zweitwohnsitzsteuer
Zuletzt aktualisiert: 10. März 2021

Die Gründe warum einen Zweitwohnsitz für dich in Betracht kommt können unterschiedlich sein. Womöglich erleichtert er die den Weg in die Arbeit, ist wegen deines Studiums notwendig oder er dient dir als Feriendomizil. Überraschend kann es dabei für viele sein, dass aufgrund dessen womöglich auch eine entsprechende Steuer regelmäßig gezahlt werden muss.

Dabei handelt es sich um die Zweitwohnsitzsteuer. Da diese zu den kommunalen Steuern gehört, darf jede Stadt oder Kommune selbst entscheiden, ob diese erhoben wird und falls ja in welcher Höhe das passiert.

Dadurch kann es manchmal schwer sein die Übersicht zu behalten und herauszufinden, welche Regelung diesbezüglich im eigenen Fall zutrifft. Deshalb haben wir dir im folgenden Artikel alle wesentlichen Fragen zum Thema Zweitwohnsitzsteuer zusammengefasst und beantwortet.




Das Wichtigste in Kürze

  • Höhe der Zweitwohnsitzsteuer: Die Höhe und Berechnungsgrundlage der Zweitwohnsitzsteuer kann je nach Stadt oder Kommune stark variieren. Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Zweitwohnsitzsteuer bei rund 10 Prozent der jährlichen Nettokaltmiete.
  • Berufliche Gründe: Solltest du deinen Zweitwohnsitz aus beruflichen Gründen bezogen haben, bist du von der Zweitwohnsitzsteuer befreit. Hierfür musst du die Kriterien einer doppelten Haushaltsführung erfüllen und die Zweitwohnsitzsteuer bei deiner Einkommenssteuererklärung als Werbungskosten absetzen.
  • Bezahlung der Zweitwohnsitzsteuer: Die Bezahlung der Zweitwohnsitzsteuer erfolgt meist in einem halbjährlichen Rhythmus, entsprechend der Steuererklärung. Die Zahlungsfrist kann sich je nach Stadt oder Kommune voneinander unterscheiden.

Hintergründe: Was du über die Zweitwohnsitzsteuer wissen solltest

Um für dich Licht ins Dunkle zu bringen haben wir dir an dieser Stelle die wichtigsten Punkte zum Thema Zweitwohnsitzsteuer zusammengefasst. Auch wenn sich manche Feinheiten je nach Wohnort voneinander unterscheiden können, gibt es einige Punkte, die grundsätzlich in jedem Fall bei der Zweitwohnsitzsteuer zutreffend sind.

Wer muss die Zweitwohnsitzsteuer zahlen?

Wahrscheinlich stellst du dir gerade die Frage, ob auch du zu denen gehörst die eine Zweitwohnsitzsteuer bezahlen müssen. Da die Zweitwohnsitzsteuer nicht einheitlich geregelt ist, ist das auch nicht verwunderlich. Je nachdem in welcher Stadt oder Gemeinde du lebst, kann es sein, dass diese eine solche Steuer erhebt oder eben nicht. Auch die Höhe der Steuer und ihre Bemessungsgrundlage kann je nach Ort variieren.

Wie die Namensgebung schon vermuten lässt muss die Zweitwohnsitzsteuer von Bürgerinnen und Bürgern erbracht werden, welche neben Ihrem Hauptwohnsitz über einen weiteren Wohnsitz verfügen. Dabei ist es egal ob sich dein Zweitwohnsitz innerhalb der Kommune oder Stadt befindet, welche die Steuer erhebt oder außerhalb von dieser liegt.

Hast du deinen Hauptwohnsitz also in Stadt A, welche eine Zweitwohnsitzsteuer erhebt, musst du diese auch erbringen wenn dein Zweitwohnsitz in Stadt B liegt, welche keine Zweitwohnsitzsteuer erhebt.

Was gilt als Zweitwohnsitz?

Um von vornherein etwas mehr Klarheit in die Frage zu bringen, ob man selbst von der Zweitwohnsitzsteuer betroffen ist, hilft es einen Blick darauf zu werfen, was überhaupt als Wohnsitz gilt.

Als Wohnung gelten einzelne oder auch zusammen liegende, sowie nach außen abgeschlossene Räume in Wohn- oder sonstigen Gebäuden die zu Wohnzwecken verwendet werden und die Führung eines eigenen Haushalts ermöglichen.

Des Weiteren ist vorausgesetzt, dass eine Wohnung über eine eigene Küche oder Kochnische verfügt. Ein eigener Eingang zur Wohnung, sowie eine Wasserversorgung, Beheizbarkeit, Ausguss und Toilette müssen ebenfalls vorhanden sein. (1)

Eine Unterkunft die zur Erhebung der Zweitwohnsitzsteuer führt muss also nicht das schicke Loft in der Innenstadt sein oder das Haus am Meer. Auch eine einfache Einliegerwohnung oder ein angemietetes Zimmer sind hierfür schon ausreichend, sofern die zuvor genannten Kriterien erfüllt werden.

Aber wo eine Regel ist gibt, es auch eine Ausnahme. Denn auch bei der Zweitwohnsitzsteuer gibt es Fälle, bei denen mit einer Befreiung oder Minderung der Zweitwohnsitzsteuer gerechnet werden kann.

Muss ich Zweitwohnsitzsteuer zahlen wenn ich studiere?

Ganz allgemein kann auf die Antwort, ob du als Student Zweitwohnsitzsteuer zahlen musst mit Ja geantwortet werden. Wenn du also beispielsweise sowohl bei deinen Eltern als auch in der Stadt, in der du studierst gemeldet bist musst du Zweitwohnsitzsteuer erbringen, sollte diese erhoben sein.

Das ist auch der Fall solltest du BAföG beziehen. Laut eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts sind Studenten mit Anspruch auf Bafög nicht grundsätzlich von der Zweitwohnsitzsteuer befreit.  (2)

Generell treffen aber viele Städte und Kommunen bei Personen mit geringem Einkommen, worunter häufig auch Studenten zählen, eine Ausnahme. Eine Minderung oder eine Befreiung von der Zweitwohnsitzsteuer, wie es etwa in München und Pirna der Fall ist, ist in vielen Fällen vorgesehen.

Muss ich Zweitwohnsitzsteuer zahlen wenn ich in einer WG lebe?

Auch die Art und Weise des Zusammenlebens kann sich auf die Zweitwohnsitzsteuer auswirken. Lebst du etwa in einer WG kann es unterschiedlich geregelt sein, ob du in diesem Falle die Steuer erbringen musst oder nicht. Denn manche Städte und Kommunen verzichten auf das Erheben der Steuer, sollte man die Wohnung und die zugehörigen Räume wie Küche und Bad nicht ausschließlich für sich allein nutzen.

Für WGs gibt es z.T. eine Ausnahme, weil du nicht alle Räume der Wohnung alleine nutzt. (Bildquelle: pixabay / Free-Photos)

In der Regel wird die Zweitwohnsitzsteuer bei WGs aber anteilig berechnet. Das bedeutet, dass du nicht auf die gesamte Jahresnettomiete der Wohnung die Steuer erbringen musst, sondern nur auf deinen Anteil. Solltest du deine Wohnung also mit zwei weiteren Bewohnern teilen und ihr drittelt untereinander die Miete, wird zur Berechnung der Steuer nur dein eigenes Drittel der Jahresnettomiete herangezogen.

Wer ist von der Zweitwohnsitzsteuer befreit?

Es gibt von Gesetzes Wegen einige Fälle, bei denen du grundsätzlich von der Zweitwohnsitzsteuer befreit bist.

Diese Befreiungen sind unter anderem abhängig von deiner Erwerbstätigkeit, der Länge deiner Wohnzeit oder auch davon, ob du in irgend einer Weise abhängig von anderen bist. Im Folgenden haben wir dir die wichtigsten Gründe für eine Befreiung von der Zweitwohnsitzsteuer zusammengefasst.

  • Berufliche Gründe:Wenn du aus beruflichen Gründen auf einen Zweitwohnsitz angewiesen bist, ist dies laut einem Urteil des Bundesfinanzhofs ein Grund für eine Befreiung von der Zweitwohnsitzsteuer. Dabei ist es egal in welchem Maße du deine Zweitwohnung nutzt. Die Nutzung der Wohnung duch deinen Ehepartner ist laut diesem Urteil ebenfalls unerheblich. (3)
  • Kurzzeitiger Aufenthalt: Grundsätzlich wird die Zweitwohnsitzsteuer nur dann erhoben, wenn du an dem Ort deines Aufenthalts langfristig gemeldet bist. Ein langfristiger Aufenthalt ist dann erreicht, wenn dein Aufenthalt in einer Wohnung die Zeit von sechs Monaten überschreitet. Das bedeutet also, dass du von der Zweitwohnsitzsteuer befreit bist, sofern du dich nicht länger als sechs Monate in der entsprechenden Wohnung aufhältst. (4)
  • Aufenthalt in einer Haftanstalt: Wer in einer Haftanstalt untergebracht ist, ist von der Erbringung der Zweitwohnsitzsteuer befreit.
  • Bewohner von therapeutischen oder pflegerischen Einrichtung: Bei Wohnhaft in einem Altenheim, Pflegeheim oder auch sozialpädagogischen Einrichtungen ist eine Befreiung von der Zweitwohnsitzsteuer vorgesehen.
  • Auszubildende und Minderjährige: Um als Azubi oder Minderjähriger von der Zweitwohnsitzsteuer befreit zu sein, müssen zwei Punkte zutreffen. Du musst noch finanziell abhängig von deinen Eltern sein und außerdem deinen Zweitwohnsitz bei ihnen gemeldet haben.
  • Soldaten: Entsprechend eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts, sind insbesondere auch Soldaten der Bundeswehr von der Erbringung der Zweitwohnsitzsteuer befreit. (5)

Eine weitere Möglichkeit der Befreiung von der Zweitwohnsitzsteuer bietet sich solltest du in Bayern leben. Hier sind Personen mit geringem Verdienst wie beispielsweise Bezieher von Arbeitslosengeld von der Steuer befreit. Du zählst in diesem Fall als Geringverdiener, solltest du als Alleinstehender ein Jahreseinkommen von weniger als 25.000 € haben. Bist du verheiratet liegt die Grenze bei einem Jahreseinkommen von 33.000 €. (6)

Warum wird die Zweitwohnsitzsteuer erhoben?

Die Erhebung der Zweitwohnsitzsteuer basiert auf Artikel 105 Abs. 2 des Grundgesetzes. Darin wird es den Ländern erlaubt Verbrauchs- und Aufwandssteuern zu erheben. Dieses Recht übertragen die Länder meist auf die einzelnen Städte und Kommunen, die dann schließlich selbst über die Anwendung entscheiden können. (6)

Aber warum wird eine solche Verbrauchs- und Aufwandssteuer wie die Zweitwohnsitzsteuer erhoben? Das liegt daran, dass Personen auch am Ort, in dem sich ihr Zweitwohnsitz, befindet die, dortige Infrastruktur nutzen.

Dafür wird schließlich ein entsprechender Finanzausgleich eingefordert. Dieser bezieht sich unter anderem auf die Nutzung von Straßen, aber auch auf kommunale Einrichtungen wie Schwimmbäder, Museen oder Büchereien.

Ziel der Steuer ist unter anderem die Förderung und Aufrechterhaltung der örtlichen Infrastruktur

Städte und Kommunen verfolgen mit der Zweitwohnsitzsteuer noch ein weiteres Ziel. Sie möchten mit ihrer Erhebung dazu Beitragen, dass sich Personen mit einem Zweitwohnsitz dazu entscheiden ihren Erstwohnsitz in ihren Ort zu verlegen.

Das bringt ihnen dabei den Vorteil, dass sich dadurch weitere und höhere Einnahmen aus dem kommunalen Finanzausgleich ergeben.

Besonders beliebt ist die Zweitwohnsitzsteuer bei Städten und Kommunen mit einer besonders hohen Anzahl an Studierenden. Ein Trend hin zu dieser Steuer ist deshalb insbesondere bei Uni-Städten zu erkennen.

zweitwohnsitzsteuer

Ein Umzug in den Zweitwohnsitz bringt nicht nur den üblichen Umzugsaufwand, sondern auch Fragen rund und die Zweitwohnsitzsteuer mit sich. (Bildquelle: Cottonbro / pexels.com)

Gleichzeitig ist die Zweitwohnsitzsteuer aber auch eine wichtige Einnahmequelle für Ferienorte. Diese sind von einem besonders hohen und dauerhaften Aufkommen von Personen mit Zweitwohnsitz in ihrem Ort betroffen.

Wie kann man die Zweitwohnsitzsteuer vermeiden?

Es gibt zwei Möglichkeiten die Zweitwohnsitzsteuer im Wesentlichen zu vermeiden. Die erste Möglichkeit ist dabei die naheliegendste. Solltest du auf keinen Fall die Zweitwohnsitzsteuer zahlen wollen, ist es sinnvoll zu überlegen, ob es sich nicht für dich lohnt deinen Erstwohnsitz zu verlegen. Ist es der Fall und du müsstest an beiden Orten Zweitwohnsitzsteuer bezahlen kann sich das trotz allem lohnen.

Denn die Unterschiede zwischen den zu leistenden Steuerbeträgen kann von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sein. Legst du in einem solchen Fall deinen Erst- und Zweitwohnsitz also geschickt an, kannst du zumindest mit einer Steuerersparnis rechnen. Steht für dich eine Ummeldung deines Erstwohnsitzes außer Frage, lässt sich die Zweitwohnsitzsteuer in vielen Fällen auch durch die Einkommensteuer absetzen oder zumindest vermindern.

Wie kann ich die Zweitwohnsitzsteuer steuerlich absetzen?

Die Zweitwohnsitzsteuer lässt sich in gewissen Fällen von der Steuer absetzen. Genauer gesagt kann die Steuer als eine Aufwendung für Arbeitsmittel, also in Form von Werbungskosten von deiner Einkommensteuer abgesetzt werden.

Hierfür musst du deinen Zweitwohnsitz als notwendigen Wohnraum für die Ausübung deines Berufs angeben. Voraussetzung dafür ist, dass in deinem Fall die folgenden Bedingungen für eine doppelte Haushaltsführung vorliegen.

  • Der Zweitwohnsitz befindet sich am Ort der Arbeitsstelle und trägt zu einem schnelleren Erreichen dieser bei.
  • Es wird gleichzeitig ein Hauptwohnsitz bewohnt
  • Am Ort des Hauptwohnsitzes befindet sich der Lebensmittelpunkt

Aber nicht nur Personen, die aus beruflichen Hintergründen einen Zweitwohnsitz haben, können von der Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit gebrauch machen.

Auch Eigentümer eines Ferienhauses, bzw. einer Ferienwohnung, die ganzjährig oder teilweise an Feriengäste vermietet wird, können die Zweitwohnsitzsteuer absetzen. Auch in diesem Fall wird dies über die Einkommensteuer in Form von Werbungskosten vorgenommen.

Wie hoch fällt die Zweitwohnsitzsteuer aus?

Die Höhe der Zweitwohnsitzsteuer fällt sehr unterschiedlich aus. Da hier Städte und Kommunen selbst entscheiden dürfen, ob und wie hoch sie die Steuer ansetzen, kann es je nach Wohnort zu großen Unterschieden kommen.

Der für einen Zweitwohnsitz bundesweit durchschnittliche Steuersatz liegt bei rund 10 Prozent.

Das zeigt sich beispielsweise bei einem Vergleich der Städte Hamburg und Berlin. Bei einem Zweitwohnsitz in Hamburg würdest du 8 Prozent deiner jährlichen Nettokaltmiete bezahlen, in Berlin hingegen sogar 15 Prozent.

Für einen genaueren Überblick haben wir dir eine Tabelle mit den Höhnen der jeweiligen Zweitwohnsitzsteuern deutscher Großstädte zusammengestellt.

Stadt Höhe der Zweitwohnsitzsteuer (bezogen auf die jährliche Nettokaltmiete)
Leipzig 16 Prozent
Berlin 15 Prozent
Dortmund 12 Prozent
Köln 10 Prozent
Frankfurt am Main 10 Prozent
Stuttgart 10 Prozent
Essen 10 Prozent
Berlin 15 Prozent
München 9 Prozent
Hamburg 8 Prozent

Sollte deine Stadt in dieser Tabelle nicht vorhanden sein, kannst du natürlich auch selbst ganz einfach herausfinden wie die Höhe für die Zweitwohnsitzsteuer an deinem Wohnort ist. Infos dazu erhältst du online auf der Homepage deiner Stadt, oder alternativ beim Einwohnermeldeamt oder Bürgerbüro.

Wie berechne ich die Zweitwohnsitzsteuer?

Die Grundlage für die Berechnung der Zweitwohnsitzsteuer bildet deine Jahresnettokaltmiete. Solltest du nicht in Miete leben, sondern Eigentümer sein ist die potenziell übliche Miete die Grundlage der Berechnung der Zweitwohnsitzsteuer. Dabei wird sich entlang in deinem Wohnort üblichen Mieten vergleichbarer Wohnungen und Häuser orientiert.

Zahlst du für deine Wohnung in Hamburg also eine jährliche Miete von 12.500 € berechnet sich anhand des Steuersatzes (8 Prozent) eine Zweitwohnsitzsteuer von 1.000 € im Jahr. Beachte bei der Berechnung allerdings, dass jede Stadt und Kommune auch die Berechnungsgrundlage der Steuer selbst festsetzen kann. In Ausnahmefällen wird so unter anderem auch die Quadratmeterzahl oder das Bruttoeinkommen als zusätzlicher Einflussfaktor hinzugenommen.

zweitwohnsitzsteuer

Die Berechnung der Zweitwohnsitzsteuer ist an sich recht einfach, vorausgesetzt du hast dich im Vorfeld über die Höhe und Bemessungsgrundlage informiert. (Bildquelle: Kelly Sikkema / unsplash.com)

Informiere dich vor der Berechnung also genau welche Berechnungsgrundlage an deinem Wohnort zur Hand genommen wird. Für eine Vielzahl deutscher Städte finden sich im Netz außerdem zahlreiche Rechner, die dir automatisch die Höhe deiner zu erbringenden Zweitwohnsitzsteuer errechnen.

Wann und wie muss ich meinen Zweitwohnsitz anmelden?

Die Anmeldung deines Zweitwohnsitzes wird wie üblich durch das Einwohnermeldeamt der Stadt vorgenommen, in der du deinen Wohnsitz beziehst. In den meisten Fällen ist es dabei notwendig persönlich zur Anmeldung zu erscheinen.

Ob es möglich ist die Anmeldung über eine bevollmächtigte, volljährige Vertretung durchzuführen ist je nach Ort unterschiedlich. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Anmeldung innerhalb von zwei Wochen nach Einzug in deine Zweitwohnung vorgenommen wird.

Gleiches gilt auch für eine Anmeldung über den Postweg. Für diese gibt es in der Regel Vorlagen zum Herunterladen auf der Website deiner Stadt. Um die Anmeldung deines Zweitwohnsitzes vorzunehmen benötigst du die nachfolgenden Unterlagen.

  • Personalausweis, alternativ Reisepass
  • Ausgefülltes Formular (zu finden vor Ort beim Einwohnermeldeamt oder online)
  • Wohnungsgeberbestätigung des Vermieters
  • Geburtsurkunde bei vorhandenen Kindern
  • Gegebenenfalls Heiratsurkunde oder Scheidungsurteil

Achte darauf, alle Dokumente für die Anmeldung dabei zuhaben. Erkundige dich außerdem besser zusätzlich bei deinem Einwohnermeldeamt, ob es ggf. zusätzliche Dokumente zu den genannten gibt, die mitgebracht werden müssen.

Wie bezahle ich die Zweitwohnsitzsteuer?

Auch in diesem Fall gibt es Unterschiede zwischen den Städten und Kommunen. Sie entscheiden selbst zu wie und zu welchem Zeitpunkt die Steuer erbracht werden muss. In der Regel wird die Erteilung der Zweitwohnsitzsteuer im Anschluss zur persönlichen Steuererklärung erfolgen.

Schließlich muss die Steuer gemäß der jeweils angegebenen Frist an die Stadt entrichtet werden.  Üblich ist es dem entsprechend auch die Zweitwohnsitzsteuer halbjährlich zu bezahlen.

Was passiert wenn ich die Zweitwohnsitzsteuer zu spät oder nicht zahle?

Das zu späte Zahlen der Zweitwohnsitzsteuer, oder das nicht zahlen geht meist mit der fehlenden Anmeldung des Zweitwohnsitzes einher. Dieser muss innerhalb von 14 Tagen nach Einzug angemeldet werden.

Geschieht dies nicht, gilt das als eine Ordnungswidrigkeit. (8) Je nachdem wie groß Fristüberschreitung ist, kann ein Bußgeld von bis zu 1.000 € verhängt werden. Zusätzlich müssen die fehlenden Beträge der Zweitwohnsitzsteuer nachgezahlt werden.

Wann verjährt die Zweitwohnsitzsteuer?

Die Zweitwohnsitzsteuer fällt nicht unter die Verbrauchsteuern und unterliegt deshalb nicht einer Verjährungsfrist von einem Jahr. Stattdessen gilt bei der Zweitwohnsitzsteuer eine vierjährige Festsetzungsverjährung.

Bei einer Festsetzungsverjährung handelt es sich um eine Festsetzungsfrist nach der das Finanzamt eine Steuerfestsetzung nicht mehr vornehmen kann. Sie entsteht ein Jahr nach der Entstehung der Steuer. (9) Läuft diese ab, darf das Finanzamt einen Steuerbescheid weder verändern, aufheben oder berichtigen. (10)  Das Finanzamt kann nach dieser Frist also keine Steuerschulden mehr für sich beanspruchen. (11)

Nehmen wir also an, dass du am 01. Januar 2018 deinen Zweitwohnsitz bezogen und fristgerecht angemeldet hast. Damit entsteht die Zweitwohnsitzsteuer an diesem Datum. Die Festsetzungsfrist beginnt ein Jahr später, also am 01. Januar 2019. Mit einer Dauer der Festsetzungsverjährung von vier Jahren, verjährt deine Zweitwohnsitzsteuer am also 31. Dezember 2023.

Kommt nach diesem Datum das Finanzamt wegen Änderungen, Berichtigungen oder Aufhebungen bezüglich der Zweitwohnsitzsteuer auf dich zu, musst du diesen nicht mehr  nachgehen.

Fazit

Die Sache mit der Zweitwohnsitzsteuer kann für manche zu Recht auf den ersten Blick etwas unübersichtlich wirken. Städte und Kommunen haben hier freie Handhabe, darüber ob und wie die Zweitwohnsitzsteuer erhoben und erbracht werden muss. Deshalb lohnt es sich genau zu vergleichen, welche Verhältnisse es im Ort deines Erst- und Zweitwohnsitzes gibt.

Dank verschiedener Ausnahmeregelungen kann die Zweitwohnsitzsteuer auch grundsätzlich erlassen oder vermindert werden. Das ist insbesondere der Fall, wenn du deinen Zweitwohnsitz aufgrund deiner Berufsausübung bezogen hast. Ist das gegeben, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Erlassung der Zweitwohnsitzsteuer sehr hoch.

Achte unbedingt auf die Einhaltung Frist zur Anmeldung deines Zweitwohnsitzes. Informiere dich außerdem im zuständigen Meldeamt oder Bürgerbüro wann und in welchen Intervallen die Zweitwohnsitzsteuer gezahlt werden muss.

Bildquelle: 113101108/ 123rf

Einzelnachweise (11)

1. Katrin Schmidt - Definition der Wohnung
Quelle

2. BVerwG, Urteil vom 17.09.2008 - 9 C 14.07
Quelle

3. BFH Urteil v. 30.09.2015 - II R 13/14 - Keine Hamburger Zweitwohnungsteuer für eine aus beruflichen Gründen gehaltene Nebenwohnung eines Verheirateten
Quelle

4. Bundesmeldegesetz (BMG) § 27 Ausnahmen von der Meldepflicht
Quelle

5. Bundesverfassungsgericht, Beschluss des Ersten Senats vom 11. Oktober 2005 - 1 BvR 1232/00 -, Rn. 1-114
Quelle

6. Kommunalabgabengesetz Art. 3 Abs. 3 Sätze 2 bis 8
Quelle

7. Grundgesetz Artikel 105 Abs. 2
Quelle

8. Bundesmeldegesetz (BMG) § 17 Anmeldung, Abmeldung
Quelle

9. Abgabenordnung (AO) § 232 Wirkung der Verjährung
Quelle

10. Abgabenordnung (AO) § 169 Festsetzungsfrist
Quelle

11. Abgabenordnung (AO) § 47 Erlöschen
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Definition
Katrin Schmidt - Definition der Wohnung
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Urteil
BVerwG, Urteil vom 17.09.2008 - 9 C 14.07
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Urteil
BFH Urteil v. 30.09.2015 - II R 13/14 - Keine Hamburger Zweitwohnungsteuer für eine aus beruflichen Gründen gehaltene Nebenwohnung eines Verheirateten
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Gesetz
Bundesmeldegesetz (BMG) § 27 Ausnahmen von der Meldepflicht
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Urteil
Bundesverfassungsgericht, Beschluss des Ersten Senats vom 11. Oktober 2005 - 1 BvR 1232/00 -, Rn. 1-114
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Gesetz
Kommunalabgabengesetz Art. 3 Abs. 3 Sätze 2 bis 8
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Gesetz
Grundgesetz Artikel 105 Abs. 2
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Gesetz
Bundesmeldegesetz (BMG) § 17 Anmeldung, Abmeldung
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Gesetz
Abgabenordnung (AO) § 232 Wirkung der Verjährung
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Gesetz
Abgabenordnung (AO) § 169 Festsetzungsfrist
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Gesetz
Abgabenordnung (AO) § 47 Erlöschen
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