Wohnungsbauprämie
Zuletzt aktualisiert: 12. März 2021

Sparen und gleichzeitig lukrative Zinsen dafür erhalten? Was sich anhört, wie ein viel zu vorteilhaftes Angebot bietet dir tatsächlich jede Bank und jedes Kreditinstitut an. Dabei ist die Wohnungsbauprämie ein profitables Werkzeug für vielerlei Parteien.

Genau aus diesem Grund möchten wir uns heute mit der Wohnungsbauprämie beschäftigen und dir alle deine offenen Fragen beantworten. Somit wirst du auch du in der Lage sein, die Vorteile und Benefits dieser Vertragsart zu genießen. Unter der Berücksichtigung von bestimmten Konditionen profitierst du davon sicherlich.




Das Wichtigste in Kürze

  • Die Wohnungsbauprämie ist eine staatliche Prämie, die Sparer belohnt. Wenn du regelmäßig in den Vertrag bezahlst, erhältst du eine entsprechende Summe.
  • Die Höhe der Wohnungsbauprämie orientiert sich an einem bestimmten Prozentsatz. Dieser Prozentsatz wird fortlaufend angepasst. Er beträgt im Moment 10 % (4).
  • Eine Prämie vom Staat zu erhalten kann sich allerdings manchmal als deutlich schwerer herausstellen. Du musst dich stets an die vereinbarten Konditionen und Richtlinien halten. Welche das sind, erklären wir dir in diesem Ratgeber.

Hintergründe: Was ist eine Wohnungsbauprämie?

Finanzielle Themen können durchaus unverständlich und ungenau formuliert worden sein. Deshalb haben wir dir im Nachfolgenden einen kleinen Ratgeber zusammengestellt. Folglich sollten alle deine offenen Fragen beseitigt und dein Kenntnisstand um ein Thema erweitert worden sein. Die Fragen findest du nun hier:

Was ist eine Wohnungsbauprämie?

Die Wohnungsbauprämie ist grundsätzlich für das langfristige Sparen gedacht (2). Gerade für Berufseinsteiger und Auszubildende kann dies vorteilhaft sein (2).

Die Wohnungsbauprämie kommt beiden Parteien zugute. Du profitierst dadurch, dass du bestimmte Summen durch sachgerechtes Sparen erhältst und der Staat profitiert dadurch, dass du dein Wohneigentum durch Aus- und Aufbau umgestaltest (2). Insgesamt wertest du also deine Immobilie auf.

Vielen ist diese Fördermöglichkeit auch als Bausparprämie bekannt (4).

Damit du diese Summen auch erhältst, musst du einen Bausparvertrag bei deiner Bank oder Kreditinstitut abschließen (1, 2). In diesen Vertrag zahlst du nun fortlaufend ein (1, 2).

Dein Guthaben verzinst sich dabei (2). Sobald du nun einen gewissen Betrag erreicht hast, ist dein Vertrag und damit deine Wohnungsbauprämie zuteilungsreif (2). Du solltest die Bausparverträge auf jeden Fall vergleichen. Nur so erhältst du dass für dich ideale.

Wer hat Anspruch auf eine Wohnungsbauprämie?

Allgemein sind alle Personen, die das Mindestalter von 16 Jahren erreicht haben und ein gewisses Einkommen erzielen antragsberechtigt (7). Das dafür notwendige Einkommen stellt dabei einen Indikator dar (7). Fortlaufend wird das Grenzeinkommen für eine Wohnungsbauprämie angepasst. Falls du also mehr als jenes Grenzeinkommen erzielst, kann es vorkommen, dass du nicht antragsberechtigt bist.

Kann man als Rentner eine Wohnungsbauprämie beantragen?

Falls du Rentner bist, erhältst du natürlich keine Arbeitnehmersparzulage mehr (3). Allerdings kannst du trotzdem eine Wohnungsbauprämie beantragen (3).

Selbst einstige Gutverdienende können als Rentner oftmals wieder von der staatlichen Förderung beim Bausparen profitieren (3).

Wie in allen anderen Fällen auch variiert das Grenzeinkommen dauerhaft. Zusätzlich ist es davon abhängig, ob man ledig oder verheiratet ist, da das Grenzeinkommen bei Verheirateten höher liegt. Du solltest dich deshalb vorab bei deiner Bank bzw. deinem Geldinstitut über die notwendigen Konditionen informieren.

Kann man als/für Schüler/Kind(er) Wohnungsbauprämie beantragen?

Antragsberechtigt sind alle Personen die das Mindestalter von 16 Jahren erreicht haben und ein bestimmtes Jahreseinkommen bekommen (1, 2). Dieses variiert je nach relevanten Kenngrößen. Deshalb solltest du dich immer vorab informieren welches Einkommen derzeit die Grenze ist. Falls du diese Voraussetzungen erfüllst, sollte nichts gegen eine Wohnungsbauprämie sprechen.

Wo kann man die Wohnungsbauprämie beantragen?

Die Wohnungsbauprämie kannst du erhalten, wenn du einen Bausparvertrag abgeschlossen hast (4). Bausparverträge kannst du bei jeder Bank bzw. bei jedem Kreditinstitut abschließen (4). Du kannst auch mehrere Bausparverträge gleichzeitig abschließen (4). Du solltest dabei allerdings beachten, dass du in alle Verträge einzahlen musst (4).

Wie hoch ist eine Wohnungsbauprämie?

Damit du so schnell wie möglich einen Überblick über alle relevanten Informationen gewinnst, haben wir dir nachfolgend eine Tabelle zusammengestellt:

Zeitraum Einkommen (Ledig / Verheiratet)
1996-2020 25.600 / 51.200
ab 2021 35.000 / 70.000

(8, 9)

Wie du sehen kannst, haben sich die Einkommensgrenzen seit 1996 nicht verändert (8). Die Währungsumrechnung wurde in dieser Tabelle bereits berücksichtigt (9). Allerdings muss dazu gesagt werden, dass die Anpassung der Einkommensgrenze schon längst notwendig war (4).

Durch inflationsbedingte Preisschwankungen sank die allgemeine Kaufkraft innerhalb der Bevölkerung (4). Die Löhne und Gehälter wurden selbstverständlich auch an die Preise in der Marktwirtschaft angepasst, um die wirtschaftlichen Verhältnisse weiterhin garantieren zu können. Was sich allerdings bisher nicht veränderte waren die Einkommensgrenzen für die Wohnungsbauprämie (4). Diese wurden erst in 2021 angehoben und sind damit wieder lukrativ.

Wie hoch ist die staatliche Wohnungsbauprämie?

Die staatliche Wohnungsbauprämie entspricht grundsätzlich der normalen Wohnungsbauprämie. Die Prämie belief sich bis 2020 auf 8,8 % der Aufwendungen für die monatlichen Beiträge und den Zinsen des Sparbetrags (1). Ab 2021 erhöht sich dieser Prozentsatz auf 10 % (1). Somit erhalten Sparer der Wohnungsbauprämie mehr von der staatlichen Förderung, wenn sie bestimmte Voraussetzungen bereits erfüllt haben.

Du kannst die Höhe deiner Prämie aber auch selber beeinflussen. Falls du z. B. monatlich mehr in den Vertrag zahlst, als du musst, wird ein höherer Prozentsatz davon bestimmt (4). Somit kannst du mehr Prämie erhalten, wenn du mehr zahlst (4).

Wann wird eine Wohnungsbauprämie ausgezahlt?

Die Prämie selbst wird nicht von der Bank bzw. dem Kreditinstitut bezahlt (4). Die Wohnungsbauprämie gilt als Zuschuss (Subvention) des Staates um Wohneigentum aufzuwerten bzw. um das Haus zu finanzieren (4). Deshalb wird die Wohnungsbauprämie auch nur dann ausgezahlt, wenn du bestimmte Voraussetzungen erfüllst.

Wohnungsbauprämie

Eine Wohnungsbauprämie kannst du nur unter bestimmten Bedingungen erhalten. Ein potenzieller Umbau ist eine davon (Bildquelle: Unsplash.com/ Nolan Issac).

Als Voraussetzung gilt als erfüllt, wenn du z. B. ein Haus oder eine Immobilie kaufst oder dein Wohneigentum umgestaltest und renovierst (4). Falls du die Bedingungen erfüllst, wird die Prämie fortlaufend über zehn Jahre ausbezahlt (4). Je nach Höhe deiner monatlichen Beiträge passt sich dieser Betrag dynamisch an (4).

Soll man die Wohnungsbauprämie zurückzahlen?

Ja eine Wohnungsbauprämie muss unter bestimmten Bedingungen durchaus zurückgezahlt werden (5). Wir konnten dir bereits erklären, dass die Prämie nur dann ausgezahlt wird, wenn du sie für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendest.

Falls du dies nicht tust, sondern für anderweitigen Bedarf verwendest, musst du sie eventuell zurückzahlen (5). Dasselbe gilt, wenn du z. B. den Vertrag vor Ablauffrist kündigst oder dich weigerst weiter in diesen einzuzahlen (5). Insgesamt lässt sich also sagen, dass du die Prämie nur dann erhältst, wenn du dich an die vereinbarten Konditionen im Vertrag hältst (5).

Wie lange kann man eine Wohnungsbauprämie rückwirkend/nachträglich beantragen?

Eine Wohnungsbauprämie lässt sich selbstverständlich auch rückwirkend beantragen. Dafür hast du i. d. R. zwei Jahre Zeit den Antrag zu stellen (6). Auch hier wendest du dich an dass für dich zuständige Kreditinstitut oder an die Bank (6).

In welchem Zusammenhang steht die Wohnungsbauprämie mit der Arbeitnehmersparzulage?

Die Arbeitnehmersparzulage ist eine weitere Form der staatlichen Förderung (7). Sie steht allen Menschen zu, die ein geringes Jahreseinkommen besitzen (7). Auch hierfür gibt es bestimmte Einkommensgrenzen, die es zu beachten gilt. Neben der Wohnungsbauprämie und der Arbeitnehmersparzulage gibt es noch viele weitere Arten von staatlichen Förderungen. Sie lauten:

  • Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) (10).
  • Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) (10).
  • Regionale Förderprogramme (10).
  • Baukindergeld (fällt unter die KfW) (10).

Hinsichtlich der Arbeitnehmersparzulage kann die Einkommensgrenze für ledige Personen entweder 17.900 oder 20.000 Euro betragen (7). Für Verheiratete 35.800 oder 40.000 Euro (7). Dies hängt von der Beitragsform ab (7). Grundsätzlich ist die Arbeitnehmersparzulage freiwillig (7).

Ähnlich wie bei der Wohnungsbauprämie zahlst du auch hier in einen Vertrag monatlich ein. Die Vertragslänge kann bei einer Arbeitnehmersparzulage stets differieren. Deshalb solltest du dich bei deinem Arbeitgeber um die Höhe des Beitragssatzes und bei deiner Bank um die Vertragsart informieren.

In welchem Zusammenhang steht die Wohnungsbauprämie mit dem Bausparvertrag?

Die Wohnungsbauprämie kann nicht ohne Bausparvertrag ausgezahlt werden. Der Bausparvertrag stellt die Bedingung für die Prämie dar (7). Es ist auch möglich mehrere Bausparverträge abzuschließen und gleichzeitig mehrere Wohnungsbauprämien zu erhalten (7). Allerdings solltest du beachten, dass du in alle Verträge gleichzeitig einzahlen musst. Dies geschieht i. d. R. monatlich einmal.

Fazit

Eine Wohnungsbauprämie bietet die viele finanzielle Vorteile. Vor allem für Haushalte, die über ein geringeres Einkommen verfügen ist die Prämie eine lukrative Möglichkeit das Eigenheim aufzuwerten. Doch auch Investitionen in Wohnimmobilien sind möglich. Genau deshalb ist die Wohnungsbauprämie vor allem für Berufseinsteiger verlockend. Da der Prozentsatz und die Einkommensgrenze ab 2021 angehoben wurden, kann die Wohnungsbauprämie für viel mehr Personengruppen angeboten werden.

Du solltest allerdings trotzdem darauf achten regelmäßig in den Vertrag einzuzahlen. Weiterhin solltest du die Prämie auch tatsächlich für wohnwirtschaftliche Zwecke nutzen. Tust du dies nicht kann es durchaus passieren, dass du die Wohnungsbauprämie zurückzahlen musst. Genau aus diesem Grund erkundigt sich die Bank des Öfteren bei Vertragspartnern über die Verwendung der Prämie. Ansonsten gelten die allgemeinen Vertragsbedingungen. Nun solltest du auch zu den Spezialisten in Sachen Wohnungsbauprämie gehören.

Bildquelle: Infrarate.com/ Unsplash.com

Einzelnachweise (10)

1. Springer Professional: Wohnungsbauprämie steigt ab 2021, Angelika Breinich-Schilly, 02.12.2019.
Quelle

2. Reiner Braun, Johannes Henkes: Bausparen, Bauen und Wohnen in Baden-Württemberg in: empirica ag 2019; 2, S. 1-27.
Quelle

3. LR Online: Bausparen bringt auch Rentnern Vorteile, 20.04.2005.
Quelle

4. Finanzcheck.de: Wohnungsbauprämie Die besten Tipps zur Beantragung, Patrick Reuter.
Quelle

5. verivox: Wohnungsbauprämie.
Quelle

6. Vergleich.de: Wohnungsbauprämie 2021: Bausparer profitieren schon ab 50 € jährlich von der Bausparprämie.
Quelle

7. finanztip.de: Arbeitnehmersparzulage Geschenktes Geld durch Zuschuss vom Staat vermehren, Udo Reuß & Co-Autor, 27.08.2020.
Quelle

8. liebert.info: Wohnungsbauprämie des Bausparens sichern.
Quelle

9. IWW.de: Wohneigentumsförderung Eigenheimzulage löst Förderung nach § 10e EStG ab.
Quelle

10. Verbraucherzentrale: Fördermittel vom Staat, 27.02.2020.
Quelle

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Wissenschaftlicher Artikel
Springer Professional: Wohnungsbauprämie steigt ab 2021, Angelika Breinich-Schilly, 02.12.2019.
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Reiner Braun, Johannes Henkes: Bausparen, Bauen und Wohnen in Baden-Württemberg in: empirica ag 2019; 2, S. 1-27.
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