen und sonstige Kosten, die mit einem Haus anfallen, zumindest zum Teil zu decken. Die später anfallenden Steuern müssen nach dem Renteneintritt zurückgezahlt werden.

Die Förderbeträge des Wohn-Riesters sollen den Riestersparer unterstützen sein Eigenheim zu finanzieren. Dabei landen bestimmte Beträge auf dem Wohnförderkonto. (Bildquelle: Dmitry Demidko / Unsplash)

Dies ist im Prinzip mit zwei Optionen möglich. Entweder man zahlt die zurückzuzahlenden Steuern monatlich zurück, oder man zahlt alles auf einmal zurück mit einem 30 %-igen Nachlass (4). Doch nicht immer ist die sofortige Rückzahlung sinnvoll. Das folgende Beispiel soll dies vereinfachen:

Du kaufst dir mit 35 Jahren ein Haus und nimmst dir dafür ein Darlehen bei deiner Bank. Gleichzeitig beantragst du einen Wohn-Riester mit dem vollen Förderbetrag von 2100 € pro Jahr. Die Beiträge erhältst du bis zu dem Eintreten ins Rentenalter, unabhängig davon, ob der Kredit abbezahlt ist oder nicht.

Du erhältst also 32 Jahre lang jedes Jahr 2100 € Förderbeträge. Das Finanzamt zahlt gleichzeitig diese 2100 € zur gleichen Zeit auf das Wohnförderkonto und verzinst diese Beiträge mit 2 % p.a. jährlich(5).

Damit häuft sich ein Betrag von rund 92.877 €, welcher nun versteuert werden muss. Diese Steuern kann man dann wahlweise in zwei verschiedenen Arten abbezahlen. Zur Ergänzung für das Beispiel: Dein Einkommen in der Rente beläuft sich auf rund 42.500 € und somit auf einen Grenzsteuersatz von 35,56 %.

Optionen Zahlungslast
Option 1: Der gesamte Betrag des Wohnförderkontos wird mit dem Grenszsteuersatz versteuert. Das wird dann über 18 Jahre abbezahlt
Das Einkommen von 42.500 € ruft einen Steuersatz von 35,56 % hervor Jedes Jahr wird dann ein Achtzehntel von den 92.877 € versteuert.
92.877 € : 18 = 5.159,83 €. Dieser Betrag wird jährlich versteuert Das ergibt eine jährliche Steuerlast von 1.834,84 €. Auf die ganzen Jahre zusammen gerechnet eine Summe von 33.027 €
Option 2: Der gesamte Betrag wird auf einmal zum Eintritt ins Rentenalter abbezahlt. Dafür muss nur 70 % der gesamten Summe des Wohnförderkontos versteuert werden. 70 % des Wohnförderkontos ist in dem Beispiel 65.014 €
Diese 65.014€ müssen mit dem Grenzsteuersatz von 35,56 % verrechnet werden Dies ergibt eine Steuerlast von nur 23.118,95 €

Wie in diesem Beispiel deutlich wurde, ist es hier sinnvoller das Geld sofort zurückzuzahlen, da der Grenzsteuersatz sonst den Betrag in die Höhe treibt. Allerdings muss das nicht immer so sein. Bei geringeren Einkommensklassen und anderen Grenzsteuersätzen kann das Ergebnis andersherum ausfallen und einen deutlichen Vorteil für Option 1 darstellen.

Was fließt alles in das Wohnförderkonto und wie wird es berechnet?

Die Beiträge, die auf ein Wohnförderkonto fließen, sind genau wie das Konto fiktiv. Doch diese fiktiven Beiträge richten sich nach bestimmten Umständen und Förderbeiträgen, die man durch das Wohn-Riester bekommt. Und damit füllt sich das Wohnförderkonto mit den Jahren.

Die Beiträge auf dem Wohnförderkonto können bei jedem unterschiedlich sein und betragen maximal 2.100 €. Sie sind abhängig von der Sparrate und der staatlichen Förderung. (Bildquelle: Michael Longmire / Unsplash)

Der Höchstbetrag, der sich im Jahr ansammeln kann, beläuft sich auf 2.100 € und kann nicht höher sein. Dieser Förderbetrag setzt sich aus verschiedenen Beiträgen zusammen.

In ihn fließen die Sparrate des Riester-Sparers ein und die staatliche Förderung. Die Sparrate setzt sich aus den Sparbeträgen des Riester-Sparers für eine Immobilie und den Tilgungsleistungen für das Immobiliendarlehen(6).

Ist es möglich ein Wohnförderkonto zu übernehmen?

Wie bei vielen Verträgen ist es oft schwer zu durchblicken was möglich ist und was nicht. Ob man ein Wohnförderkonto überschreiben kann und ob es möglich ist, dass es wer anderes übernimmt, erklären wir in diesem Abschnitt.

Das Wohnförderkonto ist an eine Person gebunden.

Ein Wohnförderkonto in Verbindung mit der Wohn-Riester, ist grundsätzlich an diejenige Person gebunden, an den der Vertrag gebunden ist.  Doch wie bei fast allen Verträgen gibt es Ausnahmen, die es ermöglichen den Wohn-Riester-Vertrag und das dazugehörige Wohnförderkonto zu überschreiben.

Möglich ist das bei Scheidungen und bei Tod. Scheidet sich ein Ehepaar, dann ist es möglich das Wohnförderkonto auf die Person zu überschreiben (7), die in dem Haus wohnen bleibt. Wie das ist, wenn eine Person verstirbt, erklären wir dir im nächsten Abschnitt.

Erlischt ein Wohnförderkonto nach dem Tod?

Wie bereits im vorherigen Abschnitt angekündigt, werden wir die Frage klären, was mit einem Wohnförderkonto passiert, sobald die Person verstirbt. Hier muss man unterscheiden, zwischen alleinstehenden Personen, oder verheiratete Ehepaare.

Verstirbt eine Person, die noch bis zu dem Zeitpunkt verheiratet war, dann wird die Wohn-Riester und das dazugehörige Wohnförderkonto auf den Hinterbliebenen Ehepartner übertragen. Allerdings auch nur, wenn die Person in diesem Haus wohnen bleibt.

Beim Tod einer alleinstehenden Person vor dem 85. Lebensjahr, kann das Wohnförderkonto auf keinen Partner überschrieben werden. Das Wohnförderkonto und die dabei entstehenden Schulden werden vererbt (8). Die Erben können dann entscheiden, ob sie das gesamte Erbe annehmen wollen oder nicht.

Fazit

Wie du jetzt weißt, ist ein Wohnförderkonto nicht mit einem normalen Girokonto oder anderen Konten zu vergleichen. Ein Wohnförderkonto kann man nicht einfach eröffnen, sondern wird von dem Finanzamt geführt.

Im Zusammenhang mit einem Wohn-Riester Sparvertrag, eröffnet das Finanzamt ein fiktives Konto, das Wohnförderkonto. Darauf werden Beiträge gesammelt und jährlich mit 2 % verzinst. Der Förderbetrag wird zu Beginn des Rentenalters versteuert.

Diese Steuern muss der Riester-Sparer dann ab der Rente jährlich oder auf einen Schlag abbezahlen. Somit ist das Wohnförderkonto nur ein fiktives Konto des Finanzamtes, um die später entstehenden Steuern einfacher zu ermitteln.

Bildquelle: Sidelnikov / 123rf

Einzelnachweise (8)

1. Verbraucherzentrale.de: Wohn-Riester: Immobilienfinanzierung mit staatlicher Förderung. Abgerufen am 02.05.2021
Quelle

2. Verbraucherzentrale.de: Wohn-Riester: Immobilienfinanzierung mit staatlicher Förderung Abgerufen am 02.05.2021
Quelle

3. transparent-beraten.de: Wohnförderkonto beim Wohn-Riester. Abgerufen am 01.05.2021
Quelle

4. Focus.de: Wohn-RiesterWohn-Riester im Test: Musterrechnung und Methodik. Abgerufen am 30.04.2021
Quelle

5. Focus.de: Wohn-RiesterMuss ich Wohn-Riester versteuern? Abgerufen am 03.05.2021
Quelle

6. bbx.de: Das Wohnförderkonto beim Wohn-Riester. Abgerufen am 30.04.2021
Quelle

7. Focus.de: Bin ich an mein Riester-Haus gebunden? Abgerufen am 02.05.2021
Quelle

8. transparent-beraten.de: Wohnförderkonto beim Wohn-Riester. Abgerufen am 02.05.2021
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Wohn-Riester: Immobilienfinanzierung mit staatlicher Förderung
Verbraucherzentrale.de: Wohn-Riester: Immobilienfinanzierung mit staatlicher Förderung. Abgerufen am 02.05.2021
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Wohn-Riester: Immobilienfinanzierung mit staatlicher Förderung
Verbraucherzentrale.de: Wohn-Riester: Immobilienfinanzierung mit staatlicher Förderung Abgerufen am 02.05.2021
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Wohnförderkonto beim Wohn-Riester
transparent-beraten.de: Wohnförderkonto beim Wohn-Riester. Abgerufen am 01.05.2021
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Wohn-RiesterWohn-Riester im Test: Musterrechnung und Methodik
Focus.de: Wohn-RiesterWohn-Riester im Test: Musterrechnung und Methodik. Abgerufen am 30.04.2021
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Wohn-RiesterMuss ich Wohn-Riester versteuern?
Focus.de: Wohn-RiesterMuss ich Wohn-Riester versteuern? Abgerufen am 03.05.2021
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Das Wohnförderkonto beim Wohn-Riester
bbx.de: Das Wohnförderkonto beim Wohn-Riester. Abgerufen am 30.04.2021
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Bin ich an mein Riester-Haus gebunden?
Focus.de: Bin ich an mein Riester-Haus gebunden? Abgerufen am 02.05.2021
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Wohnförderkonto beim Wohn-Riester
transparent-beraten.de: Wohnförderkonto beim Wohn-Riester. Abgerufen am 02.05.2021
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